• Weil Mike Pence dem US-Verkehrsminister vorwarf, sich "Mutterschaftsurlaub" genommen zu haben, hat er einen Rüffel vom Weißen Haus bekommen.
  • Denn dort sieht man den Witz des ehemaligen Vizepräsidenten als homophob an.
  • Sogar eine Entschuldigung seitens Pence fordert die Sprecherin des Weißen Hauses.

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Das Weiße Haus hat einen Witz des früheren US-Vizepräsidenten Mike Pence gegen den Vaterschaftsurlaub von Verkehrsminister Pete Buttigieg scharf kritisiert. "Der homophobe Witz (...) war beleidigend und unangemessen", sagte Sprecherin Karine Jean-Pierre der Zeitung "Washington Blade" am Montag (Ortszeit).

Pence hatte am Samstag beim Abendessen einer Journalisten-Vereinigung gegen den 41-jährigen Buttigieg gestichelt, der mit seinem Ehemann Chasten im Sommer 2021 neugeborene Zwillinge adoptiert hatte und Elternzeit genommen hatte.

Der Verkehrsminister habe zwei Monate "Mutterschaftsurlaub" genommen, während der Flugverkehr in den USA zusammengebrochen und Tausende Reisende auf Flughäfen gestrandet seien, wurde er in US-Medien zitiert.

Weißes Haus fordert Entschuldigung von Pence

In den USA gibt es keine gesetzliche Regelung für bezahlte Elternzeit - nur in einigen Bundesstaaten gibt es einen gesetzlichen Anspruch. Pence müsse sich bei Frauen und Mitgliedern der LGBTQ-Gemeinschaft entschuldigen, "die ein Recht darauf haben, mit Würde und Respekt behandelt zu werden", hieß es aus dem Weißen Haus. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und queere Menschen.

Buttigiegs Ehemann Chasten veröffentlichte auf Twitter ein Foto des Verkehrsministers, auf dem dieser mit einem seiner Kinder auf dem Schoß im Krankenhaus zu sehen ist.

"Eine ehrliche Frage", wandte er sich an den ehemaligen US-Vize, "wenn dein Enkelkind zu früh geboren und an ein Beatmungsgerät angeschlossen wäre - seine winzigen Finger um deine geklammert, während im Hintergrund die Monitore piepsen - wo wärst du?"

Buttigieg hatte als Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten für Furore gesorgt. Zuvor war er auf nationaler Ebene noch weitgehend unbekannt gewesen.

Im Wahlkampf arbeitete er sich zeitweise in Umfragen an die Spitze des parteiinternen Bewerberfeldes und gewann an Bekanntheit, bevor er aus dem Rennen ausstieg. US-Präsident Joe Biden machte Buttigieg zu seinem Verkehrsminister. Er ist der erste offen schwule Bundesminister der USA. (dpa/thp)  © dpa

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