Kiel (dpa/lno) - Bei der Kieler Werft German Naval Yards zeichnet sich aus Gewerkschaftssicht wegen wirtschaftlicher Probleme ein erheblicher Personalabbau ab.

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Noch lägen keine festen Zahlen vor, aber der vom Unternehmen angestrebte Abbau dürfte in dreistelliger Höhe liegen, sagte Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin der IG-Metall Neumünster-Kiel am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Eine Unternehmenssprecher nannte auf Nachfrage keine konkreten Zahlen. Die Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaften seien gerade erst aufgenommen worden. Die "Kieler Nachrichten" hatten zuvor berichtet, es stünden 200 der rund 500 Arbeitsplätze auf der Kippe.

"Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf alle Werften in Deutschland - auch auf uns in Kiel", sagte der Unternehmenssprecher. "Es wurden Aufträge storniert; Umsatzeinbußen sind die Folge." Das Unternehmen müsse sich zukunftssicher aufstellen, um das Überleben der Werft langfristig zu sichern. Hierzu seien unterschiedliche Maßnahmen notwendig. "Diese umfassen etwa Kurzarbeit, Altersteilzeitmodelle und einen zeitweiligen Verleih von Arbeitnehmern an andere Unternehmen, aber auch einen Personalabbau." Ziel sei es, möglichst sozialverträgliche Lösungen zu finden.

Schmoliner kündigte an, die IG Metall werde um den Erhalt möglichst vieler Jobs kämpfen. Sie verwies auf einen bestehenden Beschäftigungssicherungsvertrag. Ein Vertreter des Betriebsrats von German Naval Yards habe mit Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) über die schwierige Situation gesprochen.  © dpa

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