Wenn sich Schimmel in der Wohnung bildet, ist der Ärger bei Mietern und Vermietern groß. In vielen Fällen wird schnell das falsche Lüften und Heizen der Wohnung als Ursache für die Schimmelbildung genannt. Häufig findet sich der Grund allerdings ganz woanders.

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Baumängel, Wasserschäden, unzureichende Dämmung und Wärmebrücken können neben falschem Lüften und Heizen die Ursachen von Schimmel sein. Häufig kann nur ein Gutachter die Frage beantworten: was löst Schimmel in der Wohnung aus?

Ursachen von Schimmel in der Wohnung

Im ersten Schritt muss die Luftfeuchtigkeit an den Wänden gemessen werden. Schimmelpilze wachsen bei etwa 80 bis 85 Prozent relativer Luftfeuchte. Meist reicht dann der Hausstaub als Grundlage für die Bildung von Schimmel aus, aber bestimmte Materialien an den Wänden können das Wachstum weiter begünstigen. Dazu zählen Raufasertapete, Holz und Gips.

Erhöhte Luftfeuchtigkeit an den Wänden kann von einem Wasserleck, einer undichten Stelle in einer Abdeckung, an einem Anschluss oder von porösen Heizungs- oder Wasserrohren stammen. Feuchtigkeitsschäden können ebenfalls durch aufsteigendes Grundwasser entstehen, wenn Abflüsse verstopft oder Fallrohre nicht fachmännisch angebracht sind.

Auch eine unzureichende Wärmedämmung oder -brücken zählen zu den Hauptursachen für Schimmelbildung. Dann trifft feuchte Luft auf kalte Wände und Kondenswasser sammelt sich auf den Oberflächen. Über einen längeren Zeitraum kann dieses Klima die Schimmelbildung begünstigen.

Typische Wärmebrücken finden sich an Raumecken in Verbindung mit Außenwänden, in Räumen die außen mit Balkonen in Kontakt stehen, an Dachgeschossdecken, an Heizkörpernischen sowie an Türen zu nicht beheizten Räumen.

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Wie gefährlich ist Schimmel in der Wohnung?

Nicht jeder Schimmelpilz ist gefährlich für die Gesundheit. Doch Bewohner von Wohnungen mit Schimmel können dies meist nicht mit dem bloßen Auge erkennen. Das Umweltbundesamt rät deshalb, bei Schimmelbefall ab einer Größe von mehr als einem halben Quadratmeter, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.

Wenn so viel Schimmel in der Wohnung gefunden wird, ist die Gefahr, gesundheitlichen Schaden zu erleiden, vor allem für Schwangere, Babys, kleine Kinder und immunschwache Menschen zu groß. Als gesundheitliche Folge können Lungenprobleme entstehen.

Erste Symptome können Müdigkeit oder Atemnot sein. Die Giftstoffe einiger Schimmelpilzarten stehen jedoch unter dem Verdacht, Krebs oder schwere Organschäden zu verursachen. Deshalb ist es immer ratsam, bei großflächigem Schimmelbefall in der Wohnung einen Experten zu beauftragen.

Wie geht man gegen Schimmel in der Wohnung vor?

Falls oberflächlicher Schimmel in der Wohnung nicht größer als ein halber Quadratmeter ist, kann man versuchen, ihn ohne Expertenhilfe zu bearbeiten. Am besten schützt man sich mit Putzhandschuhen sowie Mundschutz und benutzt desinfizierenden Alkohol, um den Schimmel zu entfernen. Hochprozentiger Alkohol ist dabei effizienter als die handelsüblichen Produkte.

Zur Schimmelprävention sollte man die Wohnung am besten dreimal täglich richtig durchlüften. Feuchtigkeit und Schadstoffe werden durch regelmäßiges Stoß- und Querlüften aus der Wohnung entfernt. Idealerweise sollten dabei alle Innentüren der Wohnung geöffnet und gesichert werden.

Vor allem in Wohnräumen mit hoher Luftfeuchtigkeit wie Bad, Küche, Schlafzimmer sowie mit vielen Pflanzen, nasser Wäsche oder Kondenswasser an den Fensterscheiben sollte intensiv gelüftet werden.

Ein gekipptes Fenster kann ebenfalls helfen, die Schimmel-Produktion einzudämmen - allerdings nur im Sommer. In der kalten Jahreszeit bewirkt man durch das Kippen von Fenstern eher das Gegenteil.

Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit können auch Luftentfeuchter helfen. Falls dennoch Schimmel in der Wohnung entsteht, obwohl Bewohner richtig lüften, muss ein Experte befragt werden, um einen möglichen Baumangel zu erfassen. In manchen Fällen wird die Wohnung dann für einen gewissen Zeitraum unbewohnbar und muss renoviert werden.

Rechte als Mieter bei Schimmel in der Wohnung

Falls sich Schimmel in einer Mietwohnung zeigt, muss der Mieter dies als Mangel anzeigen und seinem Vermieter mitteilen. Hilfreich ist immer die Dokumentation der Schimmelbildung mit Fotos. Nach einer angesetzten Frist muss der Eigentümer mit fachgerechten Maßnahmen den Schimmel bekämpft oder beseitigt haben. Es ist das Recht des Mieters auf eine nachhaltige Schimmelbeseitigung.

Falls der Schimmel wegen eines falschen Lüftungsverhaltens entstanden ist, liegt es im beim Vermieter, dies zu beweisen. Dafür muss er aufzeigen, dass sich der Schimmel nicht ursächlich von einem Baumangel entwickelt hat. Falls diese Anforderungen vom Vermieter nicht geleistet werden, sollten sich Betroffene Rechtsrat einholen.

Eine Mietminderung bei Schimmel in der Wohnung ist jedoch heikel, da dadurch entstehende Zahlungs­rück­stände (ab über einer Monats­miete) den Vermieter zur fristlosen Kündigung der Wohnung berechtigen können. Besser ist es, die Mietzahlungen unter Vorbehalt zu leisten und nach der Schimmelbeseitigung die ausstehenden Mietkosten unverzüglich an den Vermieter zu zahlen.

Doch wer bezahlt den Schaden, wenn Möbel oder Ähnliches gelitten haben? Grundsätzlich muss der Vermieter dafür aufkommen, wenn der Schaden aufgrund eines baulichen Mangels entstanden ist. Vorab muss jedoch der Mieter eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung setzen.

Rechte des Vermieters bei Schimmel in der Wohnung

Oft kommt es zu Streitigkeiten, wenn der Mieter bei Schimmel in der Wohnung die Miete mindern möcht oder fristlos kündigt. Doch nicht immer liegt die Mietpartei damit im Recht. Grundsätzlich ist es die Pflicht des Vermieters, die Auslöser für Schimmel in der Wohnung zu klären. Dabei kann nur ein vom Gericht bestellter Sachverständiger die Ursachen finden.

Falls nach einem Experten-Gutachten, der Grund für die Schimmelbildung im Fehlverhalten des Mieters liegt, hat der Vermieter Rechte. In diesem Fall darf keine Mietminderung oder fristlose Kündigung erfolgen, sondern der Vermieter kann mit einer festgesetzten Frist die Beseitigung des Schimmels von seinem Mieter fordern.

Verwendete Quellen:

  • Umweltbundesamt: "Häufige Fragen bei Schimmelbefall"
  • Stiftung Warentest: "Schimmel in der Wohnung: Diese Rechte haben Mieter"
  • Expertenwissen: "Das sind die Ursachen von Schimmel im Haus"

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