Nach ihrer kritischen Bemerkung auf Twitter zum Polizeieinsatz rund um den Zug-Anschlag bei Würzburg steht Renate Künast nun selbst massiv in der Kritik.

"Tragisch und wir hoffen für die Verletzten. Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!", hatte Grünen-Politikerin Renate Künast nach dem blutigen Zug-Anschlag in der Nähe von Würzburg auf Twitter geschrieben.

Die Bemerkung hatte innerhalb des Schnellnachrichtendienstes für Empörung gesorgt, auch die Polizei Oberbayern Süd reagierte mit Kopfschütteln auf Künasts Kommentar.

Sachlichere Reaktionen auf Twitter ordneten die Bemerkung der Grünen-Politikerin etwas objektiver ein. Demnach habe die Polizei natürlich das Recht auf Selbstverteidigung gehabt.

Unklarheit über Situation vor Ort

Allerdings, so die Meinung, hätte es gerade vor dem Hintergrund des IS-Bekenntnisses von Vorteil sein können, den Täter auszuschalten, ohne ihn zu töten, um ihn danach über einen terroristischen Hintergrund zu befragen. Fraglich bleibt allerdings, ob dies in der Situation überhaupt möglich gewesen ist.

Eine Frage, die von einer in solchen Fällen üblichen Fall-Untersuchung geklärt werden wird. Ein Routine-Vorgehen, auf das auch Rainer Wendt verweist und damit Renate Künast scharf attackiert.

Der Bundesvorsitzender der DPolG, einer der beiden großen deutschen Polizeigewerkschaften, attackierte Künast mit drastischen Worten. Der Vorfall werde von der Staatsanwaltschaft untersucht, "da brauchen wir die parlamentarischen
Klugscheißer überhaupt nicht", so Wendt in der "Saarbrücker Zeitung".

Wendt über Künast: "Wirklich bescheuerter Tweet"

Im Interview mit N24 verteidigte Wendt das Vorgehen der Polizei sowie die Tötung des Täters. "Wer mit solchen Waffen auf Polizisten und Polizistinnen losgeht, muss damit rechnen, dass die Polizisten von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen - das haben sie hier gemacht. Und ich bin sehr davon überzeugt, dass sie das Richtige gemacht haben."

Deshalb, legte Wendt gegen Renate Künast nach, sei auch die "Empörung über diesen wirklich bescheuerten Tweet der Renate Künast auch zu Recht."

Der 17-jährige Angreifer war am Montagabend mit einer Axt und einem Messer auf Fahrgäste in einem Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld losgegangen. Vier Menschen wurden schwer und einer leicht verletzt. Mindestens drei Menschen schwebten am Morgen laut Würzburger Uniklinik noch in Lebensgefahr. Bei der Flucht aus dem Zug habe der Angreifer noch eine weitere Person verletzt.

Vier Verletzte im Zug gehörten zu einer Urlauberfamilie aus Hongkong. Der Vater (62) und die Mutter (58) einer Tochter (26) sowie deren Freund (30) wurden verletzt, wie die Deutsche Presse-Agentur in Hongkong erfuhr. Ein fünfter Mitreisender, der 17-jährige Sohn, sei unverletzt davon gekommen, berichtete eine amtliche Quelle, die nicht genannt werden wollte. 14 Menschen erlitten einen Schock. (miwo)