Nicht nur Menschen müssen sich vom Sommer auf den Winter umstellen. Auch Pflanzen passen sich an die anderen Voraussetzungen an. Damit es in der Wohnung auch im kargen Winter üppig grün bleibt, gibt es einiges zu beachten.

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Kalte Zugluft und trockene Heizungsluft, kühle Fensterscheiben und weniger Sonnenstunden: All das macht Zimmerpflanzen im Winter zu schaffen. Denn auch sie müssen sich, genau wie die Menschen, an die kalte Jahreszeit anpassen. Damit die Pflanzen die Herausforderung meistern, muss einiges bedacht werden.

Fensterbrett ist nicht der optimale Ort

Wer seine Blumen auf dem Fensterbrett aufbewahrt, der sollte auf jeden Fall darauf achten, dass die Blätter nicht die Scheiben berühren, denn die Kälte kann sie beschädigen.

Unter Fensterbrettern sind oft auch Heizungen. "Pflanzen mögen keine warmen Wurzeln", erklärt Jürgen Herrmannsdörfer vom Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur laut Deutscher Presse-Agentur. "Über 25 Grad Celsius sind für die Wurzeln Stress."

Legen Sie daher lieber Styropor unter die Pflanzen, das schirmt sie von der direkten Wärme ab. Das gilt auch, wenn Sie eine Fußbodenheizung haben. Dann können Sie die Topfpflanze, die auf dem Boden steht, beispielsweise auf einem Rollbrett platzieren.

Für Gewächse, die viel Luftfeuchtigkeit benötigen, ist insbesondere im Winter das Badezimmer ein guter Ort. Achten Sie hier aber darauf, dass die Pflanzen weiterhin genug Licht bekommen. In Räumen, in denen immer die Heizung läuft, fühlen sich vor allem Kakteen und Sukkulenten wohl. Sie brauchen weniger Luftfeuchtigkeit und kommen mit der Heizungsluft gut klar.

Zu viel Wärme fördert bei vielen Pflanzen den Schädlingsbefall, weshalb man regelmäßig die Erde und die Blätter kontrollieren sollte. Viele Gewächse nehmen schon kleine Temperaturänderungen wahr und passen ihre Prozesse an. Daher sollten Schwankungen vermieden werden.

Zimmerpflanzen: Die Luftfeuchtigkeit erhöhen

Der besonders trockenen Heizungsluft können Sie entgegenwirken, indem Sie eine Schale mit feuchtem Tongranulat zu den Pflanzen auf das Fensterbrett stellen. So verdunstet etwas Wasser und die Feuchtigkeit in der Luft steigt.

Auch das Besprühen mit Wassernebel versorgt die Gewächse zusätzlich mit Feuchtigkeit. Dabei sollte das Wasser allerdings nicht zu kalkhaltig sein, da sich der Kalk sonst auf den Blättern absetzt.

Ideal zum Gießen ist Regenwasser. Insgesamt sollte man die Pflanzen im Winter aber nicht übergießen, nur um der trockenen Luft entgegenzuwirken. "Die meisten Menschen wässern ihre Zimmerpflanzen ohnehin zu viel", sagt Herrmannsdörfer. "Das mögen diese gar nicht. Die Wurzeln stehen dann dauernd im Wasser, faulen irgendwann, und die Pflanze stirbt schließlich ab."

Ein einfacher Trick hilft beim Bewässern: Wer kurz mit dem Finger die Erde im Topf prüft, der weiß, wie trocken sie ist. Die Erde sollte weder nass sein, denn das fördert die Schimmelbildung, noch sollte sie viel zu trocken und schon porös sein.

Wenn auch etwa fünf Minuten nach dem Bewässern im Topf auf der Erde noch Wasser ist, haben Sie es zu gut gemeint. Dann kann das Wasser nicht mehr aufgenommen werden. Sorgen Sie nun dafür, dass es wieder abgeschöpft wird, sodass die Pflanze nicht dauerhaft im Nassen steht.

Pflanzen brauchen regelmäßig Wasser. Doch was passiert mit den Pflanzen, wenn man verreist ist? Hier kann ein Bewässerungssystem Abhilfe schaffen.

Lichtverhältnisse anpassen

Für Pflanzen ist Licht eine wichtige Lebensgrundlage, denn nur damit können sie Photosynthese betreiben. Die Dunkelheit im Winter ist demnach ein Problem für viele Gewächse. Sie fühlen sich in der Nähe des Fensters besonders wohl, denn dort bekommen sie mehr Sonnenlicht.

Blattverlust kann ein Zeichen von zu viel Dunkelheit sein. Wer wenige sonnige Plätze in der Wohnung hat, sollte sich Pflanzen wie zum Beispiel ein Usambaraveilchen oder eine Kentia-Palme anschaffen, denn diese brauchen von Natur aus weniger Licht.

Elektrisches Licht hilft nur bedingt bei der Photosynthese. Blätter brauchen das rote und blaue Spektrum des Lichts für die Energiegewinnung. Schaffen Sie sich am besten eine Pflanzenleuchte an. Diese sind meist auch energiesparender oder sogar mit einer Zeitschaltuhr versehen.

Um der Pflanze im Winter die Photosynthese zu vereinfachen, sollten Sie auch darauf achten, die Blätter regelmäßig von Staub zu befreien. So bekommen sie mehr Sonnenstrahlen und Licht ab und überstehen den Winter besser.

Pflegetipps für den Winter

  • Pflanzen nicht übergießen
  • Erde mit dem Finger prüfen
  • mit Wassernebel besprühen
  • regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren
  • Standort sorgfältig wählen, damit die Pflanzen genug Licht bekommen
  • eventuell ansonsten extra Pflanzenlampe anschaffen
  • große Temperaturschwankungen vermeiden

Verwendete Quellen:

  • dpa: "Grüne Stressbewältigung: Zimmerpflanzen durch den Winter bringen"
  • spektrum.de: "Pflanzenstress"

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