Wow, das ist schon ein bisschen wie im Märchen: Wir bummeln durch Odense, heute ist Blumenfest, die Innenstadt an vielen Stellen mit farbenfrohen Blüten geschmückt, Live-Musik erfreut die Ohren. Der Himmel ist blau, alle Restaurant-Tische im Freien sind belegt, fröhliches Gemurmel erfüllt die Gassen der Fußgängerzone. Sommer und diese wunderbare Leichtigkeit liegen in der Luft, die es so nur in Dänemark gibt – und die uns bei dieser Reise immer wieder begegnet. Fünen ist mehr als dreimal so groß wie Rügen und die drittgrößte Insel Dänemarks.

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Geburtsstadt eines Märchenerzählers

Die Inselhauptstadt Odense ist auch die Geburtsstadt des Märchenerzählers Hans Christian Andersen – und hat dem berühmtesten Sohn der Stadt ein wunderbares Denkmal gesetzt: Andersens Hus heißt das neue Museum, das im Sommer 2021 aufgemacht hat: eine geniale Sammlung von runden Gebäuden aus Holz und Glas mit grünen, wild bewachsenen Dächern und wirklich märchenhaften Gärten.

Hans Christian Andersen wurde 1805 in der Stadt geboren, die Eltern sind Handwerker, Geld und Bildung knapp. Dank fremder Gönner, die sein Talent erkannten und ihn förderten, konnte er zum weltbekannten Schriftsteller werden. Aus seiner Feder stammen die Märchen "Des Kaisers neue Kleider", "Die Prinzessin auf der Erbse", "Die Schneekönigin" und viele, viele weitere. Am Eingang des Museums bekommt man einen Kopfhörer – und an allen Punkten der Ausstellung werden Geschichten erzählt: Anekdoten, Dialoge aus Andersens Welt und aus seinem Leben. Wir sehen zahllose Original-Artefakte, zum Beispiel seine Notizbücher, in denen wir virtuell blättern können. Im Untergeschoss gibt’s Mitmachspiele, in denen man – ebenfalls virtuell – in Kostüme schlüpfen, Märchenfiguren bewegen oder selbst Teil einer seiner Erzählungen werden kann.

Es ist ausgesprochen kurzweilig, durchs Museum zu bummeln. Eins muss man sagen: Die Museumsmacher zeigen, wie schön, wie unterhaltsam und spielerisch man heute auch komplexe Inhalte vermitteln kann. Alle Besuchenden tragen die Kopfhörer und lauschen meist lächelnd und versunken den Geschichten.

Radwege zu Kultur und Kulinarik

Übrigens: Die Dänen schaffen es nicht nur hier, ähnlich wie die Niederländer und Belgier, ideale Bedingungen für Radfahrende zu schaffen, und das auch in den Städten. In Odense zum Beispiel liegt der Campingplatz dreieinhalb Kilometer außerhalb der Stadt. Es geht einfach geradeaus, aber auf beiden Seiten der Straße gibt es zwei schöne breite Radwege.

Auch bei unseren Touren über Land sind die Strecken perfekt ausgeschildert und die Radwege werden mit Priorität durch die Landschaft geführt. Radfahren macht wirklich Spaß in Dänemark.

Schloss Egeskov, eine Wasserburg in Kværndrup 23 Kilometer entfernt von Odense, steht auf unserem Programm. Besonders für Kinder ist der Schlosspark ein großer Spaß mit verschiedenen Spielplätzen, einem Tretauto-Parcours, einem Heckenlabyrinth und größere Kinder staunen vielleicht über die alten Motorräder und Oldtimer in den Hallen.

Sehenswürdigkeiten auf Fünen

Svendborg ist eine lebendige Hafenstadt im Süden von Fünen und Ausgangspunkt für die Ausflüge in die Inselwelt der Dänischen Südsee. Im Hafen von Svendborg haben es die Dänen hinbekommen, aus einem alten Industrieareal ein liebenswertes Ausflugsziel zu machen: "Kammerateriet" steht in großen Lettern an der Wand eines Schuppens. Kameradschaft – hier wurde früher hart gearbeitet, heute ist das ein Kulturzentrum mit mehreren Bars und einer einfachen Fischbude, in der es genau drei Gerichte gibt.

Faaborg ist unser nächstes Ziel, wieder auf Fünen, im Südwesten. Der Campingplatz liegt etwa zweieinhalb Kilometer vom Zentrum entfernt – und hat drei Vorteile: super Luft, das hübsche Städtchen Faaborg ist in Radentfernung, und auf dem Weg dahin liegt eine Røgeri, also eine Fischräucherei. Frischer kann man Fisch nicht bekommen. Selbstbedienung, draußen an einen Biertisch setzen, genießen. Einfach, aber gut!

Ærø: Viele Dünen und schöne Strände

Am Hafen in Svendborg fährt auch die Fähre los auf die Insel Ærø, eineinhalb Stunden flotte Fahrt, vorbei an schönen Strandhäusern. Die Fähre legt an in Ærøskøbing, einer sehr malerischen, historisch gewachsenen Kleinstadt mit bunten, hyggeligen Häuschen mit hübschen Türen, Stockrosen und Kopfsteinpflaster.

