Das winterliche Gasteinertal im Herzen des Salzburger Landes ist eine in vielfältigen Nuancen schimmernde Urlaubsperle, die in ihrem Freizeitportfolio manch glitzerndes oder auf der Zunge zergehendes Schmankerl bereithält. Die Orte Dorfgastein, Bad Hofgastein, Bad Gastein und Sportgastein überzeugen mit einem eisigen Kunstfestival, einer naturnahen Schneeschuhwanderung, einem attraktiven Skigebiet und einer traumhaften Alpentherme zum Relaxen.

Im Sonnenlicht funkeln die durch die Luft tanzenden Eiskristalle wie kleine Diamanten, wenn nationale und internationale Künstler während der seit sieben Jahren alljährlich stattfindenden "Art on Snow" im gesamten Gasteinertal ihre Ideen in glasklare Blöcke aus gefrorenem Eis fräsen.

Wir entdecken auf 2.050 Metern Höhe an der Bergstation "Kleine Scharte" im Skigebiet "Stubnerkogel-Angertal-Schlossalm" Alex Neumayer, wie er bei bestem Wetter unter blauem Himmel seine Skulptur "prickelnd" aus einem imposanten Eisblock bohrt und meißelt, passend zum Motto des Jahres 2017 "Wasser - still oder prickelnd".

Skifahrer und Winterwanderer können solche Kunstwerke überall im Skigebiet entlang der Pisten bestaunen. Aber auch in Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein erblicken wir auf Plätzen oder in der Fußgängerzone große und kleine Eisskulpturen, allesamt kunstvoll gestaltet. In der Nacht sind diese farblich illuminiert.

Im Rahmen des Festivalprogramms schlendern wir noch durch die eine oder andere Fotoausstellung und erleben zu später Stunde eine musikalisch-multimediale Live-Performance im Café Kraftwerk in Bad Gastein, am Fuße des mächtigen Bad Gasteiner Wasserfalls.

2018 beginnt das rund einwöchige Kunstfestival "Art on Snow" am 27. Januar unter dem Motto: "60 Jahre internationaler Skisport in Gastein - Alpine Ski WM 1958".

Mit dabei ist, wie auch im vergangenen Jahr, der Brite Simon Beck, einer der bekanntesten Schneekünstler, der während seiner Laufbahn schon über 200 riesige Motive in winterlichen Landschaften hinterlassen hat. Sein Handwerkszeug sind dabei einzig seine Schneeschuhe, mit denen er durch das weiße Element stapft und grandiose Formen und Figuren kreiert.

Schneeschuhwandern im Einklang mit der Natur

Funkelnde Schnee- und Eiskristalle gehören auch bei der Schneeschuhwanderung im Angertal nahe Bad Hofgastein zu den visuellen Höhepunkten. Hans, unser Guide, hilft uns kurz, die etwas sperrigen Schneeschuhe festzuzurren und erklärt uns, wie man am besten mit diesen modernen "Sportgeräten" durch die tiefverschneite Winterwelt wandert, ohne alle paar Meter zu stolpern oder beim bergab gehen den Halt zu verlieren.

Nach zehn Minuten schreiten wir, fast wie alte Hasen, entlang der Anger und sind fasziniert von der Stille, der Natur und dem Wissen von Hans. Er zeigt uns Dinge, die für unsere Augen und Sinne zunächst nicht wahrnehmbar sind.

Wir stoßen auf Spuren von Rotwild, das in der vergangenen Nacht gemächlich durch den Schnee geschritten ist und finden Hinweise auf einen Hermelin, der auf der Jagd nach einer flinken Maus seinen individuellen und einzigartigen "Fingerabdruck" im Schnee hinterlassen hat.

Während unserer Wanderung achtet Hans stets darauf, dass wir nur Wege nutzen, auf denen wir die Wildtiere in ihrem Lebensraum nicht stören. Dies sollten Wintersportler grundsätzlich beachten und nicht auf eigene Faust abseits ausgewiesener Strecken und Pisten Skifahren, Rodeln oder Wandern.

Genau diese Aspekte und Verhaltensregeln versucht Hans und die von der Salzburger Landesregierung ins Leben gerufene Initiative "Respektiere deine Grenzen" den Urlaubern auf unaufdringliche Art und Weise zu vermitteln.

Austoben auf den Pisten von Gastein und Ski amadé

Endlich geht es auf die Piste. Uns erwartet ein riesiges Skigebiet, die Skischaukel "Schlossalm-Angertal-Stubnerkogel", erreichbar von Bad Hofgastein als auch von Bad Gastein. Zwischen den beiden Orten erstrecken sich an den sanft bis steil ansteigenden Berghängen dutzende bestens präparierte Pisten für Anfänger, Familien und Könner.

Bis auf knapp 2.300 Meter geht es hinauf, wenn man hoch bis zum Stubnerkogel fährt. Uns gefällt vor allem die Abfahrt von der Hohen Scharte bis nach Bad Hofgastein. Diese mittelschwere und landschaftlich eindrucksvolle Strecke hat eine Länge von 10,4 Kilometern und ist damit eine der längsten Abfahrten in den Ostalpen.

Doch bevor wir flott ins Tal schwingen, schnallen wir die Skier ab und gönnen uns eine Portion Adrenalin samt Ausblick auf die verschneite Berglandschaft. Wir betreten am Stubnerkogel die 140 Meter lange und Europas höchstgelegene Hängebrücke.

Wer noch höher hinaus möchte, schnappt sich am nächsten Tag den Skibus nach Sportgastein. Dort bringt uns die Goldbergbahn hinauf zum Kreuzkogel auf über 2.600 Meter. Gleichzeitig ist dies der höchste Punkt von Ski amadé, dem Zusammenschluss von fünf Skiregionen.

Neben Gastein gehören Schladming-Dachstein, die Salzburger Sportwelt, das Großarltal und Hochkönig zu diesem größten österreichischen Skiverbund, der 25 Orte, 760 Kilometer Piste und 270 Lifte umfasst, die alle mit nur einem Skipass erkundet werden können.

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Winterwunderland Gasteinertal

Wer Erholung im Schnee sucht, ist im Gasteinertal genau richtig. Hier finden Urlauber einen echten Traum in Weiß.

Relaxen in der Alpentherme und kulinarische Schmankerl der Extraklasse

Nachdem das Auslesen unseres Skipasses am Abend für den zurückliegenden Skitag 5.874 absolvierte Höhenmeter, 30 zurückgelegte Pistenkilometer und 11 Liftfahrten ergab, denken wir uns, dass wir uns etwas Zeit zum Relaxen und Genießen verdient haben.

Wir entscheiden uns zunächst für die Alpentherme in Bad Hofgastein. Sechs verschiedene Thermenwelten auf über 32.000 Quadratmetern lassen unsere müde Muskulatur rasch regenerieren. Begeistert sind wir von der Saunawelt mit Finnischer Sauna, Farblicht- und Zirbensauna sowie von dem stattlichen Außenbereich mit Thermalwasser-Bad.

Frisch erholt, machen wir uns auf den Weg zum Schlemmen in den "Unterbergerwirt" in Dorfgastein. Dort verwöhnen der mehrfach ausgezeichnete Koch Hans-Peter Berti, seine Frau Elfriede und ihre Töchter die Gäste.

Wir genießen ganz in Ruhe das wunderbar zarte "Keulenstück vom Heubeisser" aus eigener Zucht mit Gemüsekruste und Erdäpfel-Gratin, freuen uns jedoch insgeheim viel mehr auf den gehaltvollen und als wahre Köstlichkeit gepriesenen Nachtisch.

Denn Elfriede Berti ist die unangefochtene "Windbeutelkönigin", zweimal gewann sie schon den Titel "Salzburger-Nockerl-Weltmeisterin". Als sie uns ihr süßes Kunstwerk serviert, läuft uns das Wasser im Munde zusammen.

Am Ende des vorzüglichen Festmahles verlassen wir das Restaurant wohlig genährt und am nächsten Morgen Gastein überglücklich und hochzufrieden.

Thilo Scheu liebt das Reisen, die Menschen und ihre Geschichten. Seit seiner Jugend ist der heutige Reisejournalist und Buchautor in der Welt unterwegs, sucht das Besondere oder einfach nur einen magischen Moment. Sein Zuhause ist jedoch das Rheinland.