• Im Job von Voll- auf Teilzeit wechseln: Wer dies bewusst plant und finanziell vorsorgt, muss im Alter in Sachen Geld keine Abstriche machen.
  • Hierbei gibt es einige Dinge zu beachten, damit Sie den Umstieg auch richtig angehen.

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Mit einer Teilzeitbeschäftigung fließt nicht nur aktuell weniger Geld aufs Konto. Auch in späteren Jahren, nämlich im Rentenalter, droht dies der Fall zu sein.

Doch davor kann sich jede und jeder wappnen - nämlich mit einer ausgefeilten Strategie. Fünf Tipps für alle, die eine Teilzeittätigkeit planen.

Tipp 1: Sich einen Überblick über die Finanzen schaffen

Bevor die Entscheidung fällt, die Stundenzahl im Job zu reduzieren, ist es gut, sich einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen. Wie viel verdient man selbst, wie viel der oder die Partnerin?

Und dann etwa: Welche monatlichen Ausgaben fallen an, welche Rücklagen bestehen, wie sieht die private Altersvorsorge aus? An welcher Stelle lässt sich sparen, wenn einer weniger Geld mit nach Hause bringt?

"Wichtig ist auch zu prüfen, ob eine Risikoabsicherung vorliegt, falls der (Ehe-)Partner stirbt", sagt Hanne Roggemann vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg. Liegt eine solche Versicherung nicht vor, sollte man sich beraten lassen, ob sie im eigenen Fall sinnvoll ist.

Tipp 2: Teilzeitgehalt berechnen und Rentenansprüche erfragen

Wer seine Arbeitszeit reduzieren und wissen möchte, wie hoch dann das Netto-Teilzeitgehalt wäre, kann zur ersten Orientierung den Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nutzen. Im nächsten Schritt sollte man ausloten, welche Folgen der geringere Verdienst auf die gesetzliche Rente hat. Das kann man bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erfragen.

Wie sich eine Teilzeittätigkeit auf die Rente auswirkt, zeigt Dirk von der Heide von der DRV Bund anhand einer Beispielrechnung: Eine Frau in den alten Bundesländern arbeitet mit 40 Stunden in der Woche Vollzeit. Ihr sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt liegt bei 41.541 Euro. Ihr Brutto-Monatsverdienst beträgt damit rund 3.462 Euro. Hierfür erhält die Versicherte pro Jahr einen Entgeltpunkt an Rentenzuwachs, das sind derzeit 34,19 Euro pro Kalenderjahr.

Arbeitet die Frau nun nur noch 20 Stunden in der Woche, reduziert sich ihr Rentenzuwachs um die Hälfte auf 17,10 Euro. Arbeitet sie dagegen 30 Stunden die Woche (bei 40 Stunden Vollzeit), reduziert sich der Rentenzuwachs nur um 25 Prozent.

Tipp 3: Mit dem Partner oder der Partnerin über einen Ausgleich reden

Die Beispielrechnung zeigt: Eine Teilzeitbeschäftigung über einen längeren Zeitraum mindert nicht nur laufende Einkünfte, sondern auch Rentenansprüche. "In vielen Fällen ist es sinnvoll, mit dem Partner nach einer Lösung zu suchen", sagt Kathleen Altmann vom Bundesverband deutscher Banken. Das bietet sich vor allem dann an, wenn es darum geht, eine Rentenlücke auszugleichen, die durch die Betreuung gemeinsamer Kinder entsteht.

Eine Möglichkeit: "Es gibt zwischen den Partnern einen Bargeld-Ausgleich", so Altmann. Den Betrag kann der Teilzeitbeschäftigte langfristig für die Altersvorsorge anlegen und ihn beispielsweise in einen ETF investieren. Eine andere Option: Die Partnerin zahlt für den in Teilzeit arbeitenden Partner monatlich in einen Sparplan ein - "das ist schon mit einem Betrag von 25 Euro im Monat möglich", so Altmann.

Tipp 4: Altersvorsorge weiter im Blick haben

Auch wenn der Partner einen Ausgleich zahlt, sollte man prüfen, ob das Geld im Alter reichen wird. Wer unsicher ist, kann sich beraten lassen - zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung oder bei Verbraucherzentralen.

In jedem Fall bietet es sich für Teilzeitbeschäftigte an, den Arbeitgeber nach einer betrieblichen Altersversorgung zu fragen. "Bei der Gelegenheit kann man sich auch gleich nach vermögenswirksamen Leistungen erkundigen und sie dann in jedem Fall nutzen", so Roggemann. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit der Riester-Zulage die Altersvorsorge aufzustocken.

Tipp 5: Finanzen immer wieder prüfen

Damit einem die Finanzen nicht aus dem Ruder laufen, bietet es sich an, sich regelmäßig die Einnahmen und Ausgaben anzusehen. Oft lohnt es sich, in einer Partnerschaft drei Konten zu haben - jeder Partner hat sein eigenes und beide haben ein Gemeinschaftskonto. "Das sorgt für mehr Transparenz und macht es einfacher, gemeinschaftliche Kosten wie etwa Miete und Versicherungen aufzuteilen", so Altmann.

Wichtig ist auch ein finanzielles Polster für Notfälle. Eine Faustregel besagt, so viel Geld zur Seite zu legen, dass man damit drei Monate über die Runden kommt. "Auf einem Tagesgeldkonto liegt das Geld sicher und ist im Notfall sofort verfügbar", so Altmann. (dpa/nis)

Verwendete Quellen:

  • Stiftung Warentest: Finanztest Spezial: "Ihre Rente - Mehr Geld im Alter" (kostenpflichtiger Artikel)

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