Das älteste Haus ist von 1580. Typisch für die Insel sind die bunten Strandhäuschen, eine Reihe davon steht in der Nähe des Campingplatzes. Alles so idyllisch hier, das Wasser klar und in allen Blautönen. Daher kommt vielleicht der Name "Dänische Südsee"? Wir haben unsere Räder dabei, denn auf Ærø gibt es eine Reihe schöner Radwege, der Autoverkehr hält sich außerdem in Grenzen, da macht Radeln noch mehr Spaß.

Also raus aus Ærøskøbing, auf Nebenstraßen Richtung Voderup Klint (Kliff). Es geht über weite, strohgelbe Felder, immer wieder taucht das Blau des Meeres auf, die Landschaft wird grün und fällt in drei riesigen Terrassen zum Meer hin ab. Die Klippe selbst ist 33 Meter hoch und annähernd senkrecht. Radler haben auf der Insel zwei Herausforderungen: die Hügel und den Wind. Er kommt von allen Seiten, am liebsten von vorn. Wohl dem, der ein E-Bike hat!

Tåsinge und Langeland: Lässig chillen

Von Fünen aus führt wahlweise ab Faaborg eine Straße über eine große Brücke nach Vindeby auf der Insel Tåsinge. Von dort weiter quer über die Insel bis zur ganz großen Brücke, die nach Rudkøbing führt, der Hauptstadt der Insel Langeland. Ruhe ist hier das Stichwort auf der nur 52 Kilometer langen und elf Kilometer breiten Insel.

Alles sehr alternativ und, ja, dänisch lässig: Die Sonne geht langsam unter, die Füße sind im sonnenwarmen Sand, aus den Lautsprechern klingt schöner Sommersound, das Bier ist frisch gezapft und kalt. Und zum Dessert gibt auch noch ein Schweinswal eine Vorstellung, springt aus dem Wasser, schwimmt weiter, schraubt sich senkrecht hoch, platscht zurück. Die Stunde wird blauer und wir radeln gemütlich zurück zum Campingplatz. Was für ein Leben!

Highlight: Kulinarik-Klassiker

Das Stjerneskud ist eine besonders beliebte Variante des dänischen Nationalgerichts Smørrebrød. Kein Wunder bei den Köstlichkeiten, die in dem Gericht stecken: Zwei panierte Schollenfilets, kaltgeräucherter Lachs, eine Handvoll gepulte Krabben und Salatblätter werden auf eine Scheibe Brot gelegt, dazu wird Tomatenmayonnaise gereicht.

Einige Smørrebrød-Restaurants servieren das Stjerneskud, was übersetzt "Sternschnuppe" bedeutet, mit Kaviar. Woher das Gericht seinen Namen hat? Es wurde für den Besuch des Astronauten Juri Gagarin erfunden, der 1962 in einem Smørrebrød-Restaurant zu Gast war.

Fünen und die dänische Südsee im Überblick

1. Middelfart

Warum es hier so viele Galerien, Kunstausstellungen und das Keramikmuseum CLAY zu entdecken gilt? Weil Künstler schon seit jeher vom Charme des Ortes und der schönen Umgebung angezogen wurden. Die Natur entdecken kann man im Meeresnaturpark Lillebælt, zum Beispiel bei einer Walsafari.

2. Odense

Durch den Märchengarten spazieren, in inhabergeführten Boutiquen stöbern und innehalten im Heilkräutergarten des Klosters. Wie schön, wenn man sich einfach mal treiben lassen kann. Kultur-Tipp: Das H. C. Andersen Haus erzählt über Leben und Werk des Märchenerzählers, der 1805 in Odense zur Welt kam.

3. Faaborg

Ein Hafen, Altstadtgassen, Kaufhöfe, gemütliche Cafés und der Glockenturm – es ist ganz schön idyllisch in Faaborg! Das Faaborg-Museum erwartet seine Gäste mit Skulpturen, Möbelkunst, Architektur und Werken der Fünen-Maler. Oder lieber zu Fuß oder dem Rad die Hügel der Svanninge Bakker entdecken?

4. Svendborg

Ob baden, kitesurfen oder rudern, an der Küste radeln, im Boot das Südfünische Inselmeer entdecken oder mit der Fähre auf eine der Inseln übersetzen – in Svendborg ist man immer ganz nah am Wasser. In der Altstadt laden gemütliche Cafés, Boutiquen und Manufakturen zum Stöbern und Probieren ein.

5.Ærøskøbing

An bunten Hausfassaden ranken Kletterrosen empor. Der Jachthafen verzaubert mit inseltypischen Strandhäuschen. Hofläden und Cafés bieten regionale Produkte an und in den Restaurants am Hafen gibt‘s frischen Fisch. In Ærøskøbing spürt man an jeder Ecke, wie gemütlich Inselleben sein kann.

6.Rudkøbing

Kaufmannshöfe, ein historischer Hafen, eine große Mühle und verwinkelte Kopfsteingassen – der Insel-Ort versprüht den typischen Charme einer alten Handelsstadt. Auf dem gut ausgebauten Fahrradweg Rudkøbing-Route lässt sich die malerische Küstenlandschaft erkunden, die den Ort einfasst.

Fünen & Co.: Campingplatz-Tipps

Um Fünen und die Inseln der Dänischen Südsee bequem zu erkunden, empfehlen wir, ein paar Tage direkt in Odense mitten auf Fünen, zum Beispiel auf dem DCU-Camping, zu verbringen und danach für ein paar Tage auf einen der Campingplätze im Südfünischen Inselmeer umzuziehen, zum Beispiel auf den Ærøskøbing Camping auf Ærø oder den Camping Ristinge auf Langeland. Beide liegen am Meer und sind gute Ausgangspunkte für Entdeckertouren auf den Inseln. Mehr zu den Campingplätzen unten.


Ærø: Ærøskøbing Camping

Einfacher Platz am Meer. Leicht geneigtes Wiesengelände mit Buschreihen. Kinderspielplatz, Badegelegenheit mit Sandstrand und Badesteg, Brötchenservice, Kiosk. 3,4 ha, 128 Stellplätze, davon 15 Dauercamper. 27 Mietunterkünfte. Ganzjährig geöffnet.

Fünen: Nab Strand Camping

Gepflegter Platz am Meer. Geneigtes Gelände mit Hecken und Meerblick. Kinderspielplatz, Bootssteg mit Liegeplätzen, Bootsverleih, Fahrrad- und E-Bike-Verleih. 1,9 ha, 75 Stellplätze, davon 25 Dauercamper, 2 Mietunterkünfte. Saison: Anfang Mai bis Anfang September.

Fünen: Faaborg Camping

Familienfreundlicher Platz an einer Straße, zirka 2,5 km nach Faaborg. Gestuftes Wiesengelände mit Laub- und Nadelbäumen, von Wald und einem Hang begrenzt. Animation für Kinder, Indoor-Spielplatz, Kinderspielplatz. Mittagsruhe 12.00–14.00. 5 ha, 90 Stellplätze, davon 24 Dauercamper, 11 Mietunterkünfte. Saison: Ende März bis Ende Oktober.

Langeland: Ristinge Camping

Gepflegter Platz an einem der schönsten Sandstrände der Insel Langeland. Geneigtes Wiesengelände mit Bäumen und Hecken, ein Teil ohne Bepflanzung. Schwimmbad, Planschbecken, Minigolf, Kinderspielplatz, Animation für Kinder. 6 ha, 320 Stellplätze, davon 30 Dauercamper, 21 Mietunterkünfte. Saison: Mitte Mai bis Anfang September.

Fünen: Vejlby Fed Strand Camping

Komfortabler Platz am Meer. Ebenes Wiesengelände mit Hecken. Freibad, Planschbecken, Indoor-Spielplatz, Kinderspielplatz, Unterhaltungsprogramm, Fahrradverleih, Minigolf. Mittagsruhe 12.30–14.30. 5 ha, 180 Stellplätze, davon 55 Dauercamper, 33 Mietunterkünfte. Saison: Ende März bis Ende September.

Fünen: DCU-Camping Odense

Gepflegter Platz im Ortsbereich, von Bäumen umgeben. Ideal, um die Geburtsstadt von Hans Christian Andersen zu erkunden. Wiesengelände mit Hecken, Kinderspielplatz, Schwimmbad, Planschbecken, Animation, Minigolf. 4,5 ha, 225 Stellplätze, davon 4 Dauercamper, 10 Mietunterkünfte. Ganzjährig geöffnet.

Fünen: Svendborg Sund Camping

Platz am Meer auf der Insel Tåsinge. Teils ebenes, teils geneigtes Wiesengelände mit Laubbäumen und Hecken. Kinderspielplatz, Bootsslip, Bootssteg mit Liegeplätzen, Bootsverleih, Fahrrad- und E-Bike-Verleih. 5 ha, 126 Stellplätze, davon 14 Dauercamper, 11 Mietunterkünfte. Saison: Ende März bis Mitte September.

Langeland: Emmerbølle Strand Camping

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Familienfreundlicher Platz direkt am Meer im Norden der Insel Langeland am Rand eines Naturschutzgebietes. Durch hohe Hecken und Baumreihen untergliedertes Wiesengelände, manche Abschnitte mit noch junger Bepflanzung. Schwimmbad, Planschbecken, Abenteuerspielplatz, Animation für Kinder, Beachvolleyball, Bootsverleih, Bootsslip, Fahrradverleih, Fitnessraum, Sportprogramm. 14 ha, 340 Stellplätze, davon 70 Dauercamper, 61 Mietunterkünfte. Saison: Ende März bis Mitte September.  © Caravaning

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