Hummelshain/Erfurt (dpa/th) - Die Landesregierung will die bevorstehende Zwangsversteigerung des vom Verfall bedrohten Jagdschlosses Hummelshain (Saale-Holzland-Kreis) kurzfristig abwenden.

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Sie wolle stattdessen eine Einigung zwischen derzeitiger Eigentümerin, Grundschuldgläubigern und Insolvenzverwalter der früheren Eigentümerin erreichen, erklärte Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) am Freitag in einer Mitteilung: "Mein Ziel ist es, Schloss Hummelshain als kulturhistorisch wertvollen Ort zukunftssicher zu gestalten." Dazu müsse das Grundstück in verlässliche Hände gelegt werden, um es mit öffentlicher Unterstützung für eine dauerhafte Nutzung sanieren zu können.

Ein Termin für die Zwangsversteigerung auf Antrag eines Gläubigers ist laut Staatskanzlei für den 5. November am Amtsgericht Jena angesetzt. Die Staatskanzlei will die Aufhebung dieses Termins beantragen und weiter Gespräche mit den Verfahrensbeteiligten führen. Dem angestrebten Vergleich muss jede einzelne Partei mit Ansprüchen an das Grundstück zustimmen.

Das einst dem Land gehörende Schloss war 1998 an ein Privatunternehmen verkauft worden, dass der Verpflichtung zur Sanierung nicht wie vereinbart nachkam. Vor seiner Insolvenz hatte es das Schloss noch an eine andere Firma verkauft.

"Die Lage ist verzwickt", sagte Rainer Hohberg vom Förderverein des Schlosses am Freitag. Komme es zu keiner außergerichtlichen Einigung, drohe bei einer Zwangsversteigerung das Risiko, "dass wieder ein Spekulant zum Zuge kommt". Der Verein kümmert sich seit vielen Jahren um das Schloss und veranlasst Sanierungsarbeiten an dem Schloss, das als national wertvolles Kulturdenkmal gilt.  © dpa

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