Die Amtseinführung von Joe Biden in Bildern

Eine neue Ära beginnt in den USA: Der Demokrat Joe Biden hat Donald Trump im Weißen Haus abgelöst. Er übernimmt ein tief gespaltenes und krisengeplagtes Land. In seiner Antrittsrede schlug Biden völlig andere Töne an als sein Vorgänger. Wir zeigen, wie die Amtseinführung ablief. (Mit Material der dpa)

Joe Biden (links) hat am Mittwoch in einer feierlichen Zeremonie vor dem US-Kapitol in der Hauptstadt Washington seinen Amtseid abgelegt. Kamala Harris (rechts) wurde als erste Vizepräsidentin des Landes vereidigt.
Bidens Amtseinführung am US-Kapitol fand unter nie da gewesenen Sicherheitsvorkehrungen statt. Vor zwei Wochen hatten gewalttätige Anhänger des abgewählten Präsidenten Trump das Parlamentsgebäude gestürmt. Die Angst vor weiterer Gewalt rund um die Vereidigung war daher groß. Das Zentrum Washingtons wurde weiträumig abgeriegelt. Neben zahlreichen Polizisten waren Tausende Mitglieder der Nationalgarde im Einsatz, um vor allem den Kongresssitz zu schützen.
Wegen der Corona-Pandemie fand die Amtsübergabe auch ohne das sonst übliche Massenpublikum statt. Anstelle von Hunderttausenden Zuschauern wurde ein Meer aus Flaggen auf der Freifläche zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial platziert.
Zu Gast bei Bidens Vereidigung waren unter anderem die ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton mit ihren Ehepartnerinnen. Entgegen der Tradition nahm der Bidens Vorgänger Donald Trump nicht an der Amtseinführung teil. Der 74-Jährige reiste bereits am Morgen, wenige Stunden vor der Vereidigung, nach Florida, wo sein Club-Resort Mar-a-Lago liegt.
Sängerin Lady Gaga sangt zum Auftakt der Zeremonie die US-Nationalhymne.
Sichtlich stolz legte Kamala Harris ihren Amtseid ab - und schrieb damit Geschichte: Als erste Frau und erste Schwarze ist die 56-jährige Demokratin nun Vizepräsidentin der USA. Feierlich leistete sie vor Verfassungsrichterin Sonia Sotomayor ihren Amtseid, die Hand auf eine Bibel gelegt, die ihr Ehemann Doug Emhoff hielt.
Seine Antrittsrede widmete Biden dem Ruf nach neuem Zusammenhalt im Land und machte klar, dass er nach den beispiellos turbulenten Trump-Jahren einen fundamental neuen Weg einschlagen will. Seinen Vorgänger erwähnte Biden dabei namentlich nicht. Biden mahnte, ohne Einheit könne es keinen Frieden und keinen Fortschritt geben, sondern nur Bitterkeit, Empörung und Chaos. Er werde sich mit ganzem Herzen für Einheit und Versöhnung einsetzen, versprach Biden.
Auf Harris und Biden warten gewaltige Aufgaben: Sie übernehmen von Trump ein tief gespaltenes Land, das noch dazu mit diversen Krisen zu kämpfen hat. Die USA sind schwer gezeichnet durch die Corona-Pandemie, geplagt durch ein wirtschaftliches Tief, aufgewühlt durch Rassismus und soziale Ungleichheit. Im Hintergrund verschärft sich der Klimawandel, den Biden als "existenzielle Bedrohung" betrachtet.
Nach ihrer Vereidigung besuchten Biden und Harris den Nationalfriedhof Arlington bei Washington und gedachten der in Kriegen gefallenen US-Soldaten. Am Grabmal des unbekannten Soldaten legten die beiden einen Kranz nieder.
Vom Friedhof ging es zurück ins Zentrum Washington: Der 78-jährige Biden lief begleitet von seiner Familie zum Amtssitz, den er bereits als Vize von Obama kennt. Angesichts der Sicherheitsvorkehrungen säumten nur wenige Menschen die Straßen.
Am Ziel: Zum ersten Mal in seiner neuen Funktion betraten Biden und seiner Frau Jill das Weiße Haus.