Paranüsse kennen wir vor allem als Teil von Nussmischungen, wie etwa Studentenfutter. Obwohl sie als sehr gesund gelten, werden die großen Nüsse immer wieder kritisiert und stehen im Verdacht, ungesund, gar giftig zu sein. Dabei ist die Nuss eine echte Nährstoffbombe und kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten senken. Allerdings sollte man sie aufgrund ihrer relativ hohen Strahlenbelastung nur in Maßen genießen.

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Woher kommen Paranüsse?

Paranüsse werden in südamerikanischen Regenwaldgebieten angebaut, vor allem in Brasilien, was ihnen auch die Namen "Brasilnuss", "Brasilkastanie" und "Amazonenmandel" eingebracht hat. Obwohl die Nüsse ganzjährig in den Läden erhältlich sind, liegt ihre eigentliche Erntezeit im Januar und Februar.

In welchen Formen gibt es Paranüsse zu kaufen?

Paranüsse sind entweder geschält oder ungeschält erhältlich. Die geschälten Nüsse sind hierzulande weitaus verbreiteter und eignen sich hervorragend als schneller Snack oder zum Backen. Die ungeschälten Nüsse dagegen sind schwieriger erhältlich. Hierbei sollten Sie bedenken, dass die harte Schale der Nuss ungefähr die Hälfte des Gesamtgewichts ausmacht. Kaufen Sie also ein Kilogramm ungeschälte Nüsse, bleiben Ihnen am Ende circa 500 Gramm reine Nuss.

Nährwertangaben zur Paranuss

Wer gerade auf Diät ist, sollte Paranüsse mit Vorsicht genießen. 100 Gramm enthalten ungefähr 670 Kilokalorien. Wie die meisten anderen Nüsse enthalten auch Paranüsse große Mengen an wichtigem Protein, das gerade für den Muskelaufbau unverzichtbar ist. Mit satten 17 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm sind sie daher tolle Proteinlieferanten.

Allerdings haben Paranüsse auch einen besonders hohen Fettanteil. Auf 100 Gramm Nüsse kommen satte 68,1 Gramm Fett. Dabei handelt es sich jedoch überwiegend um einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Des Weiteren finden sich in Paranüssen noch 4,1 Gramm Kohlenhydrate und 4,9 Gramm Ballaststoffe, die dafür sorgen, dass unser Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigt, somit bleiben wir länger satt. Sie fördern außerdem die Verdauung und schützen vor Verstopfung, indem sie Wasser im Darm binden.

Welche Nährstoffe stecken in Paranüssen?

Paranüsse liefern viele wertvolle Proteine und Mineralstoffe. So sind sie beispielsweise reich an Magnesium, Kupfer, Kalium und Zink. Kalium sorgt für das Gleichgewicht in unserem Säure-Basen-Haushalt und spielt eine wichtige Rolle beim Weiterleiten von Nervenimpulsen, während Zink sich positiv auf Haut und Haare auswirkt.

Darüber hinaus gilt die Paranuss neben der Kokosnuss als der größte natürliche Lieferant für Selen. Dieses Spurenelement hilft dem Körper bei der Abwehr von freien Radikalen, die sich zellschädigend auswirken können. Selen stärkt außerdem auch die Abwehrkräfte und das Immunsystem und hilft bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen. Die vielen Aminosäuren in den Paranüssen verstärken diesen Effekt und erleichtern dadurch die Selen-Aufnahme.

Gesundheitliche Wirkung von Paranüssen

Bei einer chronischen Schilddrüsenentzündung, der sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis, stellen sich Paranüsse als echte Wunderwaffen heraus. Bei dieser relativ häufig vorkommenden Autoimmunerkrankung handelt es sich zwar grundsätzlich um eine Erbkrankheit, sie kann aber auch ausbrechen, wenn es dem Körper an Selen mangelt. Bei der Behandlung von Hashimoto werden Betroffenen circa 15 Gramm Nüsse am Tag empfohlen.

Durch ihren hohen Anteil an Zink und Magnesium regen Paranüsse zudem die Produktion des Sexualhormons Testosteron an. Dieses fördert beispielsweise den Muskelaufbau, ist für den Fettabbau zuständig und wird außerdem sowohl von Männern als auch von Frauen für die Gedächtnisleistung, die Konzentration und die Bildung von roten Blutkörperchen benötigt.

Auch für Kinder sind Paranüsse ein wertvolles Lebensmittel, denn ihr hoher Gehalt an Phosphor, Magnesium und Calcium stärken Knochen und Zähne.

Besonderheiten: Ist die Paranuss giftig?

Häufig wird kritisiert, dass besonders geschälte Paranüsse anfällig für Schimmel und giftige Aflatoxine sind, die bereits in geringen Mengen krebserregend sein können. Aflatoxine befinden sich in vielen Trockenprodukten, wie etwa Getreide, Hülsenfrüchten oder Tee und bilden sich vor allem bei falscher Lagerung der Lebensmittel.

Die in Deutschland erhältlichen Paranüsse werden aber bereits bei der Einfuhr sorgfältig überprüft, sodass nur niedrige Aflatoxin-Werte nachgewiesen werden können. Dennoch sollten Sie beim Verzehr auf Farbe, Geschmack und Konsistenz achten: Schmecken die Nüsse muffig oder bitter, oder sind sie verfärbt, sollten Sie diese besser entsorgen.

Paranüsse enthalten Radium

Paranüsse sollten zudem auch nur in Maßen verzehrt werden. Experten des Bundesamts für Strahlenschutz raten hier, nicht mehr als zwei Stück pro Tag zu essen, denn neben all den Inhaltsstoffen, die sich gesundheitsfördernd auswirken, enthalten Paranüsse auch den radioaktiven Stoff Radium.

Diesen ziehen die Paranussbäume aus der Erde auf und lagern ihn in ihren Samen ein. Radium sendet eine ionisierende Strahlung aus, die krebserregend sein kann. Bei einer gesunden Ernährungsweise ist der Verzehr einer geringen Menge Paranüsse jedoch unbedenklich.

Paranüsse sind zudem für die meisten Nussallergiker gut verträglich; Allergien kommen nur selten vor. Allerdings sollten Sie vorsichtig sein, wenn sie an Pollen-Allergien leiden, denn die Nüsse enthalten unter anderem Proteine, die mit Pollen-Proteinen eng verwandt sind und die bei Allergikern Beschwerden hervorrufen können.

Wo kann man Paranüsse kaufen?

Geschälte Paranüsse sind mittlerweile in fast jedem Supermarkt oder im Biomarkt erhältlich. Ungeschälte Paranüsse sind hingegen in Deutschland nicht so weit verbreitet und können am besten online bestellt werden.

Paranuss: Lagerung und Haltbarkeit

Paranüsse lagern Sie am besten kühl und trocken. Ungeschält sind sie bis zu drei Monate haltbar. Geschälte Nüsse sollten in einem Gefäß im Kühlschrank aufbewahrt und schnell verbraucht werden. (tsch)

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