Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat laut Angaben aus ihr nahestehenden Kreisen die Verantwortung für die Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg übernommen. Nach der Attacke schweben drei Menschen in Lebensgefahr. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte bei einer Pressekonferenz jedoch, dass es bisher keine Hinweise für eine Verbindung zur Terrormiliz geben.

Bei dem Angreifer handele es sich um einen IS-Kämpfer, berichtete die IS-nahe Nachrichtenagentur "Amak" am Dienstag im Internet. Der Angreifer habe auf Aufrufe reagiert, die Länder der internationalen Koalition anzugreifen, die den IS bekämpfen.

Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. In ähnlicher Form hatte der IS zuvor die Verantwortung für das Attentat von Nizza übernommen. Eine Erklärung direkt von der Terrormiliz wurde danach bislang nicht veröffentlicht. Unklar ist in beiden Fällen, ob der IS dabei nur als Trittbrettfahrer auftritt.

Herrmann: "Keinerlei Indizien" für Vernetzung

Obwohl der IS die Tat für sich beanspruche, gebe es nach dem bisherigen Ermittlungsstand "keinerlei Indizien" für eine Vernetzung des 17 Jahre alten Angreifers mit islamistischen Netzwerken, sagte Herrmann bei einer Pressekonferenz in München.

Nach der Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg hatten Ermittler Hinweise auf einen möglichen radikal-islamischen Hintergrund des erschossenen Täters entdeckt. "Bei der Durchsuchung seines Zimmers ist auch eine handgemalte IS-Flagge gefunden worden", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im ZDF-"Morgenmagazin".

17-Jähriger ging mit Messer auf Fahrgäste los

Der 17-Jährige afghanischer Herkunft war am Montagabend mit einer Axt und einem Messer auf Fahrgäste in einem Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld losgegangen. Vier Menschen wurden schwer und einer leicht verletzt. Drei Menschen schweben in Lebensgefahr.