Sonnen hinter Plexiglas? Wie Italien seine Strandsaison retten will

In Italien blühen die Ideen, wie in der Coronakrise die Strandsaison vielleicht doch noch gerettet werden könnte. In Rimini erregte eine Firma mit der Idee transparenter Plastikbarrieren mit eingebauten Desinfektionsmittel-Spendern Aufsehen. (Mit Material der dpa)

Der Sommer am Strand ist den Italienern heilig - nun fragen sich die Menschen, ob das Coronavirus auch ihren Sommerurlaub ruinieren wird. Gute Ideen sind daher besonders gefragt.
Das seien aber unrealistische Vorschläge, denn solange man sich nicht zu nahe kommen dürfe, könne man auch den Strandurlaub vergessen. "Also, die Signora aus Deutschland mit ihrem Sonnenöl will doch nicht mit Maske und Gummihandschuhen am Strand liegen."
Auch Kindern könne man am Strand nicht beibringen, dass sie sich nicht zu nahe kommen könnten. Der Strand sei ein Ort, an dem man sich per se einfach nahe komme, gemeinsam esse, lache und Zeit verbringe.
Italien ist besonders stark von der COVID-19-Lungenkrankheit betroffen. Mehr als 21.000 Menschen starben bereits. Die strikten Ausgangssperren gelten noch bis mindestens 3. Mai. Was genau danach gelockert werden könnte, ist unklar.
Die Adriaküste der Region Emilia-Romagna, in der auch Rimini liegt, gehört zu den beliebtesten in Italien. Dort hatte ein Unternehmen mit transparenten Plastikbarrieren mit eingebauten Desinfektionsmittel-Spendern Schlagzeilen gemacht.
"Wir werden alle fünf Minuten angerufen. Niemand kann es erwarten, wieder zu eröffnen und sie überlegen, wie das am sichersten wäre", sagt der Gründer der Firma Nuova Neon Group, Claudio Ferrari, der dpa.
Bademeister Vanni aus Rimini sieht das anders: "Eines ist klar, niemand wird an den Strand gehen, wenn es keine Sicherheit gibt." Und das werde vermutlich erst geschehen, wenn es einen Impfstoff oder ein Medikament gegen COVID-19 gebe.
"Wir alle hoffen, im Sommer an den Strand gehen zu können. Aber die öffentliche Gesundheit kommt als Erstes", sagt Lorenza Bonaccorsi vom Tourismusministerium dem Sender Rai. "Einerseits ist der Tourismus am Boden. Andererseits dürfen wir uns keine Fehler erlauben."