In den schwierigen Beziehungen zwischen Japan und Südkorea mehren sich die Zeichen einer Annäherung der beiden wichtigen US-Verbündeten. Kurz vor dem Besuch des südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol an diesem Donnerstag und Freitag in Tokio erfuhr die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag aus Regierungskreisen, dass Ministerpräsident Fumio Kishida im Sommer einen Gegenbesuch in Seoul erwäge. Zuvor ist Kishida im Mai Gastgeber des G7-Gipfels demokratischer Wirtschaftsmächte. Als erstes südkoreanisches Staatsoberhaupt seit zwölf Jahren wird Yoon Kishida zu bilateralen Gipfelgesprächen in Japans Hauptstadt Tokio treffen.

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Ein Regierungssprecher in Tokio äußerte im Vorfeld die Erwartung, dass Yoons Besuch zu einer Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen beitragen werde. Südkorea sei Japans "wichtiger Partner", mit dem man hinsichtlich verschiedener Herausforderungen in der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeite. Auch das Präsidialamt in Seoul äußerte die Hoffnung, der zweitägige Besuch werde helfen, die "unglückliche Geschichte" zwischen beiden Ländern zu überwinden. Es sei ein "wichtiger Meilenstein" zur Verbesserung der Beziehungen.

Südkoreas konservative Regierung hatte zuletzt Pläne zur Beilegung des jahrzehntelangen Streits um die Entschädigung ehemaliger koreanischer Zwangsarbeiter unter der Kolonialherrschaft Japans (1910 bis 1945) verkündet. Der Vorschlag sieht vor, dass private Gelder - vornehmlich von südkoreanischen Unternehmen - in einen öffentlichen Fonds fließen, um Zwangsarbeitsopfer oder Hinterbliebene zu entschädigen. Kishida hatte Südkoreas Entscheidung begrüßt und gesagt, sie werde zur Wiederherstellung "gesunder Beziehungen" beitragen. In Südkorea selbst ist der Entschädigungsplan umstritten.  © dpa

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