Hast Du Dich nicht auch schon mal gefragt, wie Dein Vierbeiner die Welt sieht? Das tut selbstverständlich auch die Wissenschaft – und erreicht dabei schon vielversprechende Fortschritte. Neueste Entdeckungen auf dem Gebiet des maschinellen Lernens haben bereits dazu beigetragen, visuelle Reize in menschlichen und nichtmenschlichen Gehirnen zu entschlüsseln.

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Bisher konnten diese Erkenntnisse aber noch nicht sinnvoll auf Nicht-Primaten angewandt werden – bis jetzt. Eine im "Journal of Visualized Experiments" veröffentlichte Studie befasste sich genauer mit der Hirnaktivität von Hunden.

"Wir haben gezeigt, dass wir die Aktivität im Gehirn eines Hundes beobachten können, während er sich ein Video ansieht, und zumindest in begrenztem Umfang rekonstruieren können, was er sieht", sagte Gregory Berns, Professor für Psychologie und Autor der Studie. "Die Tatsache, dass wir dazu in der Lage sind, ist bemerkenswert."

Hunde sind eher auf Handlungen als auf Objekte fokussiert

Obwohl Hunde vom Menschen evolutionär weit entfernt sind, ist eine Erforschung ihrer Wahrnehmung erstaunlich gut möglich. Das liegt daran, dass sie aufgrund ihrer Domestizierung mit dem Menschen täglich sehr ähnlichen visuellen Reizen ausgesetzt sind wie der Mensch. Ein Vergleich zeigt: Die Vierbeiner verarbeiten Informationen anders als wir.

Das Hirn vom Hund ist auf Handlungen eingestellt.
Das Hirn vom Hund ist auf Handlungen eingestellt.

"Wir Menschen sind sehr objektorientiert", erklärte Berns gegenüber der "Jerusalem Post". "In der englischen Sprache gibt es zehnmal so viele Substantive wie Verben, weil wir besonders besessen davon sind, Objekte zu benennen. Bei Hunden scheint es weniger darum zu gehen, wen oder was sie sehen, sondern mehr um die Handlung selbst."

Versuchsteilnehmer schauten sich Hunderte Videoclips an

Aber warum ist das so? Berns lieferte auch dafür eine Erklärung. "Es ergibt absolut Sinn, dass das Gehirn von Hunden in erster Linie auf Handlungen eingestellt ist", sagt er. "Tiere müssen sehr aufmerksam sein, was in ihrer Umgebung passiert, um nicht gefressen zu werden oder um Tiere zu beobachten, die sie jagen wollen. Aktion und Bewegung sind das A und O."

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Um diese Erkenntnisse zu erlangen, schauten sich Studienteilnehmern in einem Experiment eine Reihe von Videos an, während sie sich einem Hirn-Scan unterzogen. In drei Sitzungen wurden Reaktionsdaten auf 256 einzelne Videoclips gewonnen. Dieses Verfahren wurde anschließend mit menschlichen Freiwilligen wiederholt.   © Deine Tierwelt