Schwerin (dpa/mv) - Nach der Verhandlung einer Klage gegen den Bau einer doppelten Hähnchenmastanlage hat das Verwaltungsgericht Schwerin am Mittwoch noch kein Urteil verkündet.

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Der Beschluss solle am Donnerstag bekanntgegeben werden, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als Kläger mit. Das Gericht war nach der mehr als fünfstündigen Verhandlung nicht erreichbar.

Die Umweltorganisation hatte 2017 gegen die Genehmigung der Hähnchenmastanlage durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Rostock Klage eingelegt. Als Grund nannte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag, dass der Investor in der Gemeinde Wardow (Landkreis Rostock) den Genehmigungsantrag in zwei identische Anträge für zwei Anlagen zu je 39 900 Tierplätzen aufgeteilt habe. Damit wurde nach ihren Worten die Öffentlichkeitsbeteiligung umgangen. Diese wäre bei mehr als 40 000 Tieren pro Anlage nötig. Das Amt hatte 2016 die Genehmigung erteilt.

Die beiden völlig gleichen Ställe sollen auf einem gemeinsamen Flurstück zwischen den Dörfern Wardow und Kobrow nahe des EU-Schutzgebietes "Recknitz- und Trebeltal mit Zuflüssen" errichtet werden. Der Betrieb würde durch Lärm, Verkehr, Geruch, keimhaltigen Feinstaub und Ammoniak Anwohner, Besucher, die umliegenden Biotope, Alleen, Fahrradstrecken und das Schutzgebiet des Recknitztals beeinträchtigen, erläuterte der BUND. In den Ställen sollen pro Jahr in acht Durchgängen mehr als eine halbe Million Hähnchen gemästet werden. Pro Quadratmeter würden 19 Tiere gehalten werden.

Der Investor Christian Hein wandte sich im Sender NDR 1 Radio MV dagegen, dass ihm etwas Unrechtmäßiges unterstellt werde. Der Bau sei vor neun Jahren angemeldet und vor vier Jahren genehmigt worden. Er wolle nichts weiter als Hähnchen mästen. Der Hühnermist wäre ein idealer Dünger für den Acker, meinte Hein.  © dpa

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