Verführerisches Essen: Die geheimen Tricks der Food-Fotografie

Ihr Gemüseauflauf duftet und Sie möchten mit Ihren Kochkünsten angeben. Doch das fertige Foto zeigt statt kulinarischer Meisterleistung einen unappetitlichen Matsch. Keine Sorge: Wir zeigen Ihnen, mit welchen Profi-Tipps Food-Fotografie gelingt.

Nicht jeder gute Koch ist automatisch ein guter Food-Fotograf. Das beweisen zahlreiche Kochgruppen in sozialen Netzwerken. Schlecht ausgeleuchtete Teller mit glanzlosen Gerichten stehen auf einer unschönen fleckigen Unterlage. Wer Essen fotografiert, kann sich nicht ausschließlich auf sein glückliches Händchen für Schnappschüsse verlassen. Fotografen haben da nämlich ihre ganz eigenen Tricks ...
Professionelle Fotos von Essen schauen sehr appetitanregend aus. Doch oft sind die schmackhaft präsentierten Gerichte gar nicht essbar! Sogenannte Food-Stylisten (ja, die gibt es wirklich!) hübschen Essen mit teils ungenießbaren Hilfsmitteln auf ...
Vor allem bei der Werbefotografie wird viel geschummelt. Auf einem Foto mit einem perfekten Cappuccino sehen wir in Wirklichkeit Motoröl mit Rasierschaum. Der Schaum wird auch für einwandfreie Kronen auf Bier eingesetzt.
Gerade bei Flüssigkeiten wird viel getrickst in der Food-Fotografie. Kaffee wird mit Rotwein gestreckt, dann sieht die Farbe schöner aus, Tee ist in Wirklichkeit Kaffee mit Wasser. Getränke werden in der professionellen Fotografie häufig mit Wasser gestreckt, damit sie perliger aussehen und das Licht besser durchscheint.
Burger auf Bildern, die zum Reinbeißen anregen, sind in Wirklichkeit meist ungenießbar. Wussten Sie, dass Fleisch in der Food-Fotografie innen roh ist? Nur die Oberfläche wird mit einem Bunsenbrenner behandelt und mit etwas brauner Lebensmittelfarbe eingepinselt. Auch knusprig aussehendes Hähnchen wird mit dieser Methode zurecht gestylt.
Wenn Eis fotografiert werden soll, muss es schnell gehen. Sonst bleibt nur geschmolzene Masse für das Bild. Daher verzichten Fotografen häufig auf echtes Eis und formen mit dem Portionierer Eiskugeln aus Margarine und Lebensmittelfarbe.
Auch bei Eiswürfeln wird ordentlich getrickst. Bis die Bildkomposition stimmt und das perfekte Foto geschossen werden kann, wären die Eiswürfel schon längst geschmolzen. Mit künstlichen Acryl-Eiswürfeln erkaufen sich Fotografen Zeit, bis das beste Bild im Kasten ist. Damit die Fake-Eiswürfel einen echten frostigen Look haben, werden auch diese vorher eingefroren.
Leider verschwinden echte Kondensationstropfen auf Gläsern mit kalten Getränken viel zu schnell. Damit Drinks auf Bildern immer so aussehen, als hätte man sie frisch eingeschenkt, wird ein Gemisch aus Glycerin und Wasser auf die Gläser gesprüht.
Ein Bild von einer heißen Tasse Tee oder einem Teller leckerer Pasta sieht ohne sichtbaren Dampf nur halb so ästhetisch aus. Profis stellen kleine Nebelmaschinen oder Trockeneis hinter das Motiv. Möchten Sie auch einen Dampfeffekt erzeugen, tränken Sie einen Wattebausch in Wasser und erhitzen Sie ihn vorsichtig in der Mikrowelle. Anschließend platzieren Sie ihn hinter dem Objekt und fotografieren zügig.
Ein absolutes Muss für gelungenes Food-Styling ist die Pinzette. Sollen Salatblätter oder Kräuter auf eine bestimmte Stelle positioniert werden, klappt es am besten mit ihr. Auch die einzelnen Zutaten auf einem Burger können damit zurechtgezupft werden, damit das Endergebnis besonders appetitlich aussieht.
Um einen Burger im perfekten Winkel auf dem Foto erscheinen zu lassen oder die Erdbeere auf einem Stapel Pancakes an der richtigen Stelle zu halten, kommen Zahnstocher zum Einsatz, die unsichtbar alles zusammenhalten. Eine Mehrwegspritze ist ein unentbehrliches Werkzeug zum Absaugen von überflüssigen Flüssigkeiten. Hat das Portionieren von Saucen oder Dressings nicht ganz geklappt, wird mit der Spritze nachgeholfen.
Die schönsten Bilder gelingen bei Tageslicht. Positionieren Sie den angerichteten Teller in der Nähe eines Fensters. Wenn es draußen bereits dunkel ist, kreieren Sie softes Licht durch das Abdecken einer Schreibtischlampe mit Backpapier. Achten Sie auf unschöne Schatten im Hintergrund. Testen Sie bereits vor dem Kochen die Ausleuchtung durch einen Dummy auf Ihrem Teller.
Suppen sollten Sie frontal von oben fotografieren und Fleischgerichte besser seitlich. Oft reicht es für ein schönes Foto, wenn nur eine Detailansicht des Essens zu sehen ist. Probieren Sie es einfach aus - jedes Gericht kommt auf Fotos anders zur Geltung.
Die richtige Präsentation Ihrer Speisen ist ein Muss für ästhetische Food-Fotos. Mit makellosem Geschirr, schönen Servietten und hübschen Unterlagen setzen Sie Ihr Essen gekonnt in Szene. Eine verschmierte Küchenplatte und unappetitliche Spritzflecken an der Küchenwand lenken von jedem noch so schönen Gericht auf dem Teller ab.
Peppen Sie das Foto mit Deko-Elementen auf. Besonders frische Kräuter und Gemüse, die mit den Speisen auf dem Foto zu tun haben, bewirken Wunder. Knackige Tomaten und Parmesan am Stück platzieren Sie beispielsweise neben einen Teller mit Spaghetti Bolognese. Doch übertreiben Sie es nicht: Weniger ist manchmal mehr ...