Die Felsenbirne wächst in zahllosen heimischen Gärten - und nur wenige wissen, dass man ihre Früchte essen kann. Ihr Geschmack hat etwas von Marzipan.

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Essbare Beeren wie Himbeeren und Erdbeeren kennt jedes Kind. Eine ist aber ganz in Vergessenheit geraten, weil die meisten sie für ungenießbar halten: die Felsenbirne. Sie gehört zu den "apfelfrüchtigen" Kernobstgewächsen und gedeiht in zahlreichen Gärten, an Wiesen und Parkplätzen: Wer einmal gelernt hat, sie zu erkennen, wird ihr äußerst pflegeleichtes Gehölz plötzlich an vielen ungeahnten Orten entdecken.

So sieht die Felsenbirne im Frühling aus: Sie trägt herrliche weiße Blüten.

Im Frühling trägt die Felsenbirne weiße herrliche Blüten, im Herbst erfreuen sich viele an ihrem leuchtend gefärbtem Laub. Doch das von ihr herabfallende Obst ist vielen Gärtnern lästig - weil sie nicht ahnen, wie saftig und köstlich sie schmeckt und was man alles mit ihr machen kann.

Felsenbirne: Möglichst dunkle Früchte ernten

Seit Ende Juni kann man die kleinen Früchte ernten, die sich im Laufe der Zeit von rot zu schließlich blau-schwarz färben. Leider je nach Sorte nicht unbedingt zur selben Zeit - so dass wissende Gärtner mehrmals durchpflücken und immer nur die dunklen herauspicken. Möglichst erst in diesem letzten Stadium sollte man sie ernten, rät das "Garten Journal". Nicht nur schmecken die Früchte dann am süßesten - birnig, mit einem Hauch von Marzipan - es hat auch gesundheitliche Gründe.

Die etwa von Kelchblättern gekrönten, purpurschwarzen Früchte der Felsenbirne (botanisch Amelanchier) ähneln Heidelbeeren - auch von der Größe her. Ihre Blätter sind elliptisch und drei bis sieben Zentimeter lang. Bei einigen Arten haben sie beim Austrieb eine kupferrote Färbung, weshalb man sie auch Kupfer-Felsenbirne nennt.

Blausäure sorgt für Marzipan-Aroma

Das Marzipan-Aroma schlummert in den vielen kleinen Samen, in denen geringe Mengen eines Blausäureglykosids enthalten sind. Die unreiferen Früchte tragen einen höheren Gehalt davon in sich. Wer größere Mengen der Samen in den Früchten zerkaut und verzehrt, könne daher wegen der sich abspaltenden Blausäure Bauchweh oder Durchfall bekommen.

Manchmal wird daher geraten, die Kernchen auszuspucken. Vor allem kleinere Kinder sollte man die kleinen Früchte noch nicht verzehren lassen. Hobbygärtner können mit einer kleinen Menge austesten, ob es bei ihnen zu Beschwerden kommt. Die Inhaltsstoffe der Blausäure befinden sich beispielsweise auch in Apfelkernen, über die es heißt, dass man sich bei dieser geringen Menge keine Sorgen machen muss.

Felsenbirne: Marmelade, Tee, getrocknete Früchte fürs Müsli

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, verarbeitet die Beeren einfach weiter. Durch das Kochen wird alles womöglich Unverträgliche zersetzt. Die kleinen Fruchtstiele sollten Sie auf jeden Fall vorher entfernen. Was Sie mit der Felsenbirne dann alles zubereiten können:

  • Marmelade: wunderbar auch in Kombination mit Johannisbeere und einem kräftigen Spritzer Zitronensaft. Felsenbirnen enthalten von Natur aus viel Pektin und gelieren gut.
  • Getränke: Saft, Likör, Tee
  • Getrocknet können Sie die Früchte auch für Müsli, zum Backen oder für Desserts verwenden. Da sie früher oft als Korinthen-Ersatz benutzt wurden, nennt man das Gewächs auch Korinthenbaum.

Auch für die Weiterverarbeitung gilt: Die Früchte möglichst dann ernten, wenn sie schon sehr dunkel sind, aber noch nicht zu schrumpeln beginnen. Diesen Wettlauf könnten Sie allerdings gegen die Vögel verlieren, die die Felsenbirne auch sehr lieben.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Laut dem Gesundheitsportal "Lifeline" ist die Felsenbirne auch gut für die Gesundheit. Sie enthält:

  • Flavonoide, die die Gefäße geschmeidig und das Herz gesund halten
  • Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Eisen
  • Unverdauliche Ballaststoffe wie Pektin, die sättigen, ohne Kalorien zu liefern. Das ist förderlich für die Verdauung und beim Abnehmen.

Auf jeden Fall ist die Frucht viel zu wertvoll, um als Fallobst auf der Straße oder Wiese zu enden. (af)

Verwendete Quellen:

  • Garten Journal
  • Lifeline
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