Berlin/Stuttgart - Die sächsische BSW-Vorsitzende Sabine Zimmermann hat die hohen Eigenanteile Pflegebedürftiger scharf kritisiert.

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"Die finanzielle Schieflage ist seit Jahren absehbar. Stichworte wie alternde Gesellschaft sind bekannt", sagte Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Pflegefälle steige jedes Jahr an. "Nicht jeder kann sich Pflege mehr leisten und muss im Alter zum Sozialamt gehen. Das ist eine Schande."

"Bei der Finanzierung der Pflegeversicherung war es schon immer der Fehler, dass es eine Teilkaskoversicherung war. Deshalb sind die Eigenanteile stetig gestiegen und jede Regierung im Bund hat Reformen versprochen. Aber keine ist dieses Thema wirklich angegangen", sagte Zimmermann. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verspreche nur immer und liefere nicht. "Pflege brauch eine solide, auskömmliche, nachhaltige und langfristige Finanzierung. Damit die Menschen in Würde alt werden können."

Zimmermann saß früher für die Linken im Bundestag und leitete dort den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Jetzt ist sie Spitzenkandidatin des Bündnisses Sahra Wagenknecht für die sächsische Landtagswahl am 1. September.

Große regionale Unterschiede

Auch in Sachsen waren die Eigenanteile für Pflegeheimbewohner weiter gestiegen. Für das erste Jahr im Heim werden im Schnitt 2.667 Euro im Monat fällig. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 280 Euro mehr. Die Zahlen hatte der Ersatzkassenverband VDEK ermittelt. Insgesamt gibt es bei den Zuzahlungen regionale Unterschiede. Im Schnitt am teuersten ist derzeit ein Heimplatz im ersten Aufenthaltsjahr nun in Nordrhein-Westfalen mit 3.200 Euro pro Monat und in Baden-Württemberg mit 3.180 Euro. Am niedrigsten ist die Eigenbeteiligung in Sachsen-Anhalt mit 2.373 Euro.   © Deutsche Presse-Agentur

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