Naturkosmetik ganz einfach selbst gemacht: So geht's

Kosmetikartikel sind oft nicht nur teuer, sondern beinhalten auch schädliche Inhaltsstoffe. Trotzdem muss man nicht gänzlich auf die Pflegeartikel verzichten, sondern kann sie leicht selbst herstellen. Wie das geht, zeigt die Galerie. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Pflegeprodukte sind gesund für Haut und Haar? Das stimmt nicht immer - oft ist sogar das Gegenteil der Fall. Viele konventionelle Kosmetikprodukte beinhalten Stoffe, die Allergien auslösen, dem Körper schaden und die Umwelt verschmutzen. Besser ist es, auf selbst gemachte Produkte zurückzugreifen. Die Galerie zeigt ein paar einfache Rezepturen.
Naturkosmetik besteht aus natürlichen Rohstoffen, die in der Umwelt abbaubar sind und vom Körper aufgenommen werden können. Meist lassen sich mit Naturkosmetik auch Tierversuche, Mikroplastik und Müll vermeiden. Selbstgemachte Kosmetik hat zudem den Vorteil, dass zum Beispiel Allergiker die Inhaltsstoffe auf ihre Bedürfnisse abstimmen können.
Allerdings sollten ätherische Öle immer vorher auf eine allergische Reaktion getestet werden. Das verwendete Material sollte sauber oder sogar steril sein und die Zutaten Bio-Qualität haben. Ratsam ist außerdem, nicht zu große Mengen von einem Produkt herzustellen: Die Haltbarkeitsdauer ist deutlich kürzer als bei gekauften Produkten.
Mithilfe von drei Esslöffeln Kaffeesatz und fünf Esslöffeln Olivenöl lässt sich ein wirksames Peeling herstellen: Die beiden Zutaten werden vermischt und auf das Gesicht massiert. Auch ein Kokos-Peeling wirkt Wunder: Dazu einen Esslöffel Zucker mit einem Esslöffel weichem Kokosöl verrühren. Nach der Anwendung mit lauwarmem Wasser entfernen.
Viele schwören auf eine saure Rinse als Ersatz für eine Spülung nach der Haarwäsche. Doch wie funktioniert die? Einfach zwei Esslöffel Apfelessig in einen Liter Wasser geben, mischen und nach dem Waschen über die Haare gießen. Der Essig muss nicht ausgespült werden. Und keine Angst: Der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen der Haare.
Die NoPoo-Methode, also das Waschen der Haare nur mit Wasser, ist nicht jedermanns Sache. Aber das muss auch nicht sein, um Chemie zu vermeiden: Ein wirksames Shampoo kann durch eine Mischung aus 230 Milliliter Wasser und vier Esslöffel Roggenmehl ersetzt werden. Die Mixtur wird in die Haare einmassiert und nach fünf Minuten wieder ausgewaschen.
Eine halbe, ausgepresste Zitrone und 50 Milliliter flüssiges Kokosöl - mehr braucht es nicht für eine einfache Haarkur. Die Paste einfach nach dem Haarewaschen einmassieren, ein Handtuch um den Kopf wickeln, warten und nach einer halben Stunde lauwarm ausspülen - fertig ist die selbstgemachte Haarkur.
Natürliche Öle sind generell gut für die Haare und können beliebig auch als Haaröl in die Haarspitzen einmassiert werden. Kokos- oder Jojobaöl beispielsweise ist gut für die Feuchtigkeit, Sesamöl schützt die Haare und Amla-Öl verhilft dem Haar zu Glanz. Auch Olivenöl ist vor allem für trockenes Haar geeignet. Bei den Ölen auf Bio-Qualität achten.
Wer gerne Deo-Roller benutzt, kann einfach den nächsten aufheben und selbst eine Flüssigkeit einfüllen: Dafür 100 Milliliter Wasser erhitzen, zwei Teelöffel Speisestärke dazumischen und aufkochen. Ist die Paste abgekühlt und etwa lauwarm, dann werden zwei Teelöffel Natron beigefügt. Ein ätherisches Öl sorgt für den gewünschten Duft.
Auch Sprühflaschen lassen sich selbst befüllen. Dazu wird in 90 Milliliter abgekochtem und abgekühltem Wasser ein Teelöffel Natron aufgelöst. Auch hier verleihen ätherische Öle das gewünschte Aroma. Mit Wasser verdünnter Apfelessig (Verhältnis 1:10) hat die gleiche Wirkung. Vor der Benutzung des Deos die Flasche noch mal ordentlich schütteln.
Wem das Ganze zu flüssig ist, kann auf die immer beliebter werdende Deocreme zurückgreifen - und auch die lässt sich einfach selbst herstellen. Dazu werden fünf Gramm Jojobaöl in 20 Gramm geschmolzener Sheabutter eingerührt. Wenn die Paste aus dem Wasserbad genommen ist, werden vor dem Abkühlen noch 20 Gramm Natron beigefügt.
Es gibt zahlreiche natürliche Duschseifen - wer allerdings doch lieber flüssiges Duschgel hat, kann 30 Gramm fein geriebene Kernseife in 400 Milliliter warmem Wasser auflösen. Wichtig dabei ist das regelmäßige Umrühren der Flüssigkeit - auch beim Abkühlen. Wer trockene Haut hat, kann zwei Esslöffel Olivenöl beimischen, während das Gel kalt wird.
Trockene Hände sind besonders in den kalten Jahreszeiten ein Problem. Dagegen hilft eine selbstgemachte Creme: 50 Gramm Kakaobutter werden mit 40 Gramm Kokosöl vermischt und in einem heißen Wasserbad geschmolzen. Wer mag, kann einen Teelöffel Oliven- oder Traubenkernöl beimischen. Die Paste wird in Gläsern im Kühlschrank abgekühlt - und auf feuchte Hände aufgetragen.
Ähnliches gilt auch für eine Körpercreme: 150 Gramm Kokosöl zu 150 Gramm im Wasserbad geschmolzener Sheabutter mischen. Sobald die Paste fest ist, kann ein Esslöffel Mandelöl dazugemischt werden. Im Anschluss daran wird das Ganze mit einem Mixer cremig gerührt. Für den gewünschten Duft sorgen wenige Tropfen eines ätherischen Öls.
Allerdings geht es auch einfacher: Bereits aus einer Mischung aus einem Pflanzenöl und einem Aloe-Vera-Gel im Verhältnis 1:1 kann eine Körpercreme gezaubert werden. Das Öl und das Gel werden bis zur gewünschten cremigen Konsistenz mit einem Mixer verrührt.
Feste Seifen gibt es überall zu kaufen. Flüssigseife zwar auch, doch lässt sie sich auch mit Bio-Kernseife selbst herstellen. Dazu 25 Gramm Seifenraspeln mit 500 Milliliter Wasser kochen und abkühlen. Regelmäßiges Rühren nicht vergessen! Je nach Vorlieben kann danach ein Teelöffel Honig, Kokos- oder Olivenöl hinzugemischt werden, bevor die Paste mit einem Mixer cremig gerührt wird.
Wimperntusche selbst herstellen? Das geht! Vorausgesetzt, man hat die richtigen Zutaten. Sie benötigen eine Prise Speisestärke, einen Teelöffel feine weiße Tonerde und einen Teelöffel Aktivkohle. Das Ganze vermischen und mit einem Teelöffel Wasser und einem halben Teelöffel Aloe-Vera-Gel kräftig verrühren. Zum Abschminken am besten Olivenöl verwenden.
Zahnpastatabs sind gängige Alternativen für die müllverursachenden Zahnpastatuben. Aber wie wäre es mal mit Zahnpastapulver? Dazu fünf Esslöffel getrocknete Rosenblütenblätter, drei Esslöffel getrocknete Minze, einen Teelöffel Natron, einen Teelöffel Heilerde und einen Teelöffel Xylitol (Birkenzucker) mahlen - und die Mischung auf die Zahnbürste geben.
Und auch Zahnpasta muss nicht unbedingt in einer Tube gekauft werden, sondern kann selbst hergestellt werden: Einfach einen Teelöffel geriebenen Ingwer, einen Esslöffel Pfefferminzblätter, zwei Esslöffel Wasser und einen Teelöffel Natron pürieren und durch ein Tuch gießen. Die dabei entstandene Flüssigkeit mit zwei Esslöffeln Heilerde mischen.
Ein gängiges Rezept für eine selbstgemachte Mundspülung lautet wie folgt: 250 Milliliter Wasser wird aufgekocht und abgekühlt. Wenn es lauwarm ist, wird es mit einem Teelöffel Natron und 20 Gramm Xylitol (Birkenzucker) vermischt. Wer mag, kann fünf Tropfen eines ätherischen Öls hinzufügen. Vor dem Benutzen die Flüssigkeit kräftig schütteln.