• In Nordrhein-Westfalen hat ein Gericht den Namen "Müller" als zweiten Vornamen genehmigt.
  • Das ist nicht der einzig kuriose Vorname in Deutschland.
  • Diese besonderen Namen wurden bisher zugelassen - und diese nicht.

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Ein Kind darf den Namen "Müller" als zweiten Vornamen tragen. Über ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgericht Hamm weist die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

Im konkreten Fall erhielt das erste Kind eines Ehepaares den Nachnamen der Frau. Das zweite Kind sollte dann den Nachnamen des Mannes bekommen. Das war jedoch nicht möglich: Die Geburtsnamensbestimmung für das erste Kind hat für die weiteren Kinder eine Bindungswirkung.

Weitere Vornamen dienen der "Ich-Findung"

Die Eltern wollten daraufhin ihre Tochter mit zweitem Vornamen "Müller" nennen. Doch dürfen die das? Sie dürfen, entschied das Oberlandesgericht. Die Richter sahen keinen Hinderungsgrund darin, dass "Müller" ein sehr häufiger Name ist. Seien weitere Vornamen vorhanden, die dem Kind im sozialen Kontakt eine "Ich-Findung" leicht ermöglichen, so sei nicht zu erkennen, welche Bedeutung der Häufigkeit des als Nachnamen benutzten Vornamens zukommen solle.

Das Gericht verwies auf die Tradition, ein Kind durch mehrere Vornamen etwa an Großeltern oder Taufpaten "anzubinden". Diese Namen würden ja in der Regel ohnehin nicht als Rufname benutzt. Sie würden aber mit einem Bewusstsein der eigenen sozialen und familiären Einbindung getragen - als Bestandteil der Identitätsfindung und Individualisierung. Das treffe auch auf die Verwendung eines Namens zu, der üblicherweise nur als Nachname in Gebrauch sei.

Diese skurrilen Vornamen wurden in Deutschland bereits zugelassen

"Müller" ist aber nicht der einzige kuriose Vorname, der von einem Gericht in Deutschland erlaubt wurde. Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) wurden unter anderem bereits Namen aus

  • Shakespeare-Stücken (z.B.: Hamlet, Ophelia oder Otello)
  • der Serie Game of Thrones (z.B. Daenerys, Khaleesi oder Jorah)
  • der griechischen und römischen Mythologie (z.B. Poseidon, Zeus oder Herkules)
  • der Musik(z.B. Bach, Sido oder Campino)
  • der Kulinarik (z.B. Kiwi, Tequila oder Ernte)
  • sonstigen Bereichen des öffentlichen Lebens (z.B. Merkel, Rodin oder Twain)

standesamtlich beurkundet. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren ebenso Vornamen wie Xing, Kleeblatt, Boss, Sheriff, Magd, Kurdistan, Bethlehem oder Hortensie genehmigt. Auch sehr alte Namen wie Wendelbert oder Swanhilda wurden beurkundet. Allerdings hatte die GfdS auch Namen abgelehnt (Stand 2019). Dazu gehörten zum Beispiel Pinocchio, Batman, Kaiser, Popcorn oder Ferrari.

Was sieht das Gesetz in Deutschland vor?

In Deutschland gibt es eine Regulierung bei der Vergabe von Vor- und Nachnamen. Demnach gibt es zwar keine gesetzlichen Bestimmungen, ob ein Vorname zulässig ist, allerdings kann ein Standesamt die Eintragung ins Geburtenregister verweigern, "wenn der Vorname das Kindeswohl zu gefährden droht".

Weiter heißt es: "Bei beabsichtigter Vergabe eines nicht gebräuchlichen Vornamens besteht keine Pflicht der Sorgeberechtigten, die Existenz bzw. Tauglichkeit des Vornamens durch Beibringung geeigneter Belege zu beweisen. Eine offizielle Begrenzung der Anzahl der Vornamen existiert nicht."

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Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.
  • Deutscher Bundestag
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