Corona hat in diesem Jahr unser Leben durcheinandergewirbelt, dazu zählen auch unsere Finanzen. Es kann sich lohnen, zum Jahresende noch einmal genau hinzusehen: So können Sie Ihre Steuerlast mindern.

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Das Jahr 2020 wird bald Geschichte sein. Doch vorher lohnt sich erst einmal ein Kassensturz. Damit lässt sich die Haushaltskasse oft wieder auffüllen.

Einnahmen und Ausgaben sollten deshalb zum Jahresende geprüft werden. Ob Ausgaben noch im alten Jahr zu berücksichtigen sind oder erst für 2021 gelten, hängt in der Regel vom Zahlungsdatum ab. "Deshalb lassen sich gerade zur Jahreswende mit einer bedachten Entscheidung zum Überweisungszeitpunkt Steuern sparen", sagt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Für viele Arbeitnehmer dürfte 2020 aufgrund der Corona-Pandemie überraschend anders verlaufen sein. "Bei einigen Arbeitnehmern fehlen wegen der Arbeit vom Homeoffice aus die täglichen Fahrten zur Arbeit oder Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung, bei anderen wirkt sich die Kurzarbeit steuerlich aus", erläutert Rauhöft.

Tipps: Jetzt noch geschickt investieren

Mit geschickten Investitionen kann man dem aber entgegenwirken, indem man Werbungskosten optimiert. Das können Weiterbildungsmaßnahmen, beispielsweise in Form der derzeit oft angebotenen Online-Seminare, aber auch Kosten für Schreibtisch, Regale im Arbeitszimmer oder einen Laptop sowie Webcam sein. Diese Ausgaben sind in der Regel absetzbar.

Waren bis zu einem Grenzwert von 800 Euro netto mindern die Steuerlast sofort, teurere Wirtschaftsgüter müssen über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Für Weiterbildungsmaßnahmen gibt es keinen Grenzbetrag. Sie sind absetzbar, wenn sie bezahlt wurden.

Geplante Ausgaben vorziehen

Ist der jährliche Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro bereits durch andere Werbungskosten überschritten, kann es sich lohnen, geplante Ausgaben für das nächste Jahr vorzuziehen und sich die Steuerersparnis für 2020 zu sichern. Auch sollte so mancher erwägen, eine Verlustbescheinigung zu beantragen.

  • Gesundheitskosten bündeln: Für Krankheitskosten und andere außergewöhnliche Belastungen müsse eine sogenannte zumutbare Belastung überschritten werden, um Steuern zu sparen, erklärt der Bund der Steuerzahler. Diese ist individuell in Abhängigkeit vom Familienstand, Anzahl der Kinder und Höhe der Einkünfte.
    Wegen der Eigenbelastung ist es wichtig, außergewöhnliche Belastungen möglichst auf ein Jahr zu bündeln. Wer beispielsweise in diesem Jahr bereits größere Krankheitskosten hatte, sollte prüfen, ob er Aufwendungen des Folgejahres vorziehen kann. Das kann eine teure Zahnbehandlung betreffen oder eine Brille und Medikamentenbestellungen. Wer 2020 noch keine größeren außergewöhnlichen Belastungen hatte, sollte Aufwendungen möglichst auf das nächste Jahr verlagern.
  • Verlustbescheinigung beantragen: Verluste bei Geldanlagen können sich lohnen - zumindest aus steuerlicher Sicht. Anleger, die ihre Konten bei unterschiedlichen Geldinstituten unterhalten, können sich angefallene Verluste von dem Geldinstitut bescheinigen lassen.
    Mithilfe der Verlustbescheinigung ist es möglich, Kapitalverluste mit positiven Kapitalerträgen, die sie bei einem anderen Geldinstitut erzielt haben, im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu verrechnen. Das gilt auch für Ehepaare, die bei mehreren Banken Geldanlagen unterhalten und gemeinsam veranlagt werden, erklärt der BVL.
    Auf Antrag der steuerpflichtigen Person wird die Bank, bei der die Verluste entstanden sind, eine Verlustbescheinigung ausstellen. Um eine Bescheinigung für das Jahr 2020 zu erhalten, muss dies der Anleger bis zum 15. Dezember des laufenden Kalenderjahres beantragen.
  • Ausgaben vorverlegen: Ist jetzt schon absehbar, dass man im Jahr 2021 wesentlich niedrigere Einkünfte erzielt, können steuermindernde Ausgaben noch ins Jahr 2020 vorgezogen werden. Dies ist zum Beispiel für diejenigen sinnvoll, die 2021 in Rente oder in Elternzeit gehen oder Arbeitslosigkeit befürchtet wird.

Stichtag für Steuererklärung 2016

Übrigens: Für das Steuerjahr 2016 läuft die Frist zum Jahresende 2020 endgültig ab. Entscheidend sei, dass die Steuererklärung bis spätestens Mitternacht am 31. Dezember 2020 im Briefkasten des zuständigen Finanzamtes liegt", erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine BVL. "Einfacher lässt sich die Frist einhalten, wenn eine Elster-Steuererklärung mit digitaler Signatur eingereicht wird."

Das Jahresende als Frist gilt für die Anträge auf eine Arbeitnehmersparzulage. In der Regel wird dieser Antrag ohnehin gemeinsam mit der Einkommensteuererklärung gestellt, er kann aber auch ohne Antrag auf Einkommensteuerveranlagung erfolgen. Für 2016 endet die Antragsfrist ebenfalls mit Ablauf des 31. Dezember 2020.

Die Wohnungsbauprämie und Zulagen zu Riester-Verträgen dagegen können rückwirkend jeweils nur für zwei Jahre beantragt werden. Somit können bis Jahresende 2020 noch rückwirkende Anträge für 2018 erfolgen. Danach entfällt der Anspruch auf die Prämie oder Zulage. Wohnungsbau- und Riester-Sparer sollten daher prüfen, ob sie solch einen Antrag bereits gestellt haben. Wichtig ist auch, Änderungen der persönlichen Verhältnisse wie bei der Anzahl der Kinder mitzuteilen. (af/dpa)