• In der Bundesrepublik ist Elektrizität teurer als in den meisten anderen Ländern der Welt.
  • Höhere Preise gibt es fast nur in Entwicklungsländern und gescheiterten Staaten.

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Deutsche Verbraucher geben im internationalen Vergleich enorm viel Geld für Strom aus. Das zeigt eine Analyse von 133 Ländern, die das Vergleichsportal Verivox mit kaufkraftbereinigten Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices durchgeführt hat und die dem SPIEGEL vorliegt.

Deutschland liegt auf Platz 15 - hinter Ruanda, Sierra Leone oder Burkina Faso

Insgesamt liegt die Bundesrepublik im internationalen Ranking auf Platz 15. Die meisten Staaten mit noch höheren Strompreisen sind krisengeschüttelte Entwicklungsländer wie Ruanda, Sierra Leone oder Burkina Faso, in denen sich manche Einwohner gar keine Elektrizität leisten können.

Die einzigen EU-Länder, in denen die Strompreise laut Verivox noch höher sind als in Deutschland, sind Tschechien (Rang 13) und Rumänien (Rang 14).

Unter den G20-Ländern ist die Bundesrepublik mit großem Abstand das Land mit der teuersten Elektrizität. In Italien und Großbritannien, die auf Platz zwei und drei folgen, sind die Strompreise kaufkraftbereinigt rund 10 respektive 12,5 Cent günstiger.

In vielen anderen Ländern mit hohem Lebensstandard ist Strom deutlich günstiger

In vielen anderen Ländern mit hohem Lebensstandard ist Strom kaufkraftbereinigt sogar mindestens die Hälfte günstiger als hierzulande. Dazu gehören Kanada, Norwegen, die USA, Schweiz, Finnland, Schweden und die Niederlande.

Die Daten von Global Petrol Prices stammen aus dem zweiten Quartal des laufenden Jahres. Der aktuelle heftige Preisschub in der Bundesrepublik ist in den Berechnungen also noch gar nicht berücksichtigt.

Deutsche Verbraucher mussten laut Verivox im Oktober 2021 durchschnittlich 34,79 Cent pro Kilowattstunde Strom zahlen. Die Kosten sind damit den vierten Monat in Folge auf einen Rekord gestiegen. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hat sich Strom für Verbraucherinnen und Verbraucher durchschnittlich um 20,9 Prozent verteuert – der Anstieg ist laut Verivox so stark wie noch nie.

An der Börse für Großhändler ist Strom seit Jahresbeginn sogar rund 140 Prozent teurer geworden. Insgesamt haben sich die Strompreise in Deutschland seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt.

Zum Jahreswechsel ist keine signifikante Entlastung zu erwarten. Zwar sinkt die EEG-Umlage deutlich, doch gleichzeitig sorgen steigende Netzgebühren und hohe Beschaffungskosten für einen höheren Preisdruck.

Offenlegung: Auch WEB.DE und GMX bieten Strom an.  © DER SPIEGEL

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