Alles außer Kuhmilch: Diese Pflanzendrinks gibt es und das taugen sie

Sie möchten auf Kuhmilch verzichten und suchen nach passenden Alternativen? Mittlerweile sind viele verschiedene Sorten Pflanzendrinks verfügbar - selbst bei Discountern. Wir zeigen Ihnen, welche Ersatzprodukte es gibt und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Noch vor gut zehn Jahren galt man als Exot, wenn man im Restaurant nach einer Sojamilch zu seinem Kaffee fragte. Heute ist das Staunen nicht mehr groß, wenn Sie nach veganen Alternativen zur Kuhmilch fragen. Der Trend geht eindeutig zugunsten einer veganen Ernährung.
Eines muss man der Kuhmilch lassen: Hinsichtlich ihres Kalziumgehalts gewinnt sie gegen alle Pflanzendrinks. Sie können das wichtige Kalzium jedoch durch den Verzehr von grünem Gemüse ausgleichen. Wenn Sie viel Broccoli, Spinat und Grünkohl essen, dann brauchen Sie sich gar keine Sorgen machen - denn Sie sind mehr als gut versorgt.
Manche greifen zu Pflanzenmilch, weil es ihnen einfach besser schmeckt. Doch wenn Sie grundsätzlich den Geschmack von Kuhmilch mögen, aber aus ethischen Gründen eine tierleidfreie Ernährung beginnen möchten, sollten Sie erstmal alle Pflanzendrinks durchprobieren. Nur weil Ihnen der klassische Sojadrink nicht schmeckt, heißt es noch lange nicht, dass Sie ab sofort Ihren Kaffee schwarz genießen müssen.
Übrigens: Die Bezeichnung "Milch" darf rein rechtlich nur für tierische Milch von Kühen, Ziegen oder Schafen verwendet werden. Das stiftet oft Verwirrung beim Verbraucher. Lassen Sie sich nicht von dem Begriff "Mandeldrink" oder "Sojadrink" abschrecken. Damit ist der pflanzliche Ersatz zur tierischen Milch gemeint, er kann auf dieselbe Art verwendet werden - im Müsli, als Kakao oder im Kaffee.
Sojadrinks lassen sich aufgrund ihres hohen Proteingehalts im Vergleich zu anderen Pflanzendrinks besonders gut aufschäumen. Doch auch unter den Sojamilchsorten gibt es Unterschiede, nicht jede ist für Cappuccino und Co. gut geeignet. Spezielle Barista-Editionen lassen sich am besten aufschäumen. Allerdings wurden diesen Drinks nachträglich Fette und Proteine hinzugefügt.
Besonders beliebt ist Hafermilch. Sie punktet durch milden, bekömmlichen Geschmack - und durch Nachhaltigkeit. Es gibt viel Hafer aus regionalem Bioanbau, daher kann dieser Milchersatz mit gutem Gewissen verzehrt werden. Besonders lecker schmeckt Hafermilch durch ihren natürlich süßen Geschmack zum Müsli. Allerdings enthält Hafermilch Gluten und im Vergleich zu Kuhmilch nur wenig Proteine und Nährstoffe.
Obwohl es Hafermilch mittlerweile in fast jeder Supermarktkette gibt, sind andere Getreidedrinks wie Hirse- oder Dinkelmilch bislang nur in Bioläden erhältlich. Alle Getreidedrinks sind in der Regel kalorien- und fettärmer als Vollmilch.
Mit ihrem nussigen Aroma eignet sich Mandelmilch gut zum Backen oder schmeckt zu Müsli. Sie ist weniger verbreitet als Soja- und Hafermilch, mittlerweile findet man Mandelmilch aber bei einigen Discountern. Sie enthält nur relativ wenig Proteine und Kalzium, dafür aber reichlich Spurenelemente und Vitamine bei einem niedrigen Fettgehalt. Weitere Milchalternativen aus Nüssen sind Haselnuss- oder Cashewmilch.
Weit verbreitet ist die Milchalternative aus Reis. Obwohl Reismilch nicht mit Nährstoffen punkten kann, so ist sie gerade für Allergiker gut geeignet. Sie ist laktose-, gluten- und natürlich milcheiweißfrei. Geschmacklich ist Reismilch leicht süßlich, daher passt sie gut zur Zubereitung von Süßspeisen wie zum Beispiel Grießbrei. Optisch handelt es sich beim Reisdrink um eine recht dünne Milchalternative.
Vorsicht bei Reismilch: Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, Reismilch Säuglingen zu trinken zu geben. Der Arsengehalt ist zu hoch und der Nährstoffgehalt zu niedrig, um richtige Milch zu ersetzen.
Nein, Hanfmilch macht nicht high. Statt einem Rausch versprechen Hanfdrinks lediglich, eine tierleidfreie Alternative zur Kuhmilch zu sein. Die Hanfmilch wird aus Hanfsamen hergestellt und enthält wertvolle Omega3-Fettsäuren und pflanzliches Protein. Nachteil: Sie ist noch nicht weit verbreitet und wird in der Regel für einen stolzen Preis angeboten.
Eine ebenfalls seltene Milchalternative ist die Lupinenmilch. Bekannter sind in veganen Kreisen Frischkäsealternativen aus Lupinen oder das Lupinenschnitzel. Vorteile von Lupinen sind die Möglichkeit des regionalen Anbaus und der hohe Proteingehalt. Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen sind ebenfalls enthalten.
Die Erbsenmilch wird aus gelben Spalterbsen hergestellt, daher ist sie auch nicht grün. Es handelt sich dabei um eine ziemlich neue Milchalternative, die ihren Ursprung in den USA hat. Geschmacklich kommt sie nicht an Kuhmilch heran. Sie ist eher wässrig, im Nachgeschmack erinnert sie an Sojamilch. Erbsenmilch ist ebenfalls reich an Proteinen.
Kokosmilch - diese darf tatsächlich so heißen - ist vor allem eine gute Alternative zur Sahne. Sie besteht aus verdünntem Kokosnussextrakt. Kokosdrinks, die als Milchalternative verkauft werden, enthalten weniger als zehn Prozent Kokosmilch. Allerdings mag nicht jeder den typischen Kokosgeschmack, der ziemlich dominant sein kann.
Bei allen Pflanzendrinks sollten Sie vor dem Kauf ganz genau auf die Zutatenliste schauen. Es gibt viele Sorten, die mit Zucker angereichert sind, um sie geschmacklich aufzubessern. Je weniger Zutaten, desto besser.