Halle (dpa) - Bei den Angriffen in Halle/Saale haben Defekte an mindestens einer Waffe des Täters allem Anschein nach eine höhere Opferzahl verhindert.

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In dem offensichtlich vom Attentäter aufgenommenen Tatvideo ist zu sehen, wie in mindestens zwei Fällen Ladehemmungen Menschen das Leben retten. Der Täter setzte eine vermutlich im Selbstbau hergestellte Langwaffe, eine Pistole und Sprengsätze ein.

Bis zum Abend gab es keine Bestätigung der Behörden dafür, dass es sich bei dem Mann im Video um den mutmaßlichen Attentäter handelt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen soll der 27-jährige Deutsche vor der Synagoge und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er floh vom Tatort und wurde am Mittwochnachmittag festgenommen.

Das fast 36 Minuten lange Bekennervideo zeigt, wie skrupellos der mutmaßliche Täter agiert. Nachdem er vor der Mauer des jüdischen Friedhofs eine Frau niedergeschossen hat, zielt er mit seiner Waffe auch auf den Fahrer eines Kurierdienstes. Die Waffe versagt, der Mann kann unversehrt entkommen. Vergeblich versucht der Attentäter, in die Synagoge zu gelangen. Er gibt von außen drei Schüsse auf eine Tür ab, die allerdings dem Beschuss aus einer Art Schrotflinte standhält. Im Auto des Täters sind mehrere Waffen und Magazine mit Patronen zu sehen.

Wenige Minuten später gelingt im Döner-Imbiss mindestens einer Person die Flucht in einen hinteren Teil des Ladens, weil die Langwaffe Aussetzer hat. Ein männliches Opfer versteckt sich hinter einer Reihe von Kühlschränken. In dem mit einer tragbaren Kamera gefilmten Video ist zu sehen, wie der Mann um sein Leben fleht. Der Täter feuert mehrfach auf ihn und tötet ihn.

Zurück auf der Straße schießt der Angreifer in Richtung eines jungen Mannes. Der Passant kann aber fliehen.  © dpa

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