Auch im urigen Schaafbachtal nördlich von Ripsdorf hat die Flutkatastrophe im Juli 2021 enorme Schäden angerichtet.

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Der Schaafbach wurde zum reißenden Fluss und zerstörte eine Brücke, die vor allem für den landwirtschaftlichen Verkehr von Bedeutung ist. Jetzt ist sie für rund 475.000 Euro wieder aufgebaut worden.

"Die Ecke hier kenne ich seit meiner Kindheit. Hier haben wir die Kühe von den Weidewiesen durch den Wald hoch zum Stall getrieben. War nicht so einfach." Martin Peetz, Ur-Ripsdorfer und unter anderem Vorsitzender des Vereinskartells, steht an der Schaafbachbrücke und blinzelt in die Sonne.

Das Bauwerk dient von alters her der Verbindung zwischen Ripsdorf, den Wiesen im idyllischen Tal und denen auf der gegenüberliegenden Hangseite "Auf dem Stein". Doch seit der Hochwassernacht 2021 war sie zerstört. Das Geld, das der Wiederaufbau gekostet hat, kam aus dem Wiederaufbaufonds des Landes.

Brücke bei Ripsdorf wurde in der Flutnacht völlig zerstört

Fast eine halbe Million für eine Brücke über einen kleinen Bach in einem urigen Tal? Solche Summen sind derzeit nichts Besonderes beim Wiederaufbau nach den Hochwasserschäden. Damals hatte sich der kleine Schaafbach – die Schreibweise in alten Karten ist die mit doppeltem a, neuere Schreibweisen haben nur das einfache – an seiner Brücke unterhalb von Ripsdorf gestaut. Dem gewaltigen Wasserdruck hielt das alte Bauwerk nicht stand.

"Die Uferbereiche an der Brücke waren tief ausgespült, Fundamente und Widerlager lagen frei, die Brücke selbst war eingestürzt", so Peetz. Er ist in der Tiefbauabteilung der Gemeinde Blankenheim beschäftigt und übernahm die Bauleitung für den Brücken-Wiederaufbau.

Das gesamte Bauwerk ist inklusive der Flügelwände 15 Meter lang, die Fahrbahn fünf Meter breit. Die Spannweite beträgt sieben Meter. Verändert wurde die lichte Durchflusshöhe mit 2,70 Metern und die lichte Durchflussbreite von sechs Metern.

Das Bauwerk ist für Landwirtschaft und Tourismus sehr wichtig

Der Durchmesser des Durchflusses ist damit deutlich größer als vorher. Der Schaafbach hat in Zukunft bei vergleichbaren Hochwässern mehr Platz. In Abstimmung mit dem Kreis Euskirchen wird bei allen Brückenneubauten genau diese Frage gestellt: Muss der Neubau breiter sein als zuvor?

Oder ist es vielleicht sogar besser, wenn er schmaler wird? Letzteres gilt zum Beispiel für den anstehenden Neubau der Brücke über den Nonnenbach. "Dort sind keine Wohnhäuser in der Nähe, die gefährdet wären, wenn sich an der Brücke das Wasser staut, so kann der Druck unterhalb davon aber reduziert werden", so Peetz.

Der Neubau wird am Freitag von den Ripsdorfern gebührend gefeiert

Neben dem landwirtschaftlichen Verkehr nützt die neue Schaafbachbrücke vor allem touristischen Zwecken. Über eine geteerte, schmale Straße den Hang hinauf durch den Wald kann von hier aus Ripsdorf erreicht werden.

Im Schaafbachtal selbst bindet die Brücke an Radwanderwege, eine Mountainbike-Strecke und Wanderwege wie den Eifelsteig an. "Die Brücke ist bei vielen Ripsdorfern beliebt, weil sie eine kleine Spazierwegrunde ermöglicht", so Ortsvorsteher Rudi Huth.

Er ist im Hauptberuf Geschäftsführer eines Bauunternehmens und wird mit zwei Kollegen aus der Ripsdorfer Unternehmerschaft, Bauunternehmer Mathias Schoenen und Klaus Pfeil, Inhaber einer Fensterbaufirma, ein Brückeneröffnungsfest am Freitag, 12. Juli, finanzieren.

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Unterstützung kommt auch von der Ortsgruppe Ripsdorf des Eifelvereins, Mitglieder stehen am Grill. Um 13.30 Uhr beginnt das gesellige Beisammensein, zu dem auch Bürgermeisterin Jennifer Meuren erwartet wird. Pfarrer Andreas Züll wird das neue Bauwerk einsegnen.  © Kölner Stadt-Anzeiger

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