Seit dem Morgen sind die Wahllokale in Brandenburg und Sachsen geöffnet. Neu gewählt werden zwar "nur" zwei Landtage, doch den Abstimmungen wird auch eine hohe bundespolitische Bedeutung beigemessen. Mit Spannung erwartet wird das Abschneiden der AfD.

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Der wochenlange Wahlkampf ist beendet, nun wird es ernst: Mit der Öffnung der Wahllokale haben am Sonntagmorgen in Brandenburg und Sachsen die mit Spannung erwarteten Landtagswahlen begonnen. Rund 2,1 Millionen Wahlberechtigte in Brandenburg und 3,3 Millionen in Sachsen sind aufgerufen, die jeweiligen Landesparlamente für die nächsten fünf Jahre neu zu wählen.

Große Veränderungen in beiden Landtagen erwartet

In beiden Bundesländern dürfte es erhebliche Veränderungen bei den Mehrheitsverhältnissen geben. Vor allem CDU und SPD müssen wohl deutliche Verluste hinnehmen, die AfD darf laut Umfragen mit kräftigen Zuwächsen rechnen. Angesichts des Erstarkens der Rechtspopulisten wird den Ost-Wahlen auch eine große bundespolitische Bedeutung zugemessen. Noch bis zum Abend können die Menschen ihre Stimmen abgeben. Die Wahllokale schließen um 18:00 Uhr - zu diesem Zeitpunkt werden auch die ersten Prognosen erwartet.

Die Ausgangslage in Sachsen

Bis zuletzt hatten die großen Parteien um die Stimmen von Unentschlossenen geworben, mehrere Politiker hatten öffentlich zur Beteiligung an den Wahlen aufgerufen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der am Morgen gemeinsam mit seiner Partnerin in Dresden wählte, schrieb am Wahltag bei Twitter: "Gehen Sie wählen. Es geht darum, was wir in den kommenden Jahren erreichen können - es geht um die Zukunft von Sachsen."

Kretschmers Koalition aus CDU und SPD muss jüngsten Umfragen zufolge mit einem Verlust ihrer Mehrheit rechnen, die Grünen könnten erstmals ein zweistelliges Ergebnis erzielen. Gerechnet wird auch mit einem starken Ergebnis der AfD, die bei der letzten Landtagswahl noch mit 9,7 Prozent in den Landtag einzog. Zuletzt konnte sich die CDU laut Umfragen allerdings wieder etwas deutlicher von den Rechtspopulisten absetzen und landete bei Werten zwischen 29 und 32 Prozent. Bangen um den Wiedereinzug in den Landtag muss die FDP.

AfD-Bundeschef Jörg Meuthen sagte am Samstagabend in Görlitz mit Blick auf die Wahl im Freistaat: "Wir werden das gewinnen!" Allerdings wird seine Partei maximal 30 Bewerber über die Landesliste in den Landtag entsenden können. Grund ist eine Entscheidung des sächsischen Verfassungsgerichtshofs im Vorfeld der Wahl, wonach die Partei wegen Formfehlern nur mit dieser Anzahl an Listenkandidaten antreten darf. Ursprünglich war die AfD-Landesliste 61 Plätze lang.

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Die Ausgangslage in Brandenburg

In Brandenburg wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und AfD erwartet. Die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke - der am Morgen in Begleitung seiner Frau und Tochter in Forst (Lausitz) seine Stimme abgab - lag im ZDF-Politbarometer vom Donnerstag mit 22 Prozent vorn, die AfD kam auf 21 Prozent. Woidke sagte am Sonntagvormittag: "Ich habe nicht nur, was die Umfrage betrifft, sondern auch insgesamt ein gutes Gefühl und glaube, dass wir heute Abend die Nase vorn haben werden."

Auch hinter SPD und AfD ging es laut der ZDF-Erhebung eng zu: CDU, Grüne und Linke lagen demnach dicht beieinander. Die FDP muss hingegen auch in Brandenburg um den Einzug in das Parlament bangen.

Nach den Umfragewerten hätte die derzeit in Potsdam regierende rot-rote Koalition keine Mehrheit mehr. Möglich wäre ein rot-grün-rotes Bündnis, wie es bereits im Nachbarland Berlin regiert, aber auch in Thüringen und Bremen. Linke-Parteichef Bernd Riexinger setzt auf eine solche Konstellation. "Natürlich würde ich mir wünschen, dass es für eine rot-rot-grüne Mehrheit reicht", hatte Riexinger am Samstag gesagt. Die Grünen hatten sich zuletzt offen für ein rot-rot-grünes Bündnis gezeigt, aber auch mit der CDU geflirtet.

Theoretisch möglich wäre in Brandenburg auch ein Bündnis von SPD, CDU und Grünen. Mit der AfD unter Andreas Kalbitz, der dem rechtsnationalen "Flügel" seiner Partei zugerechnet wird, wollen die anderen Parteien nach eigenem Bekunden nicht koalieren.

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Die Ausgangslage im Bund

Auf bundesweiter Ebene steuert die Union einer neuen Umfrage zufolge derweil wieder auf die 30-Prozent-Marke zu. Im Emnid-Sonntagstrend für die "Bild am Sonntag" legten CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte zu und kommen nun auf 29 Prozent. Die Grünen verloren einen Punkt und liegen laut Erhebung bei 22 Prozent. Die SPD bleibt demnach bei 15 Prozent, die AfD steht weiter bei 14 Prozent. (mgb/dpa)