Im Winter gehört das österreichische Stubaital mit seinem mächtigen Gletscher zu Tirols wichtigsten Skigebieten. Jetzt im Sommer ist es ruhiger in dem Tal nahe Innsbruck. Aber nicht minder schön: Viel Wasser und spannende Themen-Wanderwege machen es zum idealen Familienziel. Sieben Lieblingsorte.

Bequemer geht es nicht: Die neue, von Designern entworfene 3S Eisgratbahn (mit sportlichen Ledersitzen und freiem WLAN) bringt uns in kürzester Zeit zur Bergstation.

Von hier aus fahren wir mit noch einer Gondelbahn weiter auf den Berg hinauf. Nun noch eine lange Treppe aus Metall erklimmen, die sich den Berg hinauf zieht - bei der spürbar dünneren Luft hier oben ist das tatsächlich ein wenig anstrengend -, dann ist die Aussichtsplattform "Top of Tyrol" in 3.210 Metern Höhe erreicht.

Neun Meter ragt sie über den Fels hinaus, von hier sind in der Ferne sogar die Dolomiten zu sehen. Das Magazin "Geo" adelte die Plattform als eine der zehn schönsten weltweit.

Mehr als hundert Dreitausender sind von hier zu sehen. Ein Viscope-Fernrohr holt die Gipfel nah heran und blendet gleichzeitig ihre Namen ein, allen voran die "Seven Summits", die sieben wichtigsten Berge im Stubai.

Wer Hunger hat: Nebenan gibt es in der "Jochdohle" warmes und kaltes Essen, am liebsten auf der Bank im Schnee vor dem höchstgelegenen Restaurant Tirols. Sonnencreme nicht vergessen.

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Im Reich von Eisprinzessin und Co.: Eisgrotte Stubaier Gletscher

An der Bergstation der 3S Eisgratbahn (in 2.900 Metern Höhe) wartet ein echtes Highlight: Die Eisgrotte Stubaier Gletscher erlaubt es Besuchern seit rund drei Jahren, das gefrorene Nass von innen zu erleben.

Bis heute wird die Höhle erweitert und verändert, inzwischen führt ein mehr als 200 Meter langer Rundgang tief in den Gletscher hinein. Nach der Eingangsschleuse ziehen wir schnell unsere Jacken an: Drinnen sind es konstant Null Grad.

"Königreich des Schnees" nennt sich der Stubaier Gletscher auch, bis auf den Juli und August muss man hier jederzeit auch im Sommer mit Neuschnee rechnen. Ein Königsthron darf natürlich auch nicht fehlen: Pink und rot beleuchtet, lädt er mitten in der Eisgrotte ein, für ein Foto darauf Platz zu nehmen.

Sonst ist die Grotte aber wissenschaftlich ausgerichtet. An verschiedenen Stationen lernen wir, wie Gletscher aufgebaut sind, welche starken Kräfte hier wirken und dass das abfließende, durch mineralischen Abrieb trübe Wasser Gletschermilch heißt.

Eisgrotte: Neben der Bergstation links den Hang hinab, Erwachsene sechs Euro, Kinder (ab zehn Jahren) drei Euro

Wasser in all seiner Vielfalt: Der WildeWasserWeg

Kinder und Wasser, das geht immer. Wie gut, dass es im Stubai so viel Wasser gibt. Der Fluss Ruetz dominiert das Tal, und von seinem Ursprung am Gletscher bis weit unten verändert er sich dauernd.

Das lässt sich wunderbar auf dem WildeWasserWeg erleben: Auf drei Wanderetappen zeigt er die unterschiedlichen Gesichter des Elements.

Feine Gischt liegt in der Luft, wo sich weiß schäumend auf der ersten Wegetappe der imposante Grawa-Wasserfall den Fels hinab stürzt.

Kühlungsborn ist bekannt für seinen Strand - und bietet noch viel mehr.

Die Naturschönheit, deren Wasser die Gesundheit der Atemwege fördert, ist zugleich der breiteste Fall der Ostalpen.

Unterhalb führt der - hier sogar barrierefreie, also auch für Kinderwagen geeignete - Weg entlang felsiger Stromschnellen, dem Ruetz Katarakt.

Wir sind beeindruckt, wie kraftvoll der Fluss durch die enge Schlucht braust und wie tief er sich in den Fels eingegraben hat.

Aussichtsterrassen am und über dem Wasser geben immer wieder Gelegenheit, innezuhalten und die ungebändigte Wildheit auf sich wirken zu lassen.

Die zweite Etappe des Wegs führt 660 Höhenmeter bergauf, hier sind Trittsicherheit und gute Kondition erforderlich (und kleine Kinder müssen vom Kinderwagen in die Rückentrage umziehen).

Immer wieder ergeben sich neue spannende Blicke auf Wasserfälle. Oben dominiert dann das Eis den WildeWasserWeg. Türkisblaue Berg- und Moränenseen sowie bunte Gletscherschliffe reihen sich hintereinander auf - und schließlich der Gletschersee, aus dem heraus das Wasser der Ruetz seinen Weg ins Tal antritt.

Familienfreundlich: Wandergebiet Schlick 2.000

Kinder willkommen: Zu Fuße der imposanten, grauen Berge Kalkkögel ziehen sich im Wanderzentrum Schlick 2.000 mehrere Themen-Wanderwege den Berg hinab.

Genau, hinab - das macht die Wanderung sehr angenehm. Der Weg ist außerdem so gut, dass hier auch wieder ein Kinderwagen geschoben werden kann.

Rauf geht es in der Gondel zur Bergstation Kreuzjoch. Erst noch einen kurzen Abstecher zur Aussichtsplattform, den Rundumblick auf die Berge und das Stubaital genießen.

Munter laufen die Kinder, hier noch an der Baumgrenze, anschließend von Station zu Station am Naturlehrpfad entlang und lernen die wichtigsten Tiere und Pflanzen der Alpen kennen.

Unser Highlight ist die Tier-Weitsprunggrube: Wer springt so weit wie ein Fuchs oder ein Eichhörnchen? Die Kinder versuchen es immer wieder.

Nach der Mittagspause in der Schlickeralm mit Tiroler Knödeln und luftigem Kaiserschmarrn fordert der Erlebnisweg mit Balancier- und Kletterstationen und einer Slackline die Geschicklichkeit der Jüngsten heraus.

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Der sich anschließende, auf den ersten Blick eher unscheinbare Scheibenweg entpuppt sich schließlich als absoluter Höhepunkt der Wanderung.

Aber auch der neue Baumhausweg an der Mittelstation der Bergbahn macht den Kindern enorm viel Spaß. In fünf ganz neuen, pfiffig gestalteten Holz-Baumhäusern warten immer neue Spiele und Klettermöglichkeiten.

Alle Themenwege in der Schlick 2.000 sind übrigens kostenlos.

Riesenspaß mit Holzscheiben: Der Scheibenweg

Das Wichtigste vorab: Wer mit Kindern mit der Kreuzjochbahn ins Wanderzentrum Schlick 2.000 hinauf fährt, muss schon an der Talstation daran denken, die Holzscheiben für den Scheibenweg unterhalb der Schlickeralm auszuleihen.

Die großen Holzscheiben wandern hier aber erst einmal in den Rucksack, bevor wir in die Gondel steigen und zur Bergstation Kreuzjoch hinauf fahren.

Später kommen sie am Anfang des Scheibenwegs wieder zum Vorschein: In einer langen Holzrinne rollt die Holzscheibe hunderte von Metern talwärts, immer wieder unterbrochen von Spielstationen, bei denen die Scheibe ebenfalls die Hauptrolle spielt.

Selbst müde Kinder rennen hier dem Spielzeug so schnell hinterher, dass die Eltern kaum nachkommen. Eine super Idee, die richtig Laune macht. An der Talstation dann nicht vergessen, die Holzscheibe wieder abzugeben.

Wasserspielplatz und Sommerrodelbahn: Serles

Gegenüber des Wanderzentrums Schlick 2.000 erhebt sich der Serles, den Naturfreund Goethe einst "Hochaltar der Alpen" nannte. Mit den Serlesbahnen in Mieders geht es auch hier flott den Berg hinauf.

Oben lädt nicht nur das Restaurant Koppeneck zu einer Erfrischung ein - das Gebiet ist eines der nächsten, das die Innsbrucker für Wochenendausflüge nutzen, und so wird hier samstags regelmäßig auf der Terrasse gegrillt -, unterhalb liegt auch ein angelegter Wasserspielplatz mit flachen Seen, über die sich Kinder auf einem Floß ziehen oder Wasser kurbeln.

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Ein Sommer in Tirols traumhaftem Tal

Der Gletscher lockt die Touristen zu jeder Jahreszeit an und wartet mit atemberaubenden Ausblicken auf.

Baden ist natürlich auch erlaubt, also Badehose nicht vergessen. Eine Rundtour führt durch den dichten Bergwald zum Kloster Maria Waldrast, wahlweise in zwei Stunden zu Fuß oder in einer Stunde mit dem Serleszug, einer vom Trecker gezogenen, rot-gelben Ausflugsbahn.

Runter vom Berg geht es dann rasant mit der Sommerrodelbahn, ganze 2,8 Kilometer lang zieht sie sich den Hang hinab. Nach 40 Kurven kommt man ordentlich durchgerüttelt unten an.

Wahlweise fährt aber auch die Gondel wieder hinab - das Ticket gilt für beide Varianten.

Bummelbahn Serleszug: Rundtour Erwachsene acht Euro, Kinder fünf Euro

Adrenalinkick zwischen Bäumen: Hochseilgarten Adventure Park

Nur fünf Minuten entfernt von der Talstation der Serlesbahnen liegt der Adventure Park. Tirols größter Hochseilgarten lockt, seine 130 Übungen auf insgesamt 13 Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zwischen den Bäumen zu bewältigen.

Fast jede Route hat einen Flying Fox - die Kinder lieben die Seilbahnrutschen und bekommen auch sonst nicht genug vom Höhenrausch.

Adventure Park: Erwachsene 26 Euro, Kinder ab 15 Euro

Stubai Super Card: Einmalige freie Benutzung mehrerer Bergbahnen und des ÖPNV im Stubaital plus zahlreiche Ermäßigungen. Kostenlos bei vielen teilnehmenden Vermietern, sonst als Stubai Card für 64 Euro (Kinder 10-14 Jahre 32 Euro)

Anke Benstem (Bild) gehört wie Silke Haas, Sandra Malt, Dörte Saße und Iris Schaper zum Bloggerteam Reisefeder. Die Journalistinnen und Reisebuchautorinnen schreiben über Reisen in alle Welt. Der Schwerpunkt liegt auf der Nachhaltigkeit.