Jamel (dpa/mv) - Zum 13. Mal wollen die Besucher des Festivals "Jamel rockt den Förster" gegen die starke Neonaziszene in Jamel (Landkreis Nordwestmecklenburg) demonstrieren. Welche Bands am 23. und 24. August spielen, bleibt wie in den vergangenen Jahren bis zum Auftritt geheim, erklärte das Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer als Veranstalter. Damit soll der politische Charakter des Festes hervorgehoben werden. In den vergangenen Jahren hatten unter anderem Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen, Die Ärzte, Kraftklub, Fettes Brot und die Beatsteaks gespielt.

"Wir wollen mit unserem nicht-kommerziellen, ehrenamtlich organisierten Festival ja in erster Linie zeigen, wie man sich - ganz entspannt und gewaltfrei - für Demokratie und gegen Rechtsradikalismus und -populismus aussprechen kann", sagte Birgit Lohmeyer. Die 1200 Tickets seien bereits seit November ausverkauft.

Zur Eröffnung werden die Schirmherrin des Festivals, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und der DGB-Chef Reiner Hoffmann erwartet. Ihr Festival veranstalten die Lohmeyers auf ihrem Grundstück, um der starken rechtsextremen Szene, die den Ort bundesweit bekannt gemacht hat, etwas entgegenzusetzen.

Bei der Kommunalwahl im Mai hatte der vorbestrafte Rechtsextremist Sven Krüger, auf dessen Initiative hin sich zahlreiche seiner Gesinnungsgenossen mit ihren Familien in Jamel ansiedelten, den Sprung in die Gemeindevertretung von Gägelow geschafft. Er erhielt 281 Stimmen, die von ihm gegründete Wählergemeinschaft Heimat insgesamt 401. Birgit Lohmeyer scheiterte mit ihrer SPD-Kandidatur und schaffte es weder in die Gemeindevertretung noch in den Kreistag.  © dpa