Haustiere: Die häufigsten Missverständnisse zwischen Mensch und Tier

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Wenn Meerschweinchen quieken, fühlen sie sich wohl. Wedeln Hunde mit dem Schwanz, freuen sie sich, und Fische sind taub. Das sind zumindest die gängigsten Interpretationen tierischen Verhaltens. Doch nicht alle dieser Weisheiten stimmen. (ank/dpa)

Meerschweinchen und Kaninchen sind nicht als Streicheltiere geeignet. Heben die Besitzer sie aus ihrem Käfig und fassen sie an, bleiben sie regungslos sitzen. Das ist eine Angststarre, ein Reflex.
Kaninchen legen außerdem die Ohren an und ducken sich weg, erklärt Ursula Bauer von der Tierschutzorganisation Aktion Tier. "Sie genießen es nicht, gestreichelt zu werden, sie haben Panik."
Als Beutetier ist das Kleinmachen und Erstarren ihre Art, sich vor Angreifern zu verstecken und möglichst unsichtbar zu bleiben. Deshalb sollte man weder Kaninchen noch Meerschweinchen von oben greifen. Im schlimmsten Fall könnten sie vor Schreck einen Herzstillstand bekommen.
Besser ist es, sich zu den Tieren auf den Boden zu setzen und sie auf Augenhöhe zu beobachten.
Meerschweinchen geben verschiedene Laute von sich. Wenn sie Angst haben, pfeifen oder quieken sie. Quieken steht also nicht immer für Freude. 
Ein weiteres Missverständnis: Meerschweinchen sollten Brot und Körner fressen, damit sich die Zähne abnutzen. "Das ist aber schlecht für ihre Verdauung", sagt Gerlach. Heu sei das wichtigste Futter und sorge mit für den Zahnabrieb.
Hamster sind ebenfalls nicht die idealen Spielpartner für kleine Kinder. "Tagsüber mögen sie es nicht, aus dem Käfig gehoben zu werden, weil sie dann eigentlich schlafen", erläutert Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte.
Dann können sie beißen, um sich zu verteidigen. Nachts sind sie dagegen aktiv, also gerade zu der Zeit unterwegs, wenn die menschlichen Besitzer schlafen.
Wedelt ein Hund mit dem Schwanz, muss das nicht unbedingt Freude bedeuten. Eine geduckte Haltung, leicht angelegte Ohren und Knurren oder Bellen sind deutliche Zeichen für Aggression.
Bei einer entspannten Körperhaltung dagegen ist das Schwanzwedeln positiv zu werten.
Fangen Katzen an zu schnurren, halten das die meisten Besitzer für ein Zeichen ihres Wohlbefindens. "Das ist prinzipiell richtig", bestätigt Behr. "Allerdings schnurren Katzen auch, um sich in eine Art Trance zu versetzen, wenn sie Schmerzen haben." Ein Besuch beim Tierarzt kann in diesem Fall Aufschluss über Verletzungen oder Krankheiten geben.
Ein Vorurteil hält sich bei Reptilien hartnäckig: Viele denken etwa beim Kauf kleiner Schildkröten, die würden nicht wachsen. Dabei kann zum Beispiel die Spornschildkröte eine Panzerlänge von bis zu 80 Zentimeter erreichen. Eine griechische Landschildkröte (Bild) wird nur etwa 20 Zentimeter groß.
Auch vermeintlich einfach zu haltende Haustiere wie Fische sind durchaus anspruchsvoll. Als Anfänger meint man, es sei leichter, ein kleines Aquarium zu unterhalten, aber die Wasserwerte lassen sich in einem großen Becken ab mindestens 60 Liter leichter stabilisieren.
Überhaupt ist viel Wissen notwendig, um Fische artgerecht zu halten. Auf keinen Fall sollten Besitzer gegen die Scheibe klopfen, weil sie glauben, Fische seien taub. Die Tiere bemerken das Klopfen durchaus: Se spüren die Schallwellen und die Erschütterung.
Papageien und Sittiche sind stets als Paar im Schwarm unterwegs. Um zu kommunizieren, ahmen sie die Schreie der anderen Schwarmmitglieder nach. Werden sie allein gehalten, fangen sie an, menschliche Laute nachzuahmen, um Aufmerksamkeit zu erlangen.
Hält man Nymphensittiche als Paar, kann es passieren, dass sie häufig hektisch kreischen. Das ist dann keine Kommunikation, sondern ein Zeichen dafür, dass das Paar sich nicht mag.
In der Natur suchen sich die Vögel ihren Partner aus. Deshalb empfehlen Experten das auch für Haustiere zu machen: So gibt es spezielle Partnervermittlungen für Sittiche und Papageien.
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