Kühlschränke finden sich in jedem Haushalt und sind täglich im Einsatz. Was viele nicht wissen: Ein-, zweimal im Jahr das Elektrogerät zu reinigen, reicht bei weitem nicht aus.

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Was würden wir Menschen nur ohne den Kühlschrank machen? Umso erschreckender ist es, wie achtlos er in der Regel behandelt wird. Dabei raten Experten: Alle vier bis sechs Wochen sollte das große Küchengerät gereinigt werden.

Warum sollte ich meinen Kühlschrank regelmäßig putzen?

Das hat erstmal hygienische Gründe, schließlich geht es hier um unsere Lebensmittel. Claudia Oberascher, Projektleiterin der Initiative Hausgeräte+, sagt sogar: "Wenn etwas ausläuft oder klebt, sollte der Schmutz umgehend entfernt werden, damit sich keine schädlichen Bakterien oder Schimmelpilze ansiedeln."

Die Kaltlagerfächer, auch Null Grad-Zone genannt, sollten ebenfalls regelmäßig geputzt werden. Häufig lagern dort unverpackte Lebensmittel.

Was muss im Kühlschrank alles gereinigt werden?

Die Antwort auf diese Frage ist simpel: Der Innenraum mit allen Ablagen. Wer Glück hat, kann die beweglichen Teile wie Glas- oder Kunststoffplatten, Fächer und sonstige Ablagen auch einfach in die Spülmaschine geben. Ob dies möglich ist, steht in der Bedienungsanleitung des Herstellers.

Beim Putzen sollte man an einige sensible Stellen im Kühlschrank denken. "An der hinteren Wand befindet sich unten ein kleines Loch, durch das ständig das Abtauwasser abläuft", erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW). Wird dieses Loch nicht regelmäßig gesäubert, kann es verstopfen, wodurch sich das Wasser staut und zum Beispiel unter das Gemüsefach laufen kann.

Auch die Gummidichtung rund um die Kühlschranktür ist ein beliebter Platz für Bakterien und Keime. Hier sammeln sich Krümel, eingetrocknete Flüssigkeiten und vieles mehr.

"Die Gummidichtung sollte öfter mit einer Spüli-Lösung oder einem verdünnten Hygienereiniger abgewischt werden", rät Oberascher. Dabei kann zugleich kontrolliert werden, ob sie noch überall dicht schließt. Wenn nicht, kann man Türdichtungen nachkaufen.

Ökologische Putzmittel für den Haushalt gibt es inzwischen überall zu kaufen. Sie können die Reinigungsmittel sogar ganz einfach selber machen.

Niemals mit Essig reinigen

Um den Kühlschrank zu reinigen, eignet sich Wasser, verdünntes Spülmittel oder ein Neutralreiniger, rät Oberascher. Vom Nachwischen mit Essig, wie es oft empfohlen wird, hält sie nichts: "Die Säure könnte die Oberflächen angreifen."

Auch Scheuermilch und feste Scheuerlappen sind für den Kühlschrank gar nicht gut. Sie rauen die Oberfläche auf - an den beschädigten Stellen können sich Bakterien leichter ansiedeln.

"Besser ist es, die Reinigungsmittel länger einwirken zu lassen. Dann löst sich der Schmutz und kann mit einem weichen Lappen abgewischt werden", empfiehlt Bernd Glassl. Sein Tipp für Fettrückstände ist Küchenreiniger. "Unverdünnt drauf sprühen und danach gut abwaschen."

Mit Kaffeepulver gegen Gerüche vorgehen

Geruchsintensive Lebensmittel gehören in Plastik- oder andere Aufbewahrungsdosen. "Wenn doch mal ein aromatischer Käse oder ein Fisch seinen Geruch hinterlässt, hilft vielleicht eine Schale mit Kaffeepulver im Innenraum. Das nimmt Gerüche auf", erklärt Oberascher.

Auch die Industrie hat einen Lösungsvorschlag für das Problem. "Es gibt spezielle Geruchsabsorber, die über längere Zeit in den Kühlschrank gestellt werden können", informiert Branchenvertreter Glassl.

Diese Produkte seien unbedenklich für die gelagerten Lebensmittel, allerdings favorisiert auch Glassl die verschließbaren Behälter, damit sich Gerüche erst gar nicht ausbreiten können.

Endlich wieder einen Großeinkauf gemacht, um die Vorräte aufzufüllen. Die Frage, die sich nun beim Einräumen des Kühlschranks stellt: Die Tür offen lassen, bis alles drin ist? Oder zwischendurch immer wieder schließen, um Energie zu sparen?

Wann sollte das Tiefkühlfach abgetaut werden?

Im Tiefkühlfach und Tiefkühler bildet sich gern eine dicke Eisschicht. Die Experten raten: Nicht erst abtauen, wenn es schon zu spät ist - aus energetischer Sicht. Je dicker die Eisschicht, desto höher ist der Energieverbrauch des Tiefkühlschranks. Allerspätestens, wenn die Schicht einen Zentimeter dick ist, sollten Verbraucher daher aktiv werden.

Stefan Nakazi von der Verbraucherzentrale NRW hat dazu einen Tipp: "Wer das Schmelzen der Eisschicht beschleunigen möchte, kann eine Schüssel mit heißem Wasser in den Gefrierschrank hineinstellen."

Achtung: Das Eis sollte niemals mit einem scharfen Messer abgekratzt werden. "Dabei besteht die Gefahr, dass die Kühlschlangen verletzt werden und das Gerät kaputt geht", erklärt Nakazi. Wenn man schon mechanisch nachhelfen will, dann mit einem Holzlöffel. "Aber auch das kann zu Beschädigungen führen."

Nach dem Abtauen kann man zum Reinigen unverdünntes Spülmittel sowie Wasser benutzen - mehr ist als Pflege nicht nötig.

Wie lässt sich eine neue Eisschicht vermeiden?

Man sollte darauf achten, dass nicht zu viel Feuchtigkeit und Wärme in den Innenraum gelangt. "Also die Türen nicht ständig öffnen und schließen, besonders wenn gerade in der Küche gekocht wird. Und keine warmen Speisen hineinstellen", rät Nakazi. (dpa/cos)

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