Auf den ersten Blick sieht die tibetanische Hauptstadt Lhasa aus wie eine klassische chinesische Provinzstadt. Aber der Eindruck täuscht.

Und das merkt man im Zentrum am Jokhang-Tempel. Dieser prunkvolle Bau wurde für die chinesische Prinzessin Wencheng errichtet, die eine der Frauen von König Songtsen Gampo war.

Im Tempel steht eine Statue von Buddha Shakyamuni, welche die Prinzessin aus dem sogenannten Reich der Mitte in die Stadt gebracht hatte. Sie gilt als eine der wichtigsten Objekte der tibetanischen Religion.

Um den Tempel herum führt eine ringförmige Marktstraße namens Barkhor. Dort kann man traditionelle tibetanische Kunstwerke erwerben, wie etwa Thangkas, Statuen und auch noch andere Souvenirs. Natürlich ist das Verhandeln um den Preis, wie auf jedem orientalischen Markt, eine übliche Praktik.

Die Heimat des Dalai Lama

Der Berg Mar-po-ri, auch Roter Hügel genannt, erhebt sich im Zentrum der Kleinstadt und erlaubt so den Blick auf den legendären Potala-Palast, den Königspalast mit dem buddhistischen Tempelkomplex. Während er heute ein Museum und Weltkulturerbe ist, war er früher der Residenz- und Regierungssitz des Dalai Lama.

Um den Potala-Palast besuchen zu dürfen, muss man sich im Voraus bei der Verwaltung registrieren. Besucher müssen sich genau an die festgelegte Zeit halten, um den Palast betreten zu dürfen.

Eine Stunde nur darf man sich den oberen Palast ansehen, Fotos machen ist drinnen strengstens verboten. All diese Vorschriften gelten dem Schutz der antiken Gebäude vor zu großen Touristenströmen.

Aber die Hauptattraktion der Stadt sind wohl ihre Einwohner und die zahlreichen Pilger, die aus allen tibetanischen Provinzen nach Lhasa strömen - vor allem am Feiertag Saga Dawa – ein traditioneller buddhistischer Festtag bei dem Geburt, Erleuchtung und Tod des Gautama-Buddhas geehrt werden.

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Lhasa: Das kulturelle Zentrum von Tibet

Lhasa ist der Knotenpunkt der chinesischen Provinz Tibet. Völker aus dem Umland versammeln sich hier zu religiösen Feierlichkeiten. Unser Blogger Andrey Gundarev war mitten im Getümmel.

Treffpunkt der Völker

Man sieht an dem Tag stolze, langhaarige Krieger aus Kham und Amdo, wilde Nomaden aus West- und Nordtibet und Frauen, die festlich mit Ornamenten geschmückt sind. Diese wurden aus großen Stücken Türkis und Korallen gefertigt, welche man am Fuß der Bergregionen finden kann.

Viele dieser Menschen kommen zu Fuß nach Lhasa. Jene mit dem stärksten Glauben begehen den langen Marsch mit einer Verbeugung nach jedem dritten Schritt.

Er schreibt als Kolumnist für das "Forbes Kazakhstan Magazine", ist Bergführer und leidenschaftlicher Fotograf. Immer mit im Gepäck hat Andrey seine gute Laune.