Düsseldorf (dpa/lnw) - Eine evangelische Kirchengemeinde in Polen bekommt ihren in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gegangenen Abendmahlskelch nach vielen Jahrzehnten zurück. Der Pfarrer im polnischen Dźwierzuty, dem früheren Mensguth in Masuren, hatte per Zufall im Internet entdeckt, dass das Kölner Auktionshaus Van Ham einen "Messkelch für eine Kirche in Mensguth, ehemals Ostpreußen" versteigert hatte. Wie die Evangelische Kirche im Rheinland am Freitag berichtete, erreichte die Bitte des rührigen Pfarrers um Unterstützung das Landeskirchenamt in Düsseldorf.

Dann wurde das Auktionshaus angefragt, es nahm diskret Kontakt auf zum Käufer. Dieser habe "äußerst verständnisvoll reagiert" und den Kelch - verbunden mit einem persönlichen Brief an die heute hundert Seelen zählende Gemeinde - wieder auf Reisen geschickt. Rheinische Kirchengemeinden halfen, Rückkauf und Restaurierung zu finanzieren. In der polnischen Gemeinde gebe es Familien, deren Vorfahren bereits aus dem Gemeinschaftskelch für das Abendmahl getrunken hatten, berichtete die Landeskirche.

Präses Manfred Rekowski wird den Kelch aus reinem Silber am Sonntag der Gemeinde übergeben. Der ranghöchste Repräsentant der rheinischen evangelischen Kirche wurde selbst in Masuren geboren. Seine Familie kam in die Bundesrepublik Deutschland, als er fünf Jahre alt war.  © dpa