Erfrischend, aromatisch und saftig: Melonen versüßen uns den Sommer. Eine Expertin gibt Rat, auf welche Qualitätsmerkmale wir beim Kauf achten sollten.

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Netz- oder auch Cantaloup-Melone, Wintermelone, Wassermelone: Obwohl äußerst beliebt, sind die Vielfalt und die Eigenheiten dieses wunderbaren Gemüses wenig bekannt. Da fängt es schon an: Melonen sind gar kein Obst, sondern ein Fruchtgemüse, verwandt mit anderen Kürbisgewächsen wie Zucchini und Gurke.

Gutes Zeichen: Stiel von Netzmelone löst sich ab

Wie sie schmecken und woran man beim Einkaufen erkennt, ob sie gut sind, hängt von der Sorte ab. Mit einfachen Tricks lässt sich etwa die Reife einer Wassermelone oder der sogenannten Netz- oder auch Cantalopu-Melone gut feststellen.

Netzmelonen sind rund oder oval und zeichnen sich durch ihre netzartige, raue Schale aus.

"Wenn sich der Stiel einer Netzmelone ablöst, ist das ein Zeichen für beginnende Reife", erklärt Ulrike Bickelmann von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Ein weiteres Reifemerkmal sei, wenn die gegenüberliegende Seite des Stiels stark durch die Schale duftet. Doch Bickelmann warnt: "Die Netzmelone darf niemals am ,Äquator' weich sein."

Piel de Sapo: Je mehr Risse desto besser

Einem Football ähnelt die beliebte Sorte Piel de Sapo, die nicht zu den Netz-, sondern zu den sogenannten Wintermelonen zählt. Sie fällt durch ihre grüne runzlige Schale auf, weshalb die Spanier die Futoromelone auch "Krötenhaut" nennen.

Das Fruchtfleisch der Piel de Sapo ist grünlich-weiß, die gelb-grüne Schale hat dunkeldrüne Flecken und Risse.

"Diese Haut entsteht durch Wachstumsrisse. Je mehr dieser Risse sie hat, umso besser ist sie", weiß Bickelmann. Das verspricht ein weißes, saftiges Fruchtfleisch und eine dünne Schale. Fühlt sich die Melone allerdings weich an, sollte man die Hände davon lassen: "Dann gärt sie schon", so die Fruchtexpertin.

Honigmelone bei gutem Obsthändler kaufen

Was wir gemeinhin als "Honigmelone" bezeichnen, zählt wie die Piel de Sapo nicht zu den Netz-, sondern zu den Wintermelonen.

Die Gelbe Kanarische Melone wird auch Honigmelone genannt. Ihre Schale ist leuchtend gelb, glatt oder leicht faltig. Ihr grünlich-weißes Fruchtfleisch schmeckt süß bis sehr süß.

Bei der klassischen Honigmelone lässt sich von außen nur schwer sagen, ob sie reif ist. Weder der Stiel noch der Duft sagen etwas über die Reife aus, denn Wintermelonen sind auch in reifem Zustand fest. "Ein guter Händler muss eine aufschneiden und sollte kosten lassen", sagt Bickelmann.

Wassermelone: Klopftest machen

Einfacher ist es wiederum bei der Wassermelone, denn hier hilft ein Trick. Laut Bickelmann schlägt man mit der flachen Hand leicht auf die Melone: "Wenn sie vibriert, dann ist sie genau richtig." Wenn nicht, ist sie innen weich und wattig.

Besonders erfrischend im Sommer: die Wassermelone. Sie sollte beim Kauf fest sein. Gibt die Frucht auf Fingerdruck nach, ist das ein schlechtes Zeichen.

Klopft man gegen das Fruchtgemüse, sollte ein Schall zu hören sein. Auch die Melone genau anzusehen, lohne sich: "Je gelber der Fleck, auf dem die Melone auf dem Feld gelegen hat, umso reifer ist sie", sagt Bickelmann.

Nur kurzzeitig im Kühlschrank lagern

Bei allen Melonen sollte man laut BLE darauf achten, dass die Schale nicht beschädigt und keine kleinen braunen Flecken aufweist: Sie führen zu Fäulnis im Fruchtfleisch. Lagern sollte man sie nicht in der Nähe von anderem Gemüse oder Obst. In den Kühlschrank kann man sie für einen erfrischenden Genuss kurz vor dem Verzehr legen, lagern sollte man sie dort aber nicht. (af)

Verwendete Quellen:

  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
  • dpa
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