Küchenkräuter selbst anbauen - so gelingt's

Wer gerne kocht, weiß frische Kräuter in der Küche zu schätzen. Sie schmecken wesentlich intensiver als die getrockneten Varianten und verfeinern jedes Gericht. Auch ohne Garten können Sie Küchenkräuter auf dem Balkon oder Fensterbrett anbauen. Erfahren Sie hier, worauf Sie dabei achten sollten.

Küchenkräuter finden nicht nur beim Kochen oder bei der Zubereitung von Tees ihre Verwendung, sie sind zudem eine optische Bereicherung auf jedem Balkon oder in jedem Garten. Kräuter sind nicht nur "Grünzeug". Selbst der grasähnliche Schnittlauch treibt sehr hübsche lilafarbene Blüten. Noch dazu ist er ziemlich pflegeleicht.
Wählen Sie für Ihren Schnittlauch einen halbschattigen Standort und halten Sie die Erde regelmäßig feucht. So werden Sie über mehrere Monate hinweg immer wieder mit einer leckeren Ernte belohnt. Pflanzen Sie Schnittlauch zwischen Frühjahr und Herbst ins Beet, in einen Topf oder Balkonkasten. Die Töpfchen aus dem Supermarkt sollten Sie umgehend in ein größeres Gefäß umtopfen.
Generell empfiehlt es sich, Kräutertöpfe im Biomarkt oder in der Gärtnerei zu kaufen. Dann müssen Sie Ihren Schnittlauch erst nach circa vier Jahren austauschen. Die günstigen Pflanzen aus dem Supermarkt sind häufig vorbelastet und werden Ihnen nicht allzu lang Freude bereiten. Noch besser ist es, wenn Sie selbst aussäen.
Die beste Zeit für die Aussaat von Schnittlauch im Freibeet ist zwischen März und Juni. Wenn Sie die Samen in gut durchfeuchtete Anzuchterde gesät haben, sieben Sie eine dünne Schicht Erde darüber. Halten Sie die Erde stets feucht. Nach circa zwei Monaten können Sie die Jungpflanzen eintopfen. In speziellen Anzuchtschalen können Sie Schnittlauch ganzjährig auf dem Fensterbrett vorziehen.
Petersilie gilt als ganz schön zickig. Für das Kraut brauchen Sie daher etwas Fingerspitzengefühl. Wollen Sie jedes Jahr frische Petersilie ernten, sollten Sie das Saatgut jährlich neu kaufen. Petersilie ist zwar eine zweijährige Pflanze, aber nur im ersten Jahr bildet sie das Blattgrün, das Sie zum Würzen verwenden können. Im zweiten Jahr entstehen die Blüten und Samen.
Petersilie können Sie an einem halbschattigen Standort mit etwas Abstand gemeinsam mit Majoran, Kerbel und Dill anbauen. Falls Sie Petersilie im zweiten Jahr blühen lassen, sollten Sie das neue Saatgut nicht im selben Beet aussäen, da sich das Küchenkraut nicht mit sich selbst verträgt. In den Sommermonaten bevorzugt die Petersilie das Freie und freut sich über ein Umpflanzen in frische Erde.
Vermeiden Sie bei der Petersilie Staunässe, so gut es geht. Lockern Sie den Boden um das Küchenkraut herum regelmäßig auf und vermeiden Sie Unkrautwachstum in seiner Umgebung. Gießen Sie Petersilie nicht über die Blätter, sondern nur an den Blattstielen.
Übrigens gilt das Vermeiden von Staunässe, die die Wurzeln regelrecht ertrinken lässt, für alle Küchenkräuter. Vor allem Rosmarin, Salbei und Dill reagieren empfindlich auf nasse Wurzeln. Nutzen Sie daher für den Kräuteranbau nur Töpfe und Kästen mit Abflusslöchern oder verteilen Sie eine Schicht Kieselsteine oder Sand auf dem Boden Ihres Topfes, bevor Sie die Pflanzenerde einfüllen.
Die richtige Topfgröße ist entscheidend für den gesunden Wuchs Ihrer Kräuter. Dill beispielsweise gehört zu den Tiefwurzlern und benötigt einen entsprechend tiefen Topf. Für Minze gilt: Besorgen Sie für das aromatische Heilkraut einen besonders großen Topf, da es sich gerne ausbreitet.
Beim Anbau von Küchenkräutern sollten Sie den richtigen Standort und die Platzierung der einzelnen Kräuter immer im Auge behalten. Es gibt Kräuter, die sich überhaupt nicht ausstehen können. Diese sollten Sie nicht zusammen anpflanzen: Melisse und Basilikum, Fenchel und Koriander, Kamille und Minze, Thymian und Majoran sowie Dill und Estragon.
Dagegen steht Kamille gern neben Kerbel, Majoran, Dill und Schnittlauch. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Oregano verstehen sich gut. Salbei und Oregano ist ebenfalls eine gute Kombination. Die Zitronenmelisse ist besonders freundlich und versteht sich mit nahezu allen anderen Kräutern. Schnittlauch verträgt sich mit Rosmarin, Thymian und Salbei.
Zu den Einzelgängern zählen Liebstöckel und Wermut. Sie wollen lieber keine Nachbarn um sich haben und breiten sich ohne Rücksicht aus. Obwohl er sich eigentlich mit allen verträgt, sollten Sie auch Lavendel besser im eigenen Topf anpflanzen, da er viel Platz braucht. Im Hochbeet können Sie Lavendel mit ausreichend Abstand neben Salbei pflanzen.
Egal, ob Sie einen Balkon oder Garten Richtung Süden oder Norden haben, es gibt für jeden Standort die richtigen Kräuter. Rosmarin, Lavendel, Oregano, Basilikum, Thymian, Koriander und Zitronenmelisse mögen einen warmen Platz mit direkter Sonneneinstrahlung. Gießen Sie diese Sonnenanbeter regelmäßig, aber zurückhaltend.
Schnittlauch, Liebstöckel, Kerbel, Petersilie, Estragon, Fenchel und Zitronenverbene reagieren sensibler auf direkte Sonneneinstrahlung und bevorzugen daher einen halbschattigen Standort. Sie sollten diese Kräuter regelmäßig gießen und vor dem Austrocknen schützen. Ein schattiger Standort eignet sich für Bärlauch, Kresse, Rucola, Sauerampfer und Minze.