Eine Silvesternacht ohne Feuerwerk? Diese Vorstellung scheint für zahlreiche Familien, Feierwütige und Co. noch immer undenkbar zu sein. Dabei sind Raketen, Böller und Batterien mit Vorsicht zu genießen. Diese Regeln gibt es zu beachten.

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Ein krachendes Feuerwerk gehört für viele genauso zum Jahreswechsel wie die klirrenden Gläser um Mitternacht. Damit beim Abschießen alles glattgeht, ist es wichtig, auf die richtige Ware zurückzugreifen.

Was macht sichere Feuerwerkskörper aus?

Wie sich Feuerwerk bei Belastung oder unter Hitze verhält, prüft in Deutschland die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Haben die Artikel des Herstellers den Test bestanden, bekommen sie eine Registriernummer und die CE-Kennzeichnung.

Am Anfang dieser Nummer steht dann zum Beispiel die Zahl 0589 - das Kürzel für das BAM als Prüfstelle. Dann wird die Kategorie angegeben, also etwa das Kürzel F2 für klassisches Feuerwerk. Am Ende finden Kunden eine fortlaufende Nummer. Mit der CE-Kennzeichnung erklären die Hersteller, dass das Produkt den geltenden europäischen Vorschriften entspricht.

Ausdrücklich gewarnt wird vor Artikeln ohne diese Kennzeichnungen. Laut BAM befindet sich in solchen Produkten oft nicht nur Schwarzpulver, sondern ein viel stärker reagierender Blitzknallsatz. Es sei zudem nicht sicher, ob zwischen Anzünden und Zünden genügend Zeit vergeht.

Wie alt muss man sein, um Feuerwerk zu kaufen?

Experten teilen Feuerwerkskörper in verschiedene Kategorien ein - abhängig davon, welche Gefahr von ihnen ausgeht. Für Verbraucher ohne besondere Genehmigung sind die Kategorien F1 und F2 interessant.

Kleinstfeuerwerk der Kategorie F1 - also etwa Knallerbsen, Bodenwirbel, Wunderkerzen oder Tischfeuer - sind das ganze Jahr über erwerbbar. Nach Angaben des Verbands der pyrotechnischen Industrie müssen Käufer mindestens zwölf Jahre alt sein.

Kleinfeuerwerk der Kategorie F2 - wie Raketen, Knallkörper, Verbundfeuerwerk, Batterien und Römische Lichter - darf man nur im Freien in abgegrenzten Bereichen verwenden. Hier ist ein Kauf erst ab 18 Jahren und nur zwischen dem 28. und 31. Dezember möglich.

Wann darf geböllert werden?

Feuerwerkskörper der Kategorie F2 dürfen Verbraucher nur am 31. Dezember und 1. Januar zünden - grundsätzlich von Mitternacht bis Mitternacht. Die genauen Uhrzeiten legen Städte und Gemeinden fest.

Wie sollte Feuerwerk gelagert werden?

Damit das Feuerwerk nicht vorzeitig zündet, muss man es kühl und trocken lagern. Auf keinen Fall in unmittelbarer Nähe von Heizkörpern aufbewahren, rät zudem die BAM. Ebenso tabu: Daneben Rauchen oder ein offenes Feuer machen. Auch Kinder sollten nicht an die Raketen gelangen.

In bewohnten Räumen darf man bei Feuerwerk der Kategorien F1 und F2 maximal ein Kilogramm an Nettoexplosivstoffmasse lagern. Wie viel davon sich im einzelnen Feuerwerkskörper verbirgt, steht nach BAM-Angaben in der Kennzeichnung oder auf der kleinsten Verpackung. In der Garage oder einem Schuppen sind dagegen bis zu 15 Kilogramm erlaubt.

Worauf muss ich beim Zünden achten?

Wer das Feuerwerk nachts zünden will, sollte sich vorher in Ruhe und bei Licht die Gebrauchsanleitung durchlesen.

Feuerwerkskörper der Kategorie F2 dürfen nach Angaben des BAM nur draußen gezündet werden - in der Regel mit einem Sicherheitsabstand von mindestens acht Metern zu Menschen oder Gebäuden. Bei der Kategorie F1 beträgt der Mindestabstand einen Meter.

Wichtig sei zudem ein fester Untergrund. Da freistehende Flaschen leicht umkippen können, ist es ratsam, Raketen mit dem Leitstab in eine leere Flasche und diese dann in einen Getränkekasten zu stellen.

Eine weitere Sicherheitsmaßnahme nennt das Deutsche Rote Kreuz (DRK): Was beim ersten Mal nicht gezündet hat, auf keinen Fall erneut zünden.

Was tun, wenn sich jemand beim Zünden verletzt?

Bei leichten Verbrennungen empfiehlt das DRK, die betroffene Fläche kurz mit Leitungswasser zu kühlen. Ist der verbrannte Bereich größer als die Handfläche des Betroffenen, sollte man ihn nicht kühlen, sondern gleich den Notruf 112 wählen.

Das gilt auch, wenn ein Verletzter größere Mengen an Blut verliert oder sich jemand an den Augen verletzt. In letzterem Fall sollten stets beide Augen verbunden werden, rät das DRK. Der Grund: So würde verhindert werden, dass sich das verletzte Auge bewegt. (cos/dpa)

Sollte Feuerwerk an Silvester verboten werden?

Die Deutsche Umwelthilfe fordert, Feuerwerk aus den Innenstädten zu verbannen. Wäre es sinnvoll, ganz auf Feuerwerke zu verzichten? © ProSiebenSat.1