Der Hund gilt als bester Freunde des Menschen – und das schon seit Jahrhunderten. Doch einige Hunderassen haben sich über die Jahre aufgrund intensiver Zucht ziemlich verändert – nicht unbedingt zum Vorteil der Tiere.

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Denn mit intensiver Züchtung wird der Körperbau von Tieren oft so verändert, dass dadurch gesundheitliche Probleme entstehen. Bestes Beispiel für solche sogenannten Qualzüchtungen sind etwa Bulldoggen oder Möpse. Weil bei diesen Rassen beispielsweise flache Nasen zum Schönheitsideal gehören, haben viele Hunde erhebliche Atemprobleme. Für Hundebesitzer bedeutet die Anschaffung von bestimmten Qualzuchten deshalb in der Regel hohe Tierarztkosten. Und die Hunde haben oftmals ein anstrengendes Leben.

Doch das war nicht immer so. Noch vor hundert Jahren sahen viele beliebte Rassen ganz anders aus als heute. Der Blog "Science and Dogs" hat Fotos aus einem Buch vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit aktuellen Aufnahmen der Hunderassen verglichen. Dabei kam heraus, dass sich Bullterrier, Dackel und Mops zum Teil erheblich verändert haben.

Hunderassen im Wandel der Zeit: Leiden für die Schönheit

Die Aufnahmen von 1915 zeigen beispielsweise den Bullterrier als athletischen Hund. Sein Kopf sieht schlank aus, die Schnauze gerade. Mittlerweile scheint der Schädel beim Bullterrier verformt, der Bauch ist dicker als früher. Außerdem hat die Zucht dazu geführt, dass Bullterrier oft überflüssige Zähne haben und zwanghaft ihren eigenen Schwanz jagen.

Beim Basset Hound haben Jahrzehnte der Zucht dazu geführt, dass er zu viel Haut, hängende Augenlider und übergroße Ohren hat. Zu typischen Beschwerden zählen Wirbelsäulenprobleme. Ähnliches gilt für den Dackel: Es ist die Hunderasse mit dem größten Risiko für Bandscheibenprobleme, weil der Rücken über die Jahre immer länger geworden ist, die Beine dafür umso kürzer.

Hängende Lider sind Auswirkungen intensiver Zucht.
Hängende Lider sind Auswirkungen intensiver Zucht.

Andere Hunderassen haben bereitet die übermäßige Zucht an anderer Stelle Probleme: etwa mit dem Atmen. Beim Boxer, bei der Englischen Bulldogge und beim Mops hat das Züchten dazu geführt, dass die Nasen immer platter wurden. Dadurch haben sie auch Probleme, bei Hitze ihre Körpertemperatur zu regulieren.

Boxer haben mit die höchste Krebsrate unter den Hunderassen. Englische Bulldoggen sind für eine Reihe an Krankheiten anfällig und haben einer Studie von 2004 zufolge nur eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwas mehr als sechs Jahren.

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Das Fazit des Blog-Autors: "Keine Hunderasse wurde je verbessert, indem entschieden wurde, dass ein kürzeres, längeres, flacheres, größeres, kleineres oder lockigeres Merkmal besser ist. Hunde zu einem Leben voller Leid im Namen des Aussehens zu verdonnern ist keine Verbesserung, es ist Quälerei." Immerhin: Besserung scheint in Sicht. So haben beispielsweise die Niederlande eine Mindestlänge für Schnauzen beschlossen, damit Möpse so überzüchtet werden, dass ihre Nasen extrem kurz sind.  © Deine Tierwelt