Würzen, heilen, Prophylaxe: So vielseitig ist der Alleskönner Zwiebel

Zwiebeln sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil in Kochrezepten, sondern auch wertvolle Alleskönner in der Hausapotheke. Erfahren Sie in unserer Bildergalerie, in welchen Bereichen das Multitalent Zwiebel helfen kann. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Die Zwiebel wird seit mehr als 5.000 Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze verwendet. Im alten Ägypten wurde sie angeblich sogar als Zahlungsmittel beim Pyramidenbau genutzt und diente als Opfergabe. Außerdem galt sie als das Hauptnahrungsmittel der Sklaven. Bis heute hat das Lauchgewächs nicht an Bedeutung verloren.
Tatsächlich gibt es mehr als 600 Zwiebelsorten. Am häufigsten wird wohl die gelbe Gemüsezwiebel verwendet, die für ihre würzige, scharfe Note bekannt ist. Etwas weniger scharf ist die rote Zwiebel, die jedem Gericht eine schöne Farbe verleiht. Frühlingszwiebeln sind besonders mild im Vergleich und werden oft roh verzehrt. Die würzigen Schalotten wiederum werden vornehmlich für Saucen verwendet.
Zwiebeln punkten nicht nur durch ihren Geschmack, sondern auch durch ihre heilende Wirkung: Sie sind antibakteriell, tonisierend, auswurffördernd, harntreibend, krampflösend, unterstützen die Krebsprophylaxe, fördern die Gewichtsreduktion, senken den Blutdruck, die Blutfette und den Blutzucker, wirken anti-asthmatisch und blutverdünnend. Ganz schön beeindruckend!
Das Kraftpaket Zwiebel enthält viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Vor allem ist sie ein wertvoller Lieferant von Vitamin C, Folsäure und Kalium. Dabei ist sie kalorien- und fettarm: 100 Gramm Zwiebeln haben circa 30 Kalorien und so gut wie kein Fett.
Rote Zwiebeln enthalten die Pflanzenpigmente Anthocyane. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass diese sekundären Pflanzenstoffe vor bestimmten Krebsarten, Herzkrankheiten und Diabetes schützen können.
In einer niederländischen Studie aus dem Jahr 1996 entdeckten Forscher, dass durch den Verzehr einer halben Zwiebel pro Tag das Risiko für Magenkrebs um 50 Prozent sank.
Zwiebeln bereichern die Geschmackserlebnisse in Ihrem Mund und verdünnen gleichzeitig Ihr Blut. Die blutverdünnende Eigenschaft der Zwiebel soll einem Herzinfarkt vorbeugen. Außerdem schützen die schwefelhaltigen Substanzen in der Zwiebel vor Thrombose, da sie die Blutgerinnung hemmen.
Ein Klassiker der Hausapotheke ist der Zwiebelsaft bei diversen Erkältungen. Da Zwiebeln stark schleimlösend wirken, helfen sie bei Husten, Bronchitis und sogar Asthma.
So stellen Sie den Zwiebel-Hustensirup ganz einfach selbst her: Kochen Sie 500 Gramm geschnittene Zwiebeln in einem halben Liter Wasser und fügen Sie 350 Gramm Rohrzucker und 100 Gramm Honig hinzu. Rühren Sie das Ganze so lange, bis es dickflüssig wird. Sie können davon vier bis fünf Esslöffel täglich einnehmen.
Wenn Sie vor dem Zwiebelsirup zu viel Ekel empfinden, können Sie alternativ auch inhalieren. Dafür schneiden Sie eine Zwiebel in kleine Stücke und kochen Sie in circa zwei Liter Wasser auf. Anschließend können Sie den Zwiebeldampf inhalieren.
Zwiebeln können angeblich selbst bei Schlafstörungen hilfreich sein. Trinken Sie eine heiße Milch mit gehackten Zwiebeln vor dem Schlafengehen - Medizin muss schließlich nicht schmecken.
Auch bei Ohrenschmerzen können Sie die heilende Wirkung der Zwiebel nutzen. Wickeln Sie eine kleingehackte Zwiebel in ein Baumwolltuch und pressen Sie es zusammen, damit sich der Zwiebelsaft löst. Das klappt am besten mit einem Nudelholz. Legen Sie nun den Zwiebelwickel für eine halbe Stunde auf Ihr schmerzendes Ohr. Um es zu fixieren, können Sie ein Stirnband verwenden.
Der Zwiebelwickel entfaltet seine Wirkung auch bei Halsschmerzen. Legen Sie das Zwiebelpäckchen auf Ihren Hals und wickeln Sie einen Schal herum, damit es besser hält. Das Zwiebelsäckchen kann Ihnen auch helfen, wenn Sie unter einer lästigen Blasenentzündung leiden. Es lindert die Schmerzen beim Wasserlassen und wirkt entzündungshemmend.
Insektenstiche können ganz schön schmerzhaft sein. Wenn Sie keine passende Salbe zur Hand haben, kann eine Zwiebel Erste Hilfe leisten. Reiben Sie mit einer halbierten Zwiebel die Stichstelle ein. Wiederholen Sie kurze Zeit später den Vorgang. Wenn Sie die Zwiebel zusammenpressen, löst sich weiterer Saft, der entzündungshemmend wirkt. Das verhindert Schwellungen und lindert sogar den Schmerz.
Mit Zwiebeln können Sie sogar unangenehm wuchernde Narben behandeln. Dafür brauchen Sie eine Salbe mit Zwiebelextrakt - fragen Sie danach in Ihrer Apotheke.
Neben all seinen wohltuenden Eigenschaften kann die Zwiebel auch als natürliches Färbemittel punkten, zum Beispiel bei Ostereiern. Wickeln Sie rohe Eier in gelbe oder rote Zwiebelschalen und fixieren Sie die Pakete mit Nylonstrümpfen. Wenn Sie noch Blüten oder Blätter auf die Schale legen, haben Sie nach dem Auskühlen im Zwiebelsud ein wunderschönes Muster auf den Eiern.