Heinz-Christian Strache als lachender Dritter inmitten der Schmutzkampagne? Einer aktuellen Umfrage zufolge kann die FPÖ vom Silberstein-Skandal gar nicht sonderlich profitieren. Und eine Neuauflage der Großen Koalition ist nicht die unbeliebteste Regierungsvariante.

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Obwohl die SPÖ derzeit vom wohl größten Wahlskandal ihrer Historie gebeutelt wird, kostet das der Partei womöglich deutlich weniger Stimmen als gedacht. Darauf deutet eine aktuelle OGM-Umfrage für den "Kurier" hin.

Demnach liegt die ÖVP mit Parteichef Sebastian Kurz mit 33 Prozent nach wie vor auf Platz eins - immer noch mit einem komfortablen Vorsprung.

Platz zwei überrascht: Hier liegt weiter die SPÖ mit 27 Prozent. Heinz-Christian Straches FPÖ erreicht in der aktuellen Umfrage wie gehabt Platz drei mit 25 Prozent.

Die NEOS sollten ihren Platz im Parlament behaupten können: Sie überzeugen momentan 5 Prozent der Wähler und Wählerinnen. Ob die Liste Pilz und die Grünen den Einzug schaffen, steht derzeit auf der Kippe: Beide Parteien liegen bei etwa 4 Prozent.

Schwarz-Rot hat kein Leiberl bei Befragten

OGM-Chef Wolfgang Bachmayer ist sich sicher: "Die Befragten wollen eine Wende." 34 Prozent der Befragten sprachen sich demnach für eine Neuauflage von Schwarz-Blau aus.

Diese Präferenz erklärt sich Bachmayer "auch durch den thematischen Paarlauf von ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache insbesondere in den TV-Duellen, aber auch durch die jeweiligen Wahlprogramme".

Zudem glaubt der OGM-Chef, dass die "permanenten warnenden Hinweise der Spitzenkandidaten links der Mitte" vor einer ÖVP-FPÖ-Koalition von Wählern als Indiz dafür interpretiert werden, dass eine solche Regierung "nicht nur wahrscheinlich, sondern auch realistisch ist".

Eine Neuauflage der Großen Koalition unter Führung der ÖVP würden 21 Prozent begrüßen. Rot-Blau fanden noch weniger Menschen - nur 13 Prozent der Befragten - erstrebenswert.

"Dirndl-Koalition" relativ illusorisch

Rein rechnerisch könnte sich noch eine vierte Variante ausgehen: die sogenannte "Dirndl-Koalition", die NEOS-Chef Matthias Strolz ins Spiel brachte. Sie würde aus ÖVP, NEOS und Grünen bestehen.

Laut Bachmayer wäre das aber "eine politisch-visionäre und doch etwas naive Vorstellung". Sie gehe "von einem noch besseren Ergebnis der Volkspartei aus", sagte der OGM-Chef. "Zudem müssten Pinke wie Grüne am Sonntag sehr solide Ergebnisse erzielen."

Dabei käme die Variante in der Bevölkerung vielleicht ganz gut an: Immerhin 22 Prozent der Befragten wollen nämlich weder einer Neuauflage der Großen Koalition, noch die FPÖ gemeinsam mit SPÖ oder ÖVP in der Regierung sehen . Für die Umfrage wurden 1.002 Österreicherinnen und Österreicher befragt. (ank)