Leergefegte Straßen und Plätze: Corona macht Rom zur Geisterstadt

Die Corona-Pandemie trifft den italienischen Tourismus hart. Sinnbildlich dafür stehen die leeren Straßen und Plätze der Hauptstadt Rom, die sich sonst in den Sommermonaten vor Touristen kaum retten kann.

Die Corona-Pandemie hat Rom als eines der beliebtesten Stadtreiseziele verändert. Momentan sind nur wenige Urlauber in der 2,8-Millionen-Einwohner-Stadt unterwegs.
Seit dem 3. Juni ist Italien wieder offen für EU-Bürger. Doch die Straßen der italienischen Hauptstadt sind weiterhin leer.
Noch vor einem Jahr verzeichnete die Stadt im Juni über 750.000 Besucher, im Juni 2020 waren es nur noch knapp über 6.000.
Vor der Kirche Trinita dei Monti am Piazza di Spagna versammelten sich 2019 noch massenhaft Besucher auf der Spanischen Treppe.
Die Heftigkeit, mit der Italien von der Virus-Welle getroffen wurde, steckt tief in den Köpfen von Reisewilligen. Obwohl die Gesundheitslage in Rom nie kritisch war und die Infektionszahlen in dem Mittelmeerland insgesamt Mitte Juli oft unter den deutschen liegen, springt der Tourismus nicht an.
Ein Bild aus dem Sommer 2019: Normalerweise kämpfen die Touristen um einen guten Platz am Trevibrunnen.
Im Sommer 2020 ist der Platz um den Trevibrunnen dagegen wie leergefegt.
Aber auch im Sommer 2020 ist ein Städtetrip nach Rom möglich. Allerdings gilt auch in Italien die Maskenpflicht.
Da in Italien der Tourismus rund 13 Prozent zur Wirtschaftsleistung beisteuert, sind solche Bilder, wie das eines menschenleeren Petersplatzes, für die Stadt besorgniserregend.
Das Forum Romanum gehört eigentlich zu den Hauptattraktionen eines jeden Rombesuchs. Vor der Corona-Pandemie erkundeten es täglich Tausende Besucher.
Auch auf der Piazza del Popolo mitten in Rom ist sehr wenig los. Der Platz wird auch "Dreizack" (Tridente) genannt, denn von Norden aus gesehen verzweigt der Platz in drei lange gerade Straßen, die Via del Corso, die Via del Babuino und die Via di Ripetta.
Das Bild des leeren Navona-Platzes erinnert an Schwarzweiß-Fotos aus den 50er-Jahren.
Für die Hotelbranche bedeutet die Coronakrise drastische Einschnitte. "Aktuell sind überhaupt nur rund 200 von 1.200 Hotels offen", sagt ein Sprecher des Hotelverbands Federalberghi Rom über den Juli.
Leere Restaurants in der Hauptsaison? Was früher undenkbar gewesen wäre, ist jetzt für Restaurantbesitzer in Rom zur bitteren Realität geworden.
Auch Ladenschließungen bleiben in der Innenstadt von Rom leider nicht aus. Schilder kündigen in vielen anderen Geschäften Rabatte von bis zu 70 Prozent an.
Die leeren Straßen Roms ziehen vor allem Familien als Touristen an. Es bleibt viel Zeit, zusammen mit den Kindern in Ruhe die Kunst und Geschichte der Stadt zu erkundigen.