Hier wurden Millionen verschwendet - Beispiele von Steuerverschwendung beim Bau

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Der Bund der Steuerzahler (BdSt) schaut dem Staat bei seinen Ausgaben ganz genau auf die Finger. In seinem "Schwarzbuch" liegen in diesem Jahr vor allem die Baukosten im Fokus der Prüfer. Ein paar Beispiele eklatanter Fehlplanung und Steuerverschwendung. (fab)

Die ursprünglichen Kosten von 11,2 Millionen Euro für die Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses können nicht gehalten werden. Bereits 2016 wurde bekannt, dass 20,9 Millionen Euro nötig sein werden. Zu den Kosten für die Gebäudetechnik kommen noch weitere hinzu. Der Bund der Steuerzahler weist darauf hin, dass auch Dach und Fassade einer Sanierung bedürfen. Eine erste Schätzung belief sich auf 15 Millionen Euro.
Die 1959 errichtete Beethovenhalle in Bonn sollte für etwa 60 Millionen Euro saniert werden. Die Fertigstellung war für November 2018 geplant. Daraus wurde nichts. Die Bauarbeiten dauern an und die Kosten liegen bereits bei 94 Millionen Euro. Ob es mit der Halle pünktlich zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens 2020 noch etwas wird, wird sich zeigen.
Das "Sanaa-Gebäude" ist ein Klotz am Bein der Steuerzahler, meint der BdSt. Das Gebäude kostete 14 Millionen Euro, jetzt muss es auch noch saniert werden. Dies soll noch mal mit 5,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Gründe: Fensterbänke seien mangelhaft, es gebe Betonschäden, der Dachgarten sei aufgrund rutschiger Beläge nicht nutzbar. Außerdem müssten Innendämmung und und Lüftung erneuert werden.
"Letzter Akt Tragödie" betitelt der BdSt die Sanierung der Berliner Staatsoper. Vier Jahre Terminverzug und 200 Millionen Euro Mehrkosten verbuchten die Prüfer. Demnach sind die Baukosten auf nunmehr fast 440 Millionen Euro gestiegen. Der BdSt rechnet vor: Die Baukostenüberschreitung entspricht einem Fünftel des Sanierungsbedarfs aller Berliner Brücken.
Die neue Possehlbrücke in Lübeck wird richtig teuer für den Steuerzahler: Das Bauwerk kostet mittlerweile 15 statt der zuvor kalkulierten 9 Millionen Euro. Fertigstellungstermin war überdies der 31. Januar 2017. Die Brücke soll nun im November 2019 vollständig befahrbar sein.
Die Stadt Potsdam hat einfach drauf losgebaut - statt eines schlichten Schwimmbads ein Spaßbad mit Wellnesslandschaft. Nur: Die genaue Kostenberechnung liegt auch anderthalb Jahre nach der Eröffnung noch nicht vor. Der BdSt schätzt, es könnte mit etwa 42 Millionen Euro zu Buche schlagen. Ein Skandal, meinen die Prüfer.