Landtagswahl in Thüringen: Reaktionen sprechen Bände

Ministerpräsident Ramelow würde gerne seine rot-rot-grüne Koalition in Thüringen fortsetzen. Doch damit wird es wohl nichts - trotz eines historischen Ergebnisses seiner Partei bei der Landtagswahl. Die Bilder eines Wahlabends mit offenem Ausgang. (hub/dpa)

Ministerpräsident Bodo Ramelow ging am Sonntagvormittag zur Wahl.
Um 18 Uhr war der Jubel bei den Linken um Vorsitzende Katja Kipping (M.) dann groß: Erstmals ging die Linke als stärkste Partei aus einer Landtagswahl hervor.
Verlierer des Abends ist CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring. Die Union war 2014 noch stärkste Partei, bei der aktuellen Wahl schmierte sie ab.
Besser die Laune bei der AfD: Mit Spitzenkandidat Björn Höcke konnte die Partei ihr Ergebnis von 2014 mehr als verdoppeln und ist nun zweitstärkste Kraft in Thüringen.
Die SPD hingegen muss mit rund 8 Prozent erneut ein miserables Ergebnis bei einer Landtagswahl hinnehmen. Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, sagte, die SPD habe gekämpft, aber leider habe sie von der Polarisierung zwischen Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der AfD nicht profitieren können.
Anja Siegesmund konnte als Spitzenkandidatin der Grünen ihre Partei nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde halten.
Grünen-Chef Robert Habeck hat sich enttäuscht über das Wahlergebnis der Grünen in Thüringen geäußert und davor gewarnt, Koalitionen außer mit der AfD auszuschließen. "Wir hätten gerne eine Schippe draufgelegt", sagte Habeck am Sonntag, die Grünen schafften nach den Hochrechnungen vom Sonntagabend aber erneut nur etwas über fünf Prozent. "Insofern sind wir damit nicht zufrieden."
Erfreulich war die Wahlbeteiligung bei der Wahl in Thüringen - sie lag mit rund 66 Prozent deutlich höher als vor fünf Jahren (52,7 Prozent).
Susanne Hennig-Wellsow, Landesvorsitzende der Linken in Thüringen, feiert mit Katja Kipping die guten Zahlen der Linken.
FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich konnte das Ergebnis von 2014 verdoppeln, die Liberalen sitzen aller Voraussicht nach wieder im Landtag.
Problematisch bleibt die Regierungsbildung. FDP-Chef Christian Lindner (M.) hat einer Koalition mit der Linken und einer Unterstützung der AfD eine klare Absage erteilt: "Für die FDP ist eine Zusammenarbeit mit Linker und AfD ausgeschlossen, weil beide Parteien die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland verändern wollen."
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sieht das ähnlich wie Lindner. "Unser Wort gilt nach den Wahlen genau wie wir es vor den Wahlen gesagt haben: Es wird keine Koalition der CDU mit der Linkspartei oder der AfD geben", sagte er am Sonntagabend unter Beifall von CDU-Anhängern in Berlin.
Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linken im Deutschen Bundestag, lässt sich die Laune nach dem guten Ergebnis dennoch nicht vermiesen.