• Der Buß- und Bettag fällt stets auf den ersten Mittwoch nach dem Volkstrauertag.
  • Der evangelische Feiertag dient der Besinnung und Neuorientierung.
  • Nur in Sachsen ist der Buß- und Bettag ein gesetzlicher Feiertag.

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Der Buß- und Bettag fällt in diesem Jahr auf den 16. November. Der evangelische Feiertag wird seit Ende des 19. Jahrhunderts stets am ersten Mittwoch nach dem Volkstrauertag begangen, beziehungsweise elf Tage vor dem ersten Adventssonntag eines Jahres. Damit ist der Buß- und Bettag zudem der letzte Feiertag im Kirchenjahr.

Worum geht es am Buß- und Bettag?

In der Vergangenheit wurden Buß- und Bettage in Notzeiten als Tage der Buße ausgerufen. Im Fokus des Buß- und Bettags stehen in evangelischen Gottesdiensten laut der Evangelischen Kirche in Deutschland auch heute noch "Besinnung, kritische Lebensbilanz und Neuorientierung".

Gläubige Menschen können an diesem Tag im Gebet demnach etwa über "Versagen und Schuld, Versäumnisse und Fehlentscheidungen" reflektieren. Gleichzeitig diene der Feiertag dazu, "über gesellschaftliche Irrtümer" nachzudenken.

Darum ist der Buß- und Bettag nur in Sachsen ein gesetzlicher Feiertag

Der Buß- und Bettag hat in der evangelischen Kirche eine hohe Bedeutung. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Buß- und Bettag aber nur im Bundesland Sachsen.

Nach der Wiedervereinigung galt der Buß- und Bettag zunächst bundesweit als gesetzlicher Feiertag. 1994 wurde jedoch beschlossen, diesen mit Ausnahme von Sachsen ab 1995 als Feiertag für ganz Deutschland zu streichen. Mit der Streichung sollte eine Belastung der Arbeitgeber durch die eingeführten Beiträge zur Pflegeversicherung ausgeglichen werden.

Mehrere Bundesländer hatten sich zwar gegen diese Streichung ausgesprochen, doch nur der damalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf setzte sich durch. Zwar ist der Buß- und Bettag damit auch weiterhin in Sachsen ein gesetzlicher Feiertag, doch Arbeitnehmer müssen dort zum Ausgleich 0,5 Prozent ihres Bruttogehalts mehr in die Pflegeversicherung einzahlen.

Diese Ausnahmen gibt es am Buß- und Bettag

Im Rahmen des Buß- und Bettags gibt es jedoch auch einige Ausnahmen. So ist es gläubigen Menschen in anderen Bundesländern etwa möglich, sich aus religiösen Gründen frei zu nehmen, ohne dafür einen Urlaubstag opfern zu müssen. Dann müssen sie für diesen Tag aber auch auf ihren Lohn verzichten. Außerdem gibt es in Bayern und Berlin Sonderreglungen für Schülerinnen und Schüler.

In Berlin sind evangelische Schülerinnen und Schüler am Buß- und Bettag nicht zum Besuch des Unterrichts verpflichtet. In Bayern haben am Buß- und Bettag grundsätzlich alle Schüler unterrichtsfrei. "Die Lehrkräfte haben an diesem Tag unterrichtsfrei, nicht aber dienstfrei: An vielen Schulen des Freistaates wird dieser Tag genutzt, um einen sogenannten Pädagogischen Tag abzuhalten, der aktuelle Aspekte aus Bildung und Erziehung thematisiert", erklärt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus auf seiner Homepage © 1&1 Mail & Media/spot on news