Das Tal des Flusses Karkara war nicht nur bei den Nomaden von Kasachstan ein beliebter Ort. Auch heute kommen noch viele Touristen zu dem herrlichen Fleckchen Natur.

Die Nomaden von Kasachstan hatten viele Kultobjekte, die sie verehrten. Das wichtigste war der Berg Khan Tengri. Ein 7.010 Meter hohes Massiv an der Grenze zu China und Kirgisistan.

Es ist der höchste Punkt von Kasachstan und verkörperte für die Nomaden "den ewigen Himmel" - "Tengri".

Wenn Sie aber kein Bergsteiger sind und nicht auf den nördlichsten 7.000er des Planeten steigen möchten, dann empfehle ich Ihnen einen anderen symbolträchtigen Ort der Nomaden ganz in der Nähe: "Siebenstromland" - das Tal des Flusses Karkara.

Um dorthin zu gelangen, müssen Sie von Almaty die Straße nach Osten zur chinesischen Grenze nehmen. Die Strecke ist etwa 300 Kilometer lang.

Von Kegen aus geht es nach Süden in das kleine kirgisische Dorf Tyup, wo ein kleines malerisches Tal auf Sie wartet. Früher war es Teil der großen Seidenstraße.

Die Messe von Karkara

Die Messe von Karkara, wo hauptsächlich Viehbestand verkauft wurde, existierte Jahrhunderte lang und war in ganz Zentralasien berühmt.

Bei minus 20 Grad stürzen sie sich in den tiefsten See der Erde.


Pferde, Kuh- und Schafherden mit Tausenden von Tieren wurden zu fruchtbaren "Dzhailyau" (Hochgebirgswiesen) gebracht. Da große Mengen Futter benötigt wurden, konnte man die Messe während des ganzen Sommers betreiben.

Auch viele andere Güter wurden dort verkauft. Das Angebot reichte von kleinen Handwerksprodukten bis hin zu "Yurtas" von Khan (traditionelle mobile Häuser von Nomaden).

Aber woher kommt der Name Karkara eigentlich? Die Legende besagt, dass der Name von den Kranichen stammt, die im Sommer in großen Schwärmen in das Tal fliegen. Demnach leitet sich der Name von den lauten Schreien ab: "Karr! Karr!"

Karkara selbst ist nicht nur spannend, sondern manchmal auch gefährlich, wenn die Leute dort zum Rafting oder "Osman"-Fischen gehen (eine Fischart, die mit der Forelle verwandt ist).

Vom Basislager in den Hubschrauber

Im Sommer besuchen viele Einwohner von Almaty und Bischkek die Gemeinden beim Fluss, die ebenfalls Karkara heißen. Davon gibt es zwei, eine auf der Uferseite von Kasachstan, die andere auf der von Kirgisistan.

Dort entspannen sie sich und gönnen ihrer Gesundheit etwas Gutes indem sie "Kumys" trinken. Dieses antike Getränk gilt als traditionell für die Nomaden-Nationen von Zentralasien.

Die ersten Rezept-Aufzeichnungen dieses Getränks fand man in den Werken des griechischen Historikers Herodot. Er beschrieb die Lebensweise der Skythen.

Bildergalerie starten

Kasachstan: Ein Zwischenstopp am großen Fluss Scharyn

Im Tal des Karkara wuchert es üppig grün. Der Fluss Scharyn schlängelt sich durch karge, felsige Landschaft. Eine Reise durch den Süden Kasachstans.

Deren Lieblingsgetränk war demnach Stutenmilch, die in tiefen Holzfässern aufgeschlagen wurde. Diese alte Methode hat sich bis heute nicht verändert.

Auf der kasachischen Uferseite befindet sich zudem das Basislager des internationalen Bergsteigerlagers Khan Tengri - Karkara. Von hier kann man zu dem legendären Gipfel in nur 30 Minuten mit dem Hubschrauber fliegen.

Dabei überqueren Sie den zentralen Teil des Hochgebirges Tian Shan, wo Sie zahlreiche Wander-, Reit- und Radwege finden.

Auf dem Weg zurück nach Almaty können Sie einen Halt auf der Brücke über dem großen Fluss Scharyn machen und die wunderschöne Aussicht auf den Canyon genießen.

Natürlich ist das nicht der Grand Canyon von Colorado, aber mindestens genauso beeindruckend.

Er schreibt als Kolumnist für das "Forbes Kazakhstan Magazine", ist Bergführer und leidenschaftlicher Fotograf. Immer mit im Gepäck hat Andrey seine gute Laune.