Es ist schwer zu sagen, warum so viele Menschen aus dem Westen Angst vor Russland und den Russen haben. Obwohl es stimmt, dass Russen und die Bewohner Sibiriens ziemlich harte Burschen sind. Man muss sich nur einmal ansehen, wie sie sich im Winter ihre Zeit vertreiben.

Im Herzen Sibiriens liegt der tiefste See der Welt, der gleichzeitig auch das größte natürliche Reservoir an flüssigem Süßwasser der Erde beherbergt - der Baikalsee. Der Grund des Sees liegt in 1.642 Metern Tiefe.

Die Einheimischen und viele Russen nennen ihn auch "ein Meer". Ein sehr klares Meer: Bis zu 40 Meter tief dringt das Licht der Sonne.

Ein ehemaliger Pionier wandelt auf den Spuren des marxistischen Politikers.

Die transparente Schicht des Sees verwandelt sich im Winter in Eis von unglaublicher Schönheit. Am Ende der kalten Jahreszeit ist die Eisdecke einen Meter dick. In den Golfen eineinhalb bis zwei Meter.

Eisbaden an der Quelle der Angara

Wenn das Wasser gefriert (meistens von Anfang Januar bis Anfang Mai), ist der komplette See mit einer Eisschicht bedeckt. Nur ein kleiner Teil, circa 15 bis 20 Meter lang, wo die Angara entspringt, klafft ein Loch.

Die Angara ist der einzige Fluss, der sich aus dem Wasser des Sees speist, also herausfließt. Der Ursprung befindet sich in dem kleinen Dorf Listvyanka 65 Kilometer entfernt von Irkutsk, der größten Stadt in West-Sibirien.

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Eiskalter Winterspaß in Sibirien

Da wird die traumhafte Landschaft am Baikalsee zur Nebensache. Während sich die Besucher in dicke Jacken und Mützen einpacken, springen die unerschrockenen Russen ins kühle Nass.

Nach Listvyanka pilgern jedes Jahr die Russen, die das Extreme lieben. Ganz besonders diejenigen, die gerne im Eiswasser baden. In Russland werden sie "Walross" genannt.

Die Temperatur des Wassers, das aus dem Baikalsee fließt, liegt um den Gefrierpunkt. Die Luft hat etwa minus 20 Grad Celsius. Man hat Glück, wenn gerade kein Wind geht und ein paar Eisberge im Wasser schwimmen.

Nach dem Schwimmen trinken die Russen starken Alkohol und essen den hiesigen geräucherten Fisch Baikal-Omul, der sonst am See verkauft wird.

Er schreibt als Kolumnist für das "Forbes Kazakhstan Magazine", ist Bergführer und leidenschaftlicher Fotograf. Immer mit im Gepäck hat Andrey seine gute Laune.