Ein Astronaut und eine Republikanerin im Trump-Schlingerkurs. Die Entscheidung über die Sitze im Senat ist fast genauso entscheidend wie die Präsidentschaftswahl. Wer überraschend einzieht.

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Zeitgleich zur Präsidentschaftswahl wird ein Drittel der 100 Sitze im Senat vergeben. Die Wahl ist fast genau so wichtig. Denn erreicht die Partei, die den Präsidenten stellt, nicht die Mehrheit, kann sie viele Gesetze nicht durchbringen. Und die Wahl brachte einige Überraschungssieger.

Republikanerin Susan Collins sichert sich Sitz in Maine

So sicherte sich Republikanerin Susan Collins den Platz für den US-Bundesstaat Maine, obwohl sie in allen Umfragen hinten gelegen hatte. Eigentlich gingen Wahlbeobachter davon aus, ihr Zickzackkurs zu Donald Trump könnte sie Stimmen kosten.

Collins ist eine moderate Republikanerin und hatte in den vergangenen Monaten immer wieder vorsichtige Kritik am amtierenden Präsidenten geübt. So sprach sich die 67-Jährige gegen die schnelle Bestätigung der von Trump nominierten Verfassungsrichterin Amy Coney Barrett noch vor den Präsidentschafts- und Kongresswahlen aus.

Der Präsident griff die Senatorin daraufhin immer wieder an. Vor zwei Jahren allerdings hatte Collins der Berufung des ebenfalls umstrittenen Richters Brett Kavanaugh zugestimmt und sich im Amtsenthebungsverfahren hinter Trump gestellt.

Ex-Astronaut und Transgender-Frau ziehen für Demokraten in den Senat ein

Zum Überraschungssieger der Demokraten wurde Ex-Astronaut Mark Kelly. Er hat einen Senatssitz im eigentlich traditionell republikanischen Bundesstaat Arizona geholt. Fun Fact: Zusammen mit seinem Bruder Scott ist Kelly das bisher einzige eineiige Astronauten-Zwillingspaar, was der Wissenschaft zu erstaunlichen Erkenntnissen verhalf.

Als erste Transgender-Senatorin wurde die Demokratin Sarah McBride gewählt. Sie vertritt fortan den US-Bundesstaat Delaware. Sie hoffe, die Wahl zeige Transgender-Kindern, "dass unsere Demokratie auch für sie groß genug ist", schrieb sie bei Twitter über ihren Wahlsieg.

Es gab allerdings auch mehrere Dämpfer für die Demokraten. In einigen Rennen, die laut Umfragen als eng galten, gelang es ihnen nicht, die republikanischen Senatoren zu besiegen.

Fehlende Mehrheit im Senat würde für einen Präsidenten Biden zum Problem

Dabei hatten sich die Demokraten eigentlich vorgenommen, die Mehrheit im Senat zu holen. Aktuell haben sie 45 Stimmen. Laut aktuellen Prognosen werden die Republikaner jedoch wahrscheinlich ihre Mehrheit behalten. Selbst wenn Demokrat Joe Biden Präsident werden sollte, könnte er deshalb seine großen Reformpläne kaum umsetzen.

Besonders der derzeitige Senatsführer, der Republikaner Mitch McConnell, verhinderte während der Amtszeit von Barack Obama viele Vorhaben, nachdem die Demokraten die Mehrheit im Senat im Jahr 2014 verloren hatten.  © DER SPIEGEL