Damit Blüten länger halten und keine Stile abfallen, gibt es eine Tricks, wie man die Schmetterlingsorchidee richtig pflegt. Nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch die Wassermenge spielt eine wichtige Rolle.

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Die Orchidee Phalaenopsis und Schmetterlinge haben eine besondere Beziehung: Die Blüten der beliebten Zimmerpflanze sehen wie Falter aus, und die Tiere übernehmen auch die Bestäubung. Daher lautet der landläufige Name der Pflanze auch Schmetterlingsorchidee. Vier Pflegetricks von Experten.

Schmetterlingsorchidee braucht kühle Nachttemperatur

Erblüht die Orchidee, erhält sich die Einzelblüte je nach Sorte und bei guter Pflege zweieinhalb bis vier Monate, erklärt Orchideengärtner Jörg Frehsonke. In der Regel erblüht die Pflanze zweimal im Jahr, manche Sorten blühen sogar durch.

Viele Hobbygärtner haben jedoch ein Problem: Die Neubildung von Blüten gerät leicht ins Stocken. "Gleichmäßig warme Temperaturen garantieren das gute Wachstum und die gesunde Blattbildung, aber die Blütenbildung bleibt aus", erläutert Frehsonke das Phänomen.

Den Orchideen fehle dann eine etwas verringerte Nachttemperatur, die als Impuls für die Bildenbildung dient. Frehsonke rät: "Man stellt die Pflanzen für sechs bis acht Wochen nachts bei 15 bis 16 Grad auf - und wird sehen, dass bald ein neuer Blütentrieb erscheint."

Ein zweiter Trick: Sind alle Blüten von einem Blütenstiel abgefallen, schneidet man ihn auf das zweite oder dritte Auge zurück, das man an der Verdickung und einem eng anliegenden Deckblättchen erkennt. Seitlich treibt dann innerhalb kurzer Zeit ein neuer Blütenstiel aus.

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Substrat aus grober Rinde verwenden

Die beliebte Zimmerpflanze stammt aus dem süd- und südostasiatischen Raum: In Indien, Indonesien, Thailand, den Philippinen und Taiwan sowie Nordaustralien ist sie daheim.

"Am Naturstandort wachsen die Phalaenopsis nicht im gewachsenen Boden, sondern besiedeln das Astgerüst großer Bäume", erklärt Gartenbau-Ingenieur Thomas Koch. Deshalb sollte man die Zimmerpflanzen auch hierzulande in ein lockeres und luftiges Substrat aus grober Rinde setzen.

Frehsonke verwendet eine Mischung aus Pinienrinde und Torfmoos. "Die Pinienrinde hält lange die Struktur, und durch das Moos trocknet die Erde nicht so schnell aus", erläutert der Orchideengärtner.

Koch rät, die Pflanze beim Umtopfen nicht allzu fest in den Topf zu drücken. "In den ersten sechs bis acht Wochen nach dem Umsetzen in frisches Substrat lässt man die Schmetterlingsorchideen eher trockenstehen." Das verhindert, dass die Wurzeln faulen, und fördert die Bildung neuer Wurzeln. Wachsen die ersten neuen Wurzelspitzen, kann man den normalen Rhythmus der Bewässerung wieder aufnehmen.

Wie oft muss ich meine Schmetterlingsorchidee gießen?

"Je mehr man macht, desto mehr macht man falsch bei der Pflege von Schmetterlingsorchideen", betont Frehsonke. Ganz konkret heißt das: Wenn man zu viel gießt, ersäuft man die Pflanzen. Den besten Zeitpunkt zum Gießen erkennt man an den Wurzeln der Orchideen: Schimmern sie silbrig, kann man die Pflanzen wieder mit Wasser versorgen. Danach haben sie wieder eine frischgrüne Farbe.

Der Fachmann setzt auf Regen- statt auf Leitungswasser oder verwendet zumindest abgestandenes Leitungswasser. Und statt aus der Kanne zu gießen, taucht man den Ballen zum Beispiel in einen Eimer.

"Idealerweise hält man die Finger flach oben auf der Erde, damit das Substrat nicht aufschwimmt", rät Frehsonke. Anschließend sollte überschüssiges Wasser abtropfen, sonst faulen die Wurzeln leicht.

Ist dies bereits der Fall, sollte die Pflanze rasch umgetopft werden, egal welche Jahreszeit herrscht. "Alles Faulige wird weggeschnitten", rät der Gärtner. Manchmal entwickeln die Blätter hingegen tiefe Furchen - das ist ein Anzeichen für ein anderes Gießproblem. Denn dann leiden die Pflanzen unter Wassermangel.

Muss ich die Luftwurzeln stutzen?

Aus dem natürlichen Umfeld erklärt sich auch die Bildung der langen Luftwurzeln, die aus dem Topf herauswachsen. "Es handelt sich dabei um Wurzeln, mit denen sich die Orchideen an den Bäumen festhalten", beschreibt Koch. Sie nehmen aber auch Wasser- und Nährstoffe auf.

Deshalb sollte man diese nicht einfach abschneiden, sondern sie beim Umtopfen mit in den Topf geben. "Man kann die Länge einkürzen, damit sie nicht abbrechen", sagt der Gartenbau-Ingenieur.

Grundsätzlich sollte man die Pflanze etwa alle zwei Jahre nach der Blüte umtopfen, idealerweise von Frühling bis Sommer, weil die Bedingungen für das Wachstum dann gut sind. (dpa/sob)