Mehr als Fish & Chips: Diese britischen Gerichte sollten Sie kennen

Viele denken bei britischem Essen an das Fast-Food-Gericht Fish & Chips. Denn das gibt es in Großbritannien an jeder Ecke. Doch die britische Küche bietet noch mehr - teilweise kuriose- Leckerbissen. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Jedes Pub in Großbritannien bietet am Wochenende "Sunday Roast" an. Das Gericht mit geschmortem oder gebratenem Sonntagsbraten aus Rinder-, Huhn-, Lamm- oder Schweinefleisch wird mit Ofenkartoffeln und wechselndem Gemüse je nach Saison und Region serviert. Dazu passt Gravy-Sauce aus Mehlschwitze und wahlweise auch "Mash" - ein Püree aus Steckrüben, Erbsen oder Pastinaken.
Rinderbraten wird traditionell auch oft mit "Yorkshire Pudding" serviert. Hergestellt wird die Beilage aus Mehl, Milch und Eiern. Mit etwas Öl wird der Teig in eine Backform speziell für Yorkshire Puddings oder in eine Muffinform portioniert und im Ofen goldgelb gebacken. Vor allem mit der Bratensoße schmeckt das Backwerk vorzüglich.
Aus dem Teig für Yorkshire Puddings lässt sich ein weiteres britisches Nationalgericht zaubern - mit dem kuriosen Namen "Toad in the hole" (zu Deutsch: Kröte im Loch). Dafür werden gebratene Würstchen mit dem Teig sowie Zwiebelringen in eine ofenfeste Form gegeben. Der Bratwürstchen-Auflauf wird mit Gemüse und Bratensoße serviert.
"Bangers and Mash": Übersetzt heißt dieses Gericht Würstchen mit Brei. Dabei werden für das beliebte Pub-Gericht Bratwürstchen aus Schweine-, Rind- oder Lammfleisch mit Kartoffelpüree, frittierten Zwiebeln und einer Bratensoße serviert. Das Wort "Bangers" kommt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, als Würstchen aus Mangel an Fleisch mehr Wasser enthielten und manchmal beim Braten platzten.
Zu einem typischen "Full English Breakfast" - vor allem am Wochenende mit genug Zeit, ausgiebig zu frühstücken - gehören unterschiedliche warme Speisen. Je nach Geschmack wählt man aus Würstchen oder Kippers (geräucherter Hering) gebratenen Tomaten, Pilzen, Bohnen in Tomatensoße, Speck und Eiern. Dazu darf Toastbrot und eine Tasse schwarzer Tee mit Milch nicht fehlen.
Je nachdem in welcher Region Großbritanniens man frühstückt, zählen noch weitere Gerichte zu einem "cooked breakfast". So kann in Yorkshire oder Lancashire auch "Black Pudding", eine gebackene Blutwurst, auf der Karte stehen. In Irland und Schottland findet sich öfter "White Pudding" auf dem Speiseplan - eine Speise aus Schweinefleisch, Brot und Haferflocken.
"Porridge" findet auch hierzulande immer mehr Liebhaber. Und das nicht ohne Grund. Denn das warme Frühstück aus Haferflocken ist nicht nur gesund, es hält auch lange satt. Je nach Belieben wird Haferschleim klassisch mit Wasser, Milch, Nuss- oder Getreidedrinks zubereitet und mit unterschiedlichsten Früchten und Beeren der Saison serviert. Dazu passen Honig, Nussmus oder Blütenpollen.
In England werden vor allem mittags sehr gerne "Pies" und "Pasties", wahlweise auch mit Salat, gegessen. Diese Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln, Käse, Fleisch oder Champions gibt es bei jedem Bäcker zu kaufen. "Cornish Pasty" stammt dabei ursprünglich aus der Region Cornwall und beschreibt eine halbrunde Teigtasche, gefüllt mit Fleisch, Zwiebeln und Steckrübe.
In vielen Supermärkten und Bäckereien werden bereits fertige Sandwiches verkauft, die viele Briten als Mittagsmahlzeit zu sich nehmen. Zu den beliebten Varianten zählen Käse mit Pickles, Speck mit Tomate und Salat, Hühnchen mit Ei oder Käse mit Schinken. Dazu wird oft eine Packung Chips verzehrt.
Ein weiteres Pub-Essen ist das sogenannte "Ploughman's Lunch". Das klassische Arbeiteressen umfasst eine kalte Käseplatte mit unterschiedlichen Cheddar-Sorten, Pickled Onions (eingelegte Zwiebelchen), Chutney (Obst und Gemüse in Zucker und Essig eingekocht), hart gekochte Eier, Schinken und ein paar Scheiben Sauerteigbrot. Dazu passt ein Craft-Bier.
"Scotch Eggs" sind eine britische Spezialität, die entweder kalt oder warm gegessen werden kann. Dafür werden hart gekochte Eier mit Wurstbrät umhüllt, mit Brotbröseln paniert und anschließend in heißem Öl frittiert. Die Snacks findet man in jedem Supermarkt, sie dienen zudem als ideales Katerfrühstück.
Das traditionelle Eintopfgericht "Irish Stew" besteht aus Hammel- oder Lammfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Petersilie. Wahlweise werden auch Karotten, Pastinaken, Steckrüben oder Graupen hinzugefügt. Früher wurde das Gericht als Arme-Leute-Essen angesehen, da man auch das Fleisch von älteren Schafen verwendete, welches man stundenlang über offenem Feuer zart kochen musste.
Neben gewöhnungsbedürftigen Speisen wie Aal-Sülze (Jellied eel) oder Black Pudding ist auch dieses schottische Nationalgericht nichts für schwache Nerven oder Mägen. Denn für "Haggis" wird ein Schafsmagen mit Innereien wie Herz, Leber, Lunge sowie Zwiebeln und Hafermehl gefüllt. Aufgeschnitten wird der Magen erst bei Tisch und mit Kohlrüben- oder Kartoffel-Püree verspeist.
Bei diesem Gericht namens "Welsh Rarebit" aus der walisischen Küche wird geschmolzener Käse mit Kräutern und Gewürzen auf Brot oder Crackern gereicht. Das Gericht wurde bereits im 18. Jahrhundert in einem Kochbuch erwähnt. In neuester Zeit wird das Brot mit regionalem "Farmhouse Cheese" sowie Senf, Pfeffer, Paprikapulver, einem Schuss Ale und Worcestersoße zubereitet.
Auch Süßspeisen mit eigentümlichen Namen bereichern die britische Küche. So sorgt das Dessert "Spotted Dick" regelmäßige für verlegene Schmunzler. Doch ungeachtet des pikanten Namens schmeckt der gedämpfte Pudding mit Trockenfrüchten wie etwa Korinthen vorzüglich. Zudem wird, wie bei vielen britischen Nachspeisen, "Custard" serviert - eine Creme aus Eigelb, Zucker und Milch.
Das sogenannte "Eton Mess" stammt dem Namen nach aus dem renommierten Eton-College, wo die Nachspeise bereits in den 1930er-Jahren in der Schule serviert wurde. Das Dessert wird traditionell aus Erdbeeren oder anderen Früchten, zerbrochenen Baiserstücken und Schlagsahne hergestellt. Dafür werden Dessertgläser schichtweise mit den Zutaten gefüllt und mit Minzblättern garniert.
Der Nachmittags-Tee genießt in Großbritannien eine lange Tradition und auch "Scones" mit "Clotted Cream" haben ihren Ursprung im Vereinigten Königreich. Der Klassiker besteht aus weichen Brötchen, gebacken mit viel Butter und wahlweise auch Rosinen, und mit sogenannter Clotted Cream (dicker Rahm) und Erdbeermarmelade serviert werden.
"Apple Crumble" ist ein einfacher Apfelkuchen, der ohne Boden, aber dafür mit vielen Streuseln gebacken wird. Dafür würzt man im ersten Schritt geschnittene Apfelstückchen mit Zimt und Zucker in einer Auflaufform und streut Teig-Streusel aus Butter, Zucker und Mehl darüber. Der Crumble wird traditionell frisch aus dem Ofen serviert - wahlweise mit "Custard" oder Vanilleeis.
Diese typisch englische Süßspeise namens "Trifle" besteht aus verschiedenen Schichten. Dabei wird als unterste Schicht ein Biskuitboden oder zerbröselte Kekse mit Whiskey getränkt. Danach werden klein geschnittene Früchte oder auch Dosenobst darauf gelegt, alles mit Vanillepudding bedeckt und als letzte Schicht mit Schlagsahne garniert.
"Christmas Pudding" wird traditionell am ersten Weihnachtsfeiertag serviert und meist nach altem Familienrezept hergestellt. Der gedämpfte Pudding besteht aus vielen Trockenfrüchten, Nüssen, Honig, Nelken, Zimt, Mehl und Eiern und erhält durch seine lange Reifezeit einen besonderen Geschmack. Kurz vor dem Verspeisen wird der Pudding mit Brandy übergossen und flambiert.