Puerto Plata, zu deutsch Silberhafen, hatte Christopher Columbus den Ort 1493 bei seiner Entdeckung mit Blick auf die dicken Nebelschwaden getauft, die auch heute noch an fast jedem Nachmittag schwer auf dem angrenzenden Berg liegen. Wer den atemberaubenden Panoramablick über die Stadt genießen möchte, sollte deshalb lieber früh aufstehen.

Über uns strahlt die Sonne am tiefblauen Himmel, viele Meter unter uns gleichen die Wipfel des Urwaldes einer Decke, die sich sanft über die Landschaft gelegt hat.

Ganz langsam, Zentimeter für Zentimeter, kämpft sich unsere Seilbahn – übrigens die einzige in der gesamten Karibik – den Berg hinauf. Meine Knie werden weich. Nein, die Fahrt mit der Teleférico ist definitiv nichts für Angsthasen oder Menschen mit Höhenangst.

Aber unser Ziel ist uns die Überwindung definitiv wert. Hoch oben auf der Spitze des Monte Isabel de Torres wollen wir den Panoramablick über Puerto Plata genießen.

Ein Ruck geht durch die Gondel – das Zeichen, dass wir angekommen sind. Ein angenehm frischer Wind weht hier auf 800 Metern Höhe und wie so viele nehmen wir zunächst den Weg zur imposanten Jesus-Statue auf der großen Kuppel.

Die Guides kämpfen um die besten Fotos

Diese ist ihrem berühmten Vorbild von Rio de Janeiro in Brasilien zum Verwechseln ähnlich, jedoch nur wesentlich kleiner. Ein Schild verrät auf Englisch: "Die Statue von Christus dem Erlöser wurde 1970 auf der Spitze des Berges Isabel de Torres gebaut, als die dominikanische Regierung das große touristische Potenzial des Berges erkannte."

Genau mein Humor. Die vielen Guides kämpfen derweil darum, für uns ein Foto zu schießen, auf dem wir die Statue im Miniformat in der Hand halten – der Klassiker.

Unsere Bloggerin tauscht All-Inclusive-Animation gegen Surfer-Idylle.

Dann endlich finden wir auch ein wenig Muße, den herrlichen Ausblick über Puerto Plata zu genießen. Die Küstenstadt mit ihren 130.000 Einwohnern zählt zu den wichtigsten Hafenstädten der Dominikanischen Republik.

Wir erkennen den Flughafen, der rund 15 Kilometer vor der Stadt liegt und mit über einer Million Passagiere pro Jahr der drittgrößte des Landes ist. Kein Wunder, schließlich bietet Puerto Plata mit seiner berühmten Ferienanlage Playa Dorada Platz für insgesamt rund 10.000 Hotelgäste.

Exotik im Botanischen Garten

Anschließend wollen wir uns die Beine vertreten, ein Gang durch den Botanischen Garten mit seiner herrlichen tropischen Vegetation bietet sich an. Dort entdecken wir eine Vielzahl einheimischer Bäume, Sträucher und Blumen sowie einen Teich, in dem Schildkröten schwimmen.

Die Wege sind leicht begehbar und immer wieder staunen wir über die exotischen Vögel, die hoch oben über unseren Köpfen in den Baumwipfeln sitzen.

Aber ganz klar, die beworbenen Highlights auf dem Rundweg werden ihrem Ruf definitiv nicht gerecht: Die Höhle ist ein eingebrochener Gewölbekeller, den wir fast übersehen hätten und die Lagune in Wirklichkeit ein Swimmingpool. Dennoch: Der Rest des Naturschutzgebietes ist wunderschön.

Die Beschilderung ignorieren wir übrigens einfach, verlaufen uns lieber, denn besonders groß ist das Gelände ohnehin nicht. Und weil die Kapazität der Seilbahn den Andrang auf dem Berg ganz natürlich reglementiert, gelingt es uns leicht, ein einsames Plätzchen zu finden, um ganz die Ruhe und Stille der Natur zu genießen.

Als schließlich immer mehr Wolken aufziehen und den Blick auf Puerto Plata verhüllen, treten wir den Rückweg an. Denn am Nachmittag wollen wir die Stadt erkunden, die mit ihren vielen bunten karibischen Holzhäusern definitiv nicht nur aus der Luft einen Blick wert ist.

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DomRep aus der Vogelperspektive

Der atemberaubende Blick entschädigt für die waghalsige Gondelfahrt. Unsere Bloggerin ist sich sicher: Dies war definitiv nicht ihr letzter Besuch hier!

Als Kind wollte sie unbedingt Astronautin werden und ins All fliegen, heute reist sie lieber mit der Transsibirischen Eisenbahn bis Peking. Birte Schmidt, Journalistin und Nordlicht mit Fernweh, erzählt Reisegeschichten übers Glücklichsein.