Tipps zum umweltfreundlichen Haushalten

Das Pariser Klimaabkommen gibt es vor: Wir müssen alle erheblich an den Reglern drehen, um unsere Umwelt zu schützen. Unser aktueller Lebensstil verursacht zu viel CO2 und zu viel Plastikmüll. Mit den folgenden Tipps kann jeder mithelfen, dass die Erde bald wieder auf gesünderen Füßen steht. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Wände und das Dach dämmen, mehrglasige Fenster einbauen, selbst grünen Strom erzeugen: Ein Energieberater zeigt auf, wo die großen Spar-Hebel im Haus umzulegen sind. Wer zur Miete wohnt oder gerade knapp bei Kasse ist, dem sind hier natürlich die Hände gebunden. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten, Energie, (Plastik-)Müll und CO2 zu sparen.
Heizen ist das wohl größte Thema beim umweltfreundlichen Haushalten. Die mit Abstand meiste Energie geht für Wärme drauf. Um richtig zu heizen, sollten die Heizkörper jährlich gewartet und vor allem entlüftet werden. Auch sollten sie freistehen, sodass die warme Luft frei im Raum zirkulieren kann.
Wichtig ist natürlich auch die eingestellte Temperatur. Am besten und energiesparendsten lässt diese sich mit einer zentralen Steuerung einstellen. Diese erlaubt es zum Beispiel, bestimmte Zeiten anzugeben, in denen die Heizung wärmen oder ausbleiben soll.
Freilich ist das Ganze bei modernen Anlagen auch mit dem Handy möglich. So kann man sogar von unterwegs die Heizung bedarfsweise anschalten oder in den Stand-by-Betrieb schicken. Temperaturtipps: Jedes Grad weniger spart rund sechs Prozent Energie. Die Absenkung nachts sollte nicht mehr als vier Grad betragen, sonst ist das Wiederaufheizen zu teuer.
Beim vielen Heizen sollte man das Lüften nicht vernachlässigen. Dazu am besten über den Tag verteilt immer mal wieder Stoßlüften und für Durchzug sorgen. Dabei sollte die Heizung kurz pausieren. Nach gut einer Minute wieder alle Schotten dichtmachen und die kühleren Räume verschließen.
Apropos Durchzug: Bei älteren Fenstern und Türen sollte man die Dichtungen prüfen. Warme Heizungsluft findet nämlich jeden noch so kleinen Spalt, um nach draußen zu gelangen. Ebenso ist es wichtig, die Räume bedarfsgerecht zu schließen, sodass etwa die Wohnzimmerheizung nicht die ganze Restwohnung mitheizen muss.
Ein Klassiker: Beim Einseifen unter der Dusche den Hahn zudrehen! Auch wenn das warme, stetig laufende Wasser noch so angenehm sein mag. Warmwasser ist teuer und energieintensiv.
Gleiches gilt für das Spülen per Hand: Stopfen in den Abfluss und das nötige Wasser einlaufen lassen! Lässt man das Wasser laufen, kommt man gerade bei einem großen Spülberg gut und gerne auf die dreifache Menge verbrauchter Energie.
Als die Glühbirne 2009 durch ein EU-Gesetz aus den Baumarktregalen verschwand, waren die Alternativen noch dürftig. Heute ist das anders. Die LED-Technik hat den Durchbruch endlich geschafft, die Leuchtmittel sind günstig zu haben und halten mehrere Jahre lang. Und das Wichtigste: Sie sparen im Betrieb ein Vielfaches an Energie.
Alte Geräte mögen in manchen Haushalten zum Vintage-Stil passen. Doch sie verbrauchen häufig viel zu viel Strom. Der Kauf eines neuen, energiesparenden Kühlschranks etwa macht sich bereits nach wenigen Jahren aufgrund der niedrigeren Energiekosten bezahlt. Dasselbe gilt für Waschmaschinen, Backofen, Fernseher und andere Großgeräte.
Wenn Geräte ausgeschaltet sind, bleiben sie häufig einsatzbereit. Das ist bequem, da etwa ein Fernseher nicht immer neu hochfahren muss. Doch der Stand-by-Modus frisst dauerhaft Strom. Zumindest über Nacht oder bei längeren Abwesenheiten kann man etwa mit einer solchen Steckdosenleiste die Stromzufuhr unterbrechen.
Auch der Umgang mit den Geräten ist entscheidend. Beim Kühlschrank sollte man darauf achten, dass man keine warmen Speisen hineinstellt, die erst heruntergekühlt werden müssen. Auch sollte er nicht zu leer sein. Bei Spül- und Waschmaschine sind die Eco-Programme energiesparender, und wer seine Geräte regelmäßig wartet, sichert ihren richtigen Betrieb.
Muss das gleich in die Wäsche? So mancher Fauxpas lässt sich per Hand wettmachen. Ohnehin sollte man Klamotten lieber mal auslüften, als jeden Tag etwas Neues aufzutragen - natürlich abhängig davon, wie arg beansprucht Bluse, Hemd und Co wurden. Denn: Häufiges Waschen kostet nicht nur viel Energie, sondern verkürzt auch die Lebenszeit der Kleidung.
Einwegprodukte wie Einwegrasierer, aber auch Strohhalme, Kaffeekapseln und Einmal-Waschpads sollten vermieden werden. Gerade bei regelmäßigen Bedürfnissen sind sie echte Müllfallen.
Das Gleiche gilt etwa für Alu- und Frischhaltefolie in der Küche. Speisen sollte man lieber in Gläsern und stabilen Plastikgefäßen verstauen. Inzwischen gibt es auch viele wiederverwendbare Abdeckungen aus Silikon.
Natürlich sollte man bis zu einem gewissen Grad auch darauf achten, mit Klopapier oder Taschentüchern nicht verschwenderisch umzugehen. Doch manchmal fällt das schwer. Wichtiger ist die Wahl des richtigen Papiers: Recycelt geht genauso gut!
Nicht zu viel Chemie! Laut Verbraucherzentrale reichen vier Putzmittel: ein neutraler Allzweckreiniger für Fußböden, Fenster und die meisten Oberflächen, Scheuerpulver oder Kratzschwamm für hartnäckigen Schmutz und Verkrustungen, Essigreiniger oder Zitronensäure für Kalkablagerungen und Urinstein sowie ein Handspülmittel für Geschirr.
Unser Wasser aus dem Wasserhahn ist bester und ständig geprüfter Qualität. Selbst wenn der Härtegrad hoch ist und es etwas nach Kalk schmeckt, ist es gesund und für den täglichen Trinkgenuss absolut brauchbar. Wer auf Kohlensäure im Wasser nicht verzichten kann, greift zu Aufsprudlern. Und siehe da: Weniger Plastik und weniger Schleppen!
Gerade beim Einkaufen tragen wir teils kiloweise Verpackung mit nach Hause - häufig aus nicht recycelbarem Plastik. Um daran zu sparen, muss man nicht in einem Unverpacktladen einkaufen. Auch in "normalen" Supermärkten gibt es etwa einige Gemüsesorten lose und immer häufiger die praktischen Selbstdosierer.
Es ist so etwas wie ein deutscher Nationalsport: die Mülltrennung. Doch auch wenn es uns schon vor Jahren erfolgreich eingeimpft wurde, grüßt hier und da der Schlendrian. Plastik, Papier, Bio, die verschiedenen Glassorten: Gute Mülltrennung sorgt für ein energiesparendes Recycling